DeFi Technologies Aktie: Jahresstart mit Fragezeichen
DeFi Technologies ist mit einem kräftigen Kursplus ins neue Börsenjahr gestartet – trotz eines weiter schwelenden Rechtsrisikos. Der Kursanstieg wird vor allem vom Umfeld im Krypto-Sektor getragen, während eine Sammelklage in den USA kurz vor einer wichtigen Frist steht. Für Anleger prallen damit Spekulation und juristische Unsicherheit unmittelbar aufeinander.
Neuer Jahresauftakt dank Krypto-Stimmung
Am Freitag, dem 2. Januar, legte die Aktie um mehr als 12 % auf rund 0,85 US-Dollar zu. Das Handelsvolumen erreichte dabei etwa 2,22 Mio. US-Dollar. Konkrete unternehmensspezifische Nachrichten gab es nicht; Auslöser war vor allem die positive Stimmung im weiteren Krypto-Umfeld.
Bitwise Asset Management hatte bei den US-Behörden elf neue Krypto-ETFs beantragt. Diese Meldung löste Käufe in zahlreichen Digital-Asset-Werten aus. DeFi Technologies profitierte dabei von seinen Solana-orientierten Produkten und wurde in den Sog der sektorweiten Nachfrage gezogen.
Wichtige Kennzahlen im Überblick:
- Kursanstieg am 2. Januar: über 12 % auf ca. 0,85 US-Dollar
- Handelsvolumen: rund 2,22 Mio. US-Dollar
- 52-Wochen-Spanne: 0,91 bis 4,95 US-Dollar
- Marktkapitalisierung: etwa 285 bis 408 Mio. US-Dollar
- Performance seit Jahresbeginn: mehr als 60 % im Minus
Trotz des jüngsten Aufschlags bleibt die Aktie damit klar unter Druck, wenn man die Kursentwicklung des vergangenen Jahres betrachtet.
Sammelklage setzt Management unter Druck
Parallel zur Kurserholung spitzt sich die juristische Lage in den USA zu. Mehrere US-Kanzleien bereiten eine Wertpapier-Sammelklage gegen DeFi Technologies vor und werben aktiv um betroffene Investoren. Die Frist zur Benennung des Hauptklägers endet am 30. Januar.
Fokus auf „DeFi Alpha“-Strategie
Der Klagezeitraum umfasst den Abschnitt vom 12. Mai 2025 bis zum 14. November 2025. Die Kläger werfen dem Unternehmen irreführende Aussagen zu seiner „DeFi Alpha“-Arbitragestrategie vor. In der Klageschrift Linkedto Partners LLC v. DeFi Technologies Inc., et al. (No. 25-cv-06637) werden unter anderem folgende Punkte angeführt:
- Verzögerungen bei der Umsetzung der Arbitragestrategie seien verharmlost worden
- Der Wettbewerbsdruck durch andere Digital-Asset-Treasury-Anbieter sei unterschätzt worden
- Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Umsatzprognose 2025 seien nicht ausreichend offengelegt worden
Deutliche Prognosesenkung im November
Besonders kritisch: die Prognosekorrektur im November. Am 13. November 2025 meldete DeFi Technologies einen Umsatzrückgang von nahezu 20 % und senkte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2025 deutlich:
- Ursprüngliche Umsatzprognose 2025: 218,6 Mio. US-Dollar
- Revidierte Prognose 2025: rund 116,6 Mio. US-Dollar
An der Börse löste dies einen markanten Kursrückgang aus:
- Kursreaktion: minus 0,40 US-Dollar je Aktie bzw. 27,59 % über zwei Handelstage
- Schlusskurs am 17. November 2025: 1,05 US-Dollar
Das Unternehmen begründete die Verfehlung mit Verzögerungen bei der Umsetzung der DeFi-Alpha-Arbitragemöglichkeiten. Ursache seien die Zunahme konkurrierender Digital-Asset-Treasury-Gesellschaften und eine engere Handelsspanne bei Digital-Asset-Preisen in der zweiten Jahreshälfte 2025 gewesen.
Jahresendbrief: CEO setzt auf Strategie und Bilanz
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Trotz der juristischen Belastung trat der neue CEO Johan Wattenström zum Jahresende offensiv auf. In einem Aktionärsbrief vom 30. Dezember 2025 skizzierte er die strategischen Fortschritte und die Pläne für 2026.
Solide Finanzbasis
Für die ersten drei Quartale 2025 meldete DeFi Technologies:
- Umsatz von rund 80 Mio. US-Dollar
- Operatives Ergebnis von 39 Mio. US-Dollar
- 165,7 Mio. US-Dollar in Kasse, Zahlungsmitteln und digitalen Treasury-Assets
- 44 Mio. US-Dollar an Venture-Investments
- Keine Finanzverbindlichkeiten
Damit unterstreicht das Management, dass trotz Prognosesenkung und Kursdruck eine Eigenkapital- und Liquiditätsbasis vorhanden ist, auf der sich aufbauen lässt.
Ausbau der Plattform und internationale Expansion
Über die Tochter Valour wurden die Produktangebote deutlich erweitert. Insgesamt sind nun 102 Exchange Traded Products (ETPs) im Markt. 2025 kamen neue Börsenplätze hinzu, darunter:
- London Stock Exchange
- SIX Swiss Exchange
- B3 – Börse São Paulo (Brasilien)
Für 2026 formulierte das Management mehrere Schwerpunkte:
- Start von „Valour Custody“ als eigenständige Geschäftseinheit
- Ausbau dezentraler Marktservices
- Weitere geografische Expansion in Europa, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten
- Skalierung der verwalteten Vermögen (AUM) und des institutionellen Produktangebots
Bewertungsabschlag und Wahrnehmung am Markt
In seinem Schreiben sprach CEO Wattenström explizit von einer „Bewertungslücke“. Per 29. Dezember 2025 lag die Marktkapitalisierung bei rund 285,8 Mio. US-Dollar. Zieht man die liquiden Mittel und Investitionen ab, ergibt sich für das operative Kerngeschäft rechnerisch nur ein Wert von etwa 76,1 Mio. US-Dollar.
Der Analyst Mark Palmer von Benchmark ordnete dies so ein: Der Markt bewerte DeFi Technologies derzeit eher wie ein angeschlagenes Asset, obwohl es sich seiner Ansicht nach um ein profitables, kapitalstarkes und strukturell gut positioniertes Tor zu Digital-Assets handele.
Entscheidender Januar für DeFi Technologies
Für das Unternehmen und seine Aktionäre ist der Januar ein wichtiger Prüfstein. Mit Ablauf der Frist am 30. Januar wird klarer, wie sich die Sammelklage strukturiert und welche Konstellation auf Klägerseite entsteht. Parallel dazu steht das Management in der Pflicht, im ersten Quartal zu zeigen, dass die verzögerten Arbitragestrategien tatsächlich Erträge liefern können.
Die aktuelle Situation ist damit von einem deutlichen Spannungsfeld geprägt: Auf der einen Seite ein kräftiger, stimmungsgetriebener Jahresauftakt der Aktie, auf der anderen Seite ein offener Rechtskonflikt nach einer massiven Prognosesenkung und ein klar benannter Bewertungsabschlag. Wie sich diese Faktoren im Laufe des ersten Quartals auflösen, hängt vor allem von den Fortschritten bei der operativen Umsetzung der DeFi-Alpha-Strategie und dem weiteren Verlauf des US-Verfahrens ab.
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