Die Geopolitik kehrt mit Wucht auf das Parkett zurück und beendet vorerst den Höhenflug der deutschen Finanzwerte. Nach der Ankündigung neuer US-Importzölle fürchten Anleger eine Neuauflage transatlantischer Handelskonflikte, was zu spürbaren Gewinnmitnahmen beim führenden deutschen Geldhaus führt. Während der Kurs nachgibt, warnt die Bank selbst paradoxerweise vor der Verwundbarkeit der amerikanischen Wirtschaft.

  • Der Auslöser: US-Präsident Trump plant ab Februar 2026 Importzölle von 10 Prozent auf Waren aus acht europäischen Staaten.
  • Die Kursreaktion: Die Aktie verlor auf 7-Tages-Sicht 2,94 Prozent und notiert aktuell bei 32,70 Euro.
  • Der Hintergrund: Ein diplomatischer Konflikt um Grönland dient als Begründung für die protektionistischen Maßnahmen.

Protektionismus trifft Exportwirtschaft

Der Hauptgrund für den aktuellen Stimmungswechsel ist die Sorge, dass die exportorientierte europäische Wirtschaft unter den neuen Handelsbarrieren leiden wird. US-Präsident Donald Trump stellte eine spätere Erhöhung der Zölle auf bis zu 25 Prozent in den Raum. Marktbeobachter sehen hierin eine direkte Gefahr für die Bilanzen der finanzierenden Großbanken, sollte die europäische Konjunktur durch diesen Handelskrieg abgewürgt werden.

Nach einer beeindruckenden Rallye von über 74 Prozent in den letzten 12 Monaten nutzen Investoren diese Unsicherheit für Gewinnmitnahmen. Der Abstand zum erst Ende 2025 markierten 52-Wochen-Hoch von 39,66 Euro beträgt inzwischen gut 17 Prozent.

Warnung vor der US-Schuldenfalle

Brisanterweise steht die Deutsche Bank nicht nur als Leidtragende der US-Politik im Fokus, sondern auch als mahnende Stimme. Strategen des Instituts, darunter Jim Reid, bezeichneten die explodierende US-Staatsverschuldung mit einem Defizit von 38 Billionen US-Dollar kürzlich als „Achillesferse“ der Vereinigten Staaten.

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Die Analysten skizzieren ein Szenario, in dem Europa seine Position als wichtiger Gläubiger nutzen könnte. Ein potenzielles „Sell America“-Risiko beziffern die Experten auf 8 Billionen Dollar, sollten europäische Investoren als Reaktion auf die Zölle massiv US-Assets abstoßen. Diese rhetorische Eskalation auf beiden Seiten des Atlantiks sorgt für zusätzliche Nervosität im Sektor.

Fundamentale Bewertung und Charttechnik

Trotz der politischen Störfeuer bleiben die fundamentalen Aussichten stabil. Der Analystenkonsens rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Gewinn von ca. 3,37 Euro je Aktie und einer Dividende von 1,10 Euro. Zudem wird erwartet, dass das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) erstmals seit 2008 wieder stabil über 1 notiert.

Charttechnisch befindet sich der Titel in einer heiklen Phase. Mit einem aktuellen Kurs von 32,70 Euro (Schlusskurs Montag) notiert die Aktie nur noch knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 32,41 Euro. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen.

Entscheidend für die kommenden Wochen wird sein, ob die Marke um 32 Euro verteidigt werden kann. Anleger richten den Blick nun primär auf die kommenden Quartalszahlen, bei denen CEO Christian Sewing beweisen muss, dass die operative Ertragskraft robust genug ist, um den makroökonomischen Gegenwind aus Washington zu kompensieren.

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