Rekordgewinn — und trotzdem weniger Geld für Aktionäre. Die Erste Group geht mit einem historischen Nettogewinn von 3,51 Mrd. Euro ins Frühjahr 2026, schlägt der Hauptversammlung am 17. April aber nur noch 0,75 Euro je Aktie als Dividende vor. Im Vorjahr waren es 3,00 Euro. Der Grund: Die Übernahme der Santander Bank Polska wurde vollständig aus Eigenmitteln finanziert — das kostet Kapital, das nun fehlt.

Was die Polen-Übernahme wirklich bedeutet

Der Deal ist vollzogen. Am 9. Januar 2026 schloss die Erste Group den Kauf einer beherrschenden Beteiligung an der Santander Bank Polska ab. Die Erstkonsolidierung fließt bereits in die Q1-Zahlen ein — und hinterlässt Spuren. Die harte Kernkapitalquote (CET1) sinkt durch den Schritt voraussichtlich um rund 460 Basispunkte. Hinzu kommt eine bilanzielle Einmalbelastung von 300 Mio. Euro aus der IFRS-3-Bewertung des polnischen Kreditportfolios. Das Management betont, diese Belastung spiegele keine Verschlechterung der Portfolioqualität wider.

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Das Rebranding der 485 polnischen Filialen beginnt im zweiten Quartal. Polen ist damit kein Zukunftsprojekt mehr — sondern operative Realität.

Ambitiöse Ziele für 2026

Für das laufende Jahr peilt das Management einen bereinigten Nettogewinn von über 4 Mrd. Euro an, das entspräche einem Anstieg von mehr als 20 % gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert. Die Ziel-Eigenkapitalrendite liegt bei rund 19 %, das Kreditvolumen soll inklusive Polen auf über 285 Mrd. Euro wachsen. Mit dem erwarteten Wiederanstieg der CET1-Quote soll auch die Ausschüttungsflexibilität zurückkehren.

Die Aktie notiert derzeit bei 91,50 Euro und damit knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 91,10 Euro — technisch ein fragiler Stand, nachdem der Kurs seit Jahresbeginn rund 12 % verloren hat.

Doppeltermin im April als Nagelprobe

Am 17. April stimmen die Aktionäre über die gekürzte Dividende ab — institutionelle Investoren halten 57,6 % der Anteile, BlackRock allein 5,05 %. Nur wenige Tage später, am 30. April, folgen die Q1-Ergebnisse. Dann zeigt sich erstmals in Zahlen, wie stark Polen zum Ergebnis beiträgt und ob der Weg zu „über 4 Mrd. Euro" trotz der Integrationskosten planmäßig verläuft. Diese zwei Termine werden mehr über die Erste Group aussagen als die gesamte Dividendendiskussion der vergangenen Wochen.

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