Deutsche Bank Aktie: Ambivalentes Bild
Die Deutsche Bank startet mit einer offensiven Kapitalstrategie in das Jahr 2026. Das Management erhöht die geplante Ausschüttungsquote deutlich und bestätigt robuste Vorabzahlen für 2025. Gleichzeitig nehmen Short-Positionen spürbar zu und ein IT-Ausfall zum Jahresende sorgt für Kritik an der technischen Infrastruktur. Wie passt diese Mischung aus fundamentaler Stärke und wachsender Skepsis zusammen?
Kapitalrückgabe und Kennzahlen im Fokus
Im jüngsten Investor-Update zum vierten Quartal 2025 bekräftigte die Bank ihre operative Stärke. Für das Gesamtjahr 2025 stellt das Institut einen Umsatz von rund 32 Milliarden Euro in Aussicht. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) soll die Marke von 10 % übertreffen.
Für Aktionäre besonders wichtig ist die neue Ausschüttungspolitik:
- Ausschüttungsquote 2026–2028: Anhebung auf 60 % des Gewinns
- Rückflüsse 2021–2025: über 8 Milliarden Euro an Anteilseigner
- Erwartete harte Kernkapitalquote (CET1) Ende 2025: rund 14 %
Diese Kombination aus gesteigerter Kapitalrückgabe und solider Kapitalausstattung stützt den Investment-Case, zumal die Aktie in New York mit 38,62 USD nahe am 52‑Wochen-Hoch von 39,78 USD gehandelt wird.
Bewertungsseitig liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 14,26. Im dritten Quartal 2025 erzielte die Bank einen Umsatz von 9,44 Milliarden USD, was die operative Dynamik unterstreicht.
Mehr Leerverkäufe trotz solider Basis
Trotz dieser Daten wächst die Skepsis auf der Short-Seite. An der NYSE stieg das Short Interest bis Mitte Dezember um 24,0 % auf 9,26 Millionen Aktien. Relativ gesehen entspricht dies zwar nur 0,5 % der ausstehenden Anteile, die Dynamik des Aufbaus ist jedoch bemerkenswert.
Die „Days-to-Cover“-Ratio liegt bei 3,8 Tagen und signalisiert ein moderates Eindeckungsrisiko: Ein sprunghafter Kurssprung könnte Short-Seller in Zugzwang bringen, zugleich deutet das Niveau aber nicht auf eine extreme Marktpositionierung hin.
Insgesamt ergibt sich damit ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite robustes Ergebnisprofil und höhere Ausschüttungen, auf der anderen Seite ein deutlicher Zuwachs an Wetten auf fallende Kurse.
IT-Probleme und Wettbewerbsdruck durch Fintechs
Zusätzlichen Druck brachte ein technischer Ausfall kurz vor Jahresende. Am 30. Dezember 2025 kam es zu einem großflächigen Ausfall des Online-Bankings bei der Deutschen Bank sowie bei Postbank und Norisbank. Die Störung wurde am Nachmittag behoben, wirft aber erneut Fragen zur Stabilität der IT-Systeme auf.
Brisant werden diese Probleme vor dem Hintergrund aktueller Aussagen von Antony Jenkins, dem ehemaligen Barclays-Chef. In einer heute veröffentlichten Analyse fordert er eine „radikale Modernisierung“ der Technologie traditioneller Banken, um weitere Marktanteilsverluste an Fintechs wie Monzo oder Revolut zu verhindern. Der jüngste Ausfall liefert Kritikern sogenannter Legacy-Systeme ein weiteres Argument.
Gleichzeitig zeigt sich die Deutsche Bank im Kapitalmarkt-Ausblick offensiv. Die hauseigenen Analysten prognostizieren für 2026 einen Anstieg des S&P 500 auf 8.000 Punkte, was einem Plus von 16,87 % entspräche und die derzeit aggressivste Prognose unter den Großbanken ist. Zum Vergleich: Die Bank of America erwartet 7.100 Punkte. Zudem geht die Bank von einer Rotation institutioneller Gelder aus Kryptowährungen in Gold aus, was das eigene Asset-Management stützen könnte.
Bewertung und Ausblick
Für die Aktie ergibt sich damit eine gemischte Ausgangslage. Auf der positiven Seite stehen:
- Steigende Ausschüttungsquote auf 60 %
- Ziel-RoTE von über 10 %
- Solide CET1-Quote von etwa 14 %
- Umsatzwachstum und ein KGV von 14,26 im marktüblichen Rahmen
Auf der Risikoseite liegen:
- Verwundbarkeit der IT-Infrastruktur, sichtbar im jüngsten Online-Banking-Ausfall
- Struktureller Wettbewerbsdruck durch Fintechs
- Abhängigkeit von einem relativ optimistischen Makroszenario (S&P 500 bei 8.000 Punkten)
Die Analysten-Einschätzungen liegen mehrheitlich bei „Hold“ und spiegeln diese abgewogene Sicht wider. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürften die vorläufigen Jahreszahlen 2025 sein, deren Veröffentlichung für die kommenden Wochen angekündigt ist: Dort wird sich zeigen, ob die Bank ihre Profitabilitätsziele bestätigt und ob es konkrete Aussagen zu IT-Investitionen und Risikokosten gibt.
Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 01. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








