HSBC hat Eli Lilly auf „Reduce" herabgestuft — eine seltene Verkaufsempfehlung für einen der meistgeliebten Pharmatitel der Wall Street. Das Kursziel fiel von 1.070 auf 850 Dollar. Die Reaktion war unmittelbar: Die Aktie verlor am Dienstag knapp 6 % und gehörte damit zu den schwächsten Titeln des Tages.

Das Kernargument der Skeptiker

HSBC zweifelt an einer der zentralen Annahmen hinter Lillys Bewertung: der Größe des Marktes für Adipositas-Medikamente. Während der Konsens von einem adressierbaren Marktvolumen von über 150 Milliarden Dollar ausgeht, rechnet HSBC bis 2032 nur mit 80 bis 120 Milliarden Dollar — und erwartet zudem erheblichen Preisdruck im GLP-1-Segment.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Orforglipron, Lillys orale Adipositas-Pille, die im April die FDA-Zulassung erhalten soll. HSBC hält die Markterwartungen für das Medikament für zu optimistisch: Die Abbruchraten in klinischen Studien seien mit den angenommenen Compliance-Werten schlicht nicht vereinbar. Hinzu kommt eine strukturelle Schwäche im Direktzahlungsmodell — fast 80 % der Rezepte für Novo Nordisks orales Wegovy werden laut IQVIA-Daten ohne Versicherung bezahlt. In einem wirtschaftlichen Abschwung könnte diese Gruppe ihre Gesundheitsausgaben schnell zurückfahren.

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Starke Zahlen, hohe Erwartungen

Die operative Realität zeichnet ein anderes Bild. Im vierten Quartal 2025 erzielte Lilly einen Umsatz von 19,29 Milliarden Dollar — ein Plus von 42,6 % gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Konsensschätzungen. Mounjaro und Zepbound verdoppelten ihren Umsatz jeweils mehr als. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen 80 bis 83 Milliarden Dollar an.

Das Problem liegt in der Bewertung. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 43 liegt weit über dem Branchendurchschnitt von 17,4 — und lässt kaum Spielraum für Enttäuschungen. 26 der 30 Analysten, die den Titel abdecken, empfehlen ihn weiterhin zum Kauf. RBC Capital Markets bestätigte erst am 16. März sein „Outperform"-Rating mit Verweis auf den bevorstehenden Orforglipron-Launch.

Entscheidende Wochen

Die FDA-Entscheidung zu Orforglipron im April wird zum unmittelbaren Stimmungstest. Phase-3-Daten zeigen, dass Patienten nach dem Wechsel von injizierbaren Therapien auf die Pille ihr Gewicht halten konnten — ein Befund, der den Markt für injektionsscheue Patienten erheblich ausweiten könnte. Parallel dazu kündigte Lilly Anfang März Investitionen von 3 Milliarden Dollar in China über die nächste Dekade an, um dort Produktionskapazitäten für Orforglipron aufzubauen.

Gemessen an den vergangenen zwölf Monaten hat Lilly seinen Rivalen Novo Nordisk — der im gleichen Zeitraum rund 55 % verlor — klar outperformt. Ob das anhält, entscheidet sich maßgeblich daran, welche Marktprognose sich als realistischer erweist: die bullishen Annahmen des Konsenses oder HSBCs deutlich nüchternere Schätzungen.

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