Die Deutsche Telekom liefert stabile Geschäfte, erhöht voraussichtlich die Dividende und kauft eigene Aktien zurück – doch der Kurs hängt in der Nähe des Jahrestiefs fest. Die Spanne zwischen Analystenzielen und Marktpreis wird damit immer größer und sorgt für wachsenden Erklärungsbedarf. Ob der Markt hier übertreibt oder Risiken einpreist, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, ist die zentrale Frage hinter der aktuellen Seitwärtsbewegung.

Kurs nahe Tief, Analysten deutlich höher

Am Freitag notiert die Aktie bei rund 27,86 Euro und liegt damit nur wenige Prozent über dem 52‑Wochen‑Tief von 26,45 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von knapp 8 Prozent, seit Jahresanfang bewegt sich der Titel dagegen praktisch seitwärts. Der Kurs verläuft damit fast auf Höhe des 50‑Tage‑Durchschnitts von 27,72 Euro, deutlich unter dem 200‑Tage‑Durchschnitt von 29,91 Euro – ein Hinweis auf eine anhaltende Schwächephase.

Auf der Analystenseite ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Mehrere große Häuser sehen teils deutlich höhere Bewertungsniveaus:

  • UBS: Kaufempfehlung („Buy“), Kursziel 35,70 Euro
  • Deutsche Bank Research: Kursziel 42,00 Euro
  • Bernstein Research: „Outperform“, Kursziel 37,00 Euro
  • Durchschnittliches Kursziel: 38,84 Euro
  • Konsens: 8 von 8 aktuellen Einschätzungen lauten auf „Kauf“

Ausgehend vom aktuellen Kurs würde das durchschnittliche Kursziel einem Aufschlag von rund 39 Prozent entsprechen. Während der Markt also knapp 28 Euro zahlt und damit gut 22 Prozent unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 35,78 Euro bleibt, rechnen die Analysten mit einem deutlich höheren fairen Wert.

Stütze durch Aktienrückkäufe

Parallel zu diesen Einschätzungen kauft der Konzern eigene Aktien im größeren Stil zurück. Zwischen dem 5. und 9. Januar 2026 erwarb die Telekom 1.528.261 Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 27,72 Euro. Die Transaktionen sind Teil eines Rückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro.

Wichtige Punkte zum Rückkaufprogramm:

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  • Gekaufte Stückzahl (5.–9. Januar): 1.528.261 Aktien
  • Durchschnittlicher Kaufpreis: 27,72 Euro
  • Programmvolumen: bis zu 2 Mrd. Euro

Der Rückkauf signalisiert, dass das Management das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv einordnet. Gleichzeitig zeigt der durchschnittliche Erwerbspreis nahe am heutigen Kurs, dass selbst diese zusätzliche Nachfrage bislang keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben ausgelöst hat.

Finanzierung und WM-Strategie

Abseits des Börsenkurses arbeitet die Telekom weiter an ihrer Finanzierungsbasis. Am 15. Januar 2026 platzierte der Konzern Anleihen am Schweizer Kapitalmarkt. Aufgrund hoher Nachfrage wurde das Volumen auf insgesamt 480 Millionen Schweizer Franken aufgestockt, aufgeteilt in zwei Tranchen zu 230 und 250 Millionen CHF. Die Laufzeit reicht bis 2041, der Kupon liegt bei 1,57 Prozent. Damit sichert sich das Unternehmen langfristig günstige Konditionen in einem Umfeld schwankender Zinsen.

Strategisch setzt die Telekom zudem auf die Fußball‑Weltmeisterschaft 2026 als Reichweiten- und Wachstumstreiber im TV-Geschäft. Die Streaming‑Plattform MagentaTV, die exklusive Rechte an 44 von 104 WM‑Spielen hält, baut ihr On‑Air‑Team aus und holt unter anderem Laura Wontorra als prominente Moderatorin. Ziel ist es, mit der WM‑Berichterstattung die Attraktivität des Angebots zu steigern und zusätzliche Abonnenten zu gewinnen.

Dividende als Konstante

Für Aktionäre, die auf laufende Erträge setzen, sind die Dividendenperspektiven ein wichtiges Argument. Die Prognosen für die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2025 (zahlbar 2026) wurden angehoben. Erwartet wird derzeit eine Erhöhung von 0,90 Euro auf 1,00 Euro je Aktie.

Bei einem Kurs von 27,86 Euro entspräche dies einer Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent. In Kombination mit einem erwarteten KGV von etwa 12,7 und stabilen Cashflows ergibt sich aus fundamentaler Sicht ein moderat bewerteter Titel mit solider Ausschüttungsbasis.

Fazit: Große Lücke, klares Zeitfenster

Die Telekom-Aktie steckt in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite steht eine im Branchenvergleich günstige Bewertung mit erwarteter Dividendensteigerung, stabiler Finanzierung und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm. Auf der anderen Seite preist der Markt diese Faktoren bislang kaum ein und hält den Kurs in der Nähe des Jahrestiefs.

Kurzfristig rücken damit konkrete Marken und Termine in den Vordergrund. Technisch bleibt der Bereich um die jüngsten Tiefs entscheidend; fundamental dürfte der nächste wichtige Prüfstein der 26. Februar 2026 sein, wenn die Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt werden. Dann wird sich zeigen, ob die bisherigen Erwartungen der Analysten von den tatsächlichen Ergebnissen gedeckt werden – und ob sich die Bewertungslücke zum Kurs zumindest teilweise schließen kann.

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