Deutsche Bank Aktie: Sewing greift zum Hörer
Christian Sewing musste am Mittwoch persönlich eingreifen. Der Chef der Deutschen Bank griff zum Telefon und rief US-Finanzminister Scott Bessent an – um sich von einem hauseigenen Analystenbericht zu distanzieren. Was war passiert?
Die Fakten im Überblick:
- Deutsche-Bank-Stratege George Saravelos skizzierte ein Szenario: Europäische Investoren könnten als Reaktion auf den Grönland-Streit US-Vermögenswerte abstoßen
- Volumen: Europa hält US-Anleihen und Aktien im Wert von 8 Billionen Dollar
- Sewings Botschaft an Bessent: Die Analyse spiegele nicht die offizielle Position der Bank wider
- Die Aktie drehte nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus
Vom Minus ins Plus
Zunächst belastete die Affäre den Kurs. Zum Xetra-Schluss um 17:30 Uhr stand ein Minus von 0,9 Prozent bei 32,11 Euro auf dem Tableau. Doch dann wendete sich das Blatt: Im späten Handel kletterte die Aktie auf 32,51 Euro – ein Plus von 1,64 Prozent.
Die Kehrtwende hatte jedoch einen zweiten Auslöser. US-Präsident Trump kündigte nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte an, auf die für den 1. Februar geplanten Zölle gegen EU-Länder zu verzichten. Zudem wolle er einen Rahmenvertrag für Grönland anstreben. Der S&P 500 legte daraufhin 1,2 Prozent zu und zog europäische Bankentitel mit.
Ungewöhnlicher Drahtseilakt
Die Episode zeigt die extreme Nervosität im Finanzsektor. Dass ein einzelner Analystenkommentar eine direkte Kommunikation zwischen einem DAX-CEO und dem US-Finanzminister auslöst, ist bemerkenswert. UBS-Chef Sergio Ermotti bezeichnete Wetten gegen US-Assets bereits als "gefährlich" – die Deutsche Bank musste nun beweisen, dass sie auf der richtigen Seite steht.
Das US-Geschäft ist für die Strategie der Deutschen Bank essenziell. Sewings schnelle Reaktion signalisiert den Märkten: Reputationsrisiken in Amerika werden mit höchster Priorität gemanagt. Charttechnisch bildete sich zum Xetra-Schluss zudem ein "Candlestick Hammer" – ein mögliches Umkehrsignal, das die nachbörslichen Gewinne stützten.
Wie geht es weiter?
Die Volatilität dürfte vorerst hoch bleiben. Entscheidend wird, ob die Entspannung im Handelsstreit Bestand hat und die Marke von 33 Euro nachhaltig zurückerobert werden kann. Analysten bleiben gespalten: Das Konsensrating von 17 Experten lautet "Neutral" bei einem durchschnittlichen Kursziel von 32,77 Euro. Die Spanne ist breit – sie reicht von 10,90 bis 42 Euro.
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