Energy Fuels legt nach: Mit der aktualisierten Machbarkeitsstudie für das Vara-Mada-Projekt in Madagaskar skizziert das Unternehmen eine seltene Kombination aus hoher Profitabilität, langer Laufzeit und strategischer Bedeutung für westliche Lieferketten. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Rendite, sondern die Rolle als möglicher Schlüssellieferant für Seltene Erden in den USA. Wie stark verändert dieses Projekt die Perspektive für den Uran- und Seltene-Erden-Produzenten?

Vara Mada: Eckdaten der neuen Studie

Die am 8. Januar 2026 veröffentlichte, überarbeitete Machbarkeitsstudie bestätigt das wirtschaftliche Potenzial des zu 100 % kontrollierten Vara-Mada-Projekts (ehemals Toliara-Projekt). Die Kennzahlen sind deutlich:

  • Netto-Barwert (NPV) von 1,8 Mrd. US‑Dollar bei 10 % Diskontsatz (nach Steuern, vor Verschuldung)
  • NPV von 7,30 US‑Dollar je Aktie auf Basis der aktuellen Aktienanzahl
  • Interne Verzinsung (IRR) von 24,9 % (nach Steuern, vor Verschuldung, nach Investitionsentscheidung)
  • Durchschnittlicher jährlicher EBITDA-Beitrag von 387 Mio. US‑Dollar über die Projektlaufzeit
  • Erwartete durchschnittliche EBITDA-Marge von 72 %
  • Durchschnittlicher jährlicher Free Cashflow von 264 Mio. US‑Dollar
  • Modellierte Minenlaufzeit von 38 Jahren mit zusätzlichem Expansionspotenzial

Damit positioniert sich Vara Mada klar im oberen Segment globaler Rohstoffprojekte – sowohl was Marge als auch Dauer der Cashflows betrifft.

Investitionsplan in zwei Stufen

Die Kapitalkosten sind mehrstufig strukturiert und sollen schrittweise zur vollen Kapazität führen:

  • Pre-FID CAPEX: 121 Mio. US‑Dollar vor der finalen Investitionsentscheidung
  • Stage 1 CAPEX: 769 Mio. US‑Dollar für eine Aufbereitungskapazität von 13 Mio. Tonnen Mineralien pro Jahr
  • Stage 2 CAPEX: 142 Mio. US‑Dollar, um die Kapazität nahezu zu verdoppeln – auf 25 Mio. Tonnen pro Jahr

Diese Struktur ermöglicht es, den Hochlauf des Projekts zu staffeln und die Produktionsausweitung an Marktumfeld und Finanzierung anzupassen.

Strategische Rolle für die US-Lieferkette

Potenzial in Seltenen Erden

Vara Mada ist nicht nur ein Rohstoffprojekt mit starken Zahlen, sondern besitzt eine klare strategische Komponente. Der Monazit-Erzgehalt und die Kombination mit weiteren Schwermineralsand-Projekten von Energy Fuels könnten bei voller Auslastung Folgendes ermöglichen:

  • Lieferung von bis zu 30 % des US‑Bedarfs an Leicht-Seltenen-Erden-Oxiden
  • Lieferung von bis zu 85 % des US‑Bedarfs an Schwer-Seltenen-Erden-Oxiden, einschließlich Dysprosium und Terbium

CEO Mark S. Chalmers bezeichnete das Projekt entsprechend als „generational“ und „one-of-a-kind“ – eine Anspielung darauf, dass hier aus Unternehmenssicht ein Asset entsteht, das ganze Lieferketten für kritische Rohstoffe verschieben kann.

Synergien mit der White-Mesa-Anlage

Den zweiten Pfeiler der Strategie bildet die bestehende White Mesa Mill in Utah. Dort soll das aus Madagaskar stammende Monazitkonzentrat zu hochreinen, getrennten Seltenen-Erden-Oxiden verarbeitet werden.

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Aktuell verfügt die Anlage in Phase 1 über die Fähigkeit, bis zu 10.000 Tonnen Monazitkonzentrat pro Jahr zu verarbeiten und daraus rund 1.000 Tonnen Neodym‑Praseodym‑Oxid (NdPr) pro Jahr herzustellen.

Energy Fuels plant, diese Phase 1 zusätzlich so auszubauen, dass künftig auch Schwer-Seltenen-Erden-Produkte entstehen:

  • Bis zu 48 Tonnen Dysprosiumoxid pro Jahr
  • Bis zu 14 Tonnen Terbiumoxid pro Jahr

Der Start dieser erweiterten Produktion könnte nach Unternehmensangaben bereits im vierten Quartal 2026 erfolgen. Damit würde Energy Fuels nicht nur ein Miner, sondern ein integrierter Produzent wichtiger Magnetmaterialien.

Marktumfeld: Rückenwind aus dem Uransektor

Die Studie kommt in eine Phase, in der das Uranumfeld zusätzliche Unterstützung liefert. Anfang Januar 2026 kletterten die Uranpreise auf rund 82 US‑Dollar je Pfund und markierten damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten.

Hinzu kommt politische Unterstützung: Am 5. Januar kündigte das US‑Energieministerium Verträge im Volumen von 2,7 Mrd. US‑Dollar an, um die heimische Urananreicherung zu stärken. Solche Maßnahmen verbessern das Sentiment für den gesamten Sektor und wirken auch indirekt auf Unternehmen wie Energy Fuels, die im Spannungsfeld zwischen Uran und kritischen Mineralien agieren.

Aktienkurs: Starke Erholung, hohe Schwankungen

Die Aktie von Energy Fuels hat in den vergangenen zwölf Monaten einen beeindruckenden Sprung hingelegt. Auf Sicht eines Jahres steht ein Plus von rund 246 %, während allein im vergangenen Monat ein Zuwachs von knapp 43 % zu Buche steht.

Am Freitag schloss der Titel bei 18,16 US‑Dollar, ein Minus von 2,31 % auf Tagessicht – nach der vorangegangenen Rally eher eine Verschnaufpause. Bemerkenswert bleibt der Abstand zum 52‑Wochen-Tief von 3,14 US‑Dollar: Ausgehend von diesem Tiefpunkt liegt die Aktie inzwischen fast 480 % höher.

Nächste Katalysatoren und Ausblick

Kurzfristig stehen weitere Nachrichten an, die das Bild vervollständigen sollen. Energy Fuels will in den kommenden Wochen eine separate Machbarkeitsstudie für die Monazitverarbeitung in der White Mesa Mill vorlegen. Diese Analyse dürfte vor allem die nachgelagerte Wertschöpfung und die integrierte Wirtschaftlichkeit von Abbau und Verarbeitung detailliert beleuchten.

Parallel dazu bleibt die operative Entwicklung im Uran- und Mineraliengeschäft im Fokus. Der Q4‑Bericht für 2025, der für Anfang 2026 erwartet wird, wird zusätzliche Einblicke liefern – insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen bereits im Dezember 2025 verkündet hatte, die eigene Prognose für Uranproduktion und -verkäufe im Gesamtjahr übertroffen zu haben. Zusammengenommen könnten diese Faktoren entscheiden, ob die nun vorgelegten Projektzahlen sich auch nachhaltig im Aktienkurs widerspiegeln.

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