Der Nahe Osten lässt die Märkte nicht zur Ruhe kommen. Heute Freitag rutscht der DAX spürbar ab – trotz einer erneuten Verlängerung des US-Ultimatums an den Iran. Oder vielleicht gerade deswegen.

Trumps Fristverlängerung bis zum 6. April, verbunden mit Berichten über mögliche 10.000 zusätzliche US-Bodentruppen im Nahen Osten, sorgt bei Anlegern nicht für Erleichterung. Ganz im Gegenteil: Marktbeobachter werten die wiederholten Aufschübe eher als Zeichen zunehmender Ratlosigkeit denn als diplomatischen Fortschritt. Die Folge: Verkaufsdruck vor dem Wochenende. Der DAX notiert zur Mittagszeit bei rund 22.320 Punkten – ein Minus von 1,3 Prozent.

Ölpreis als eigentlicher Taktgeber

Brent-Rohöl zieht heute um rund 2,6 Prozent auf über 110 Dollar je Barrel an und nähert sich damit dem Hoch seit Kriegsausbruch bei rund 120 Dollar. Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert – iranische Milizen haben zuletzt drei Containerschiffen die Passage verweigert. Solange diese Engstelle nicht wieder frei befahrbar ist, bleibt der Ölpreis ein Druckmittel gegen die Märkte.

Gold hingegen profitiert als sicherer Hafen und steigt auf über 4.400 Dollar je Feinunze. Der Euro gibt leicht nach und notiert bei rund 1,1506 Dollar.

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CTS Eventim bricht ein – Chemie stemmt sich dagegen

Größter Verlierer im MDAX ist heute CTS Eventim mit einem Kurseinbruch von fast 20 Prozent. Das Ticketunternehmen hatte zwar 2025 starke Ergebnisse gemeldet und Analystenschätzungen übertroffen – doch der verhaltene Ausblick für 2026 enttäuschte, ebenso wie eine angekündigte Dividendenkürzung. Der Kurs fiel auf den tiefsten Stand seit November 2022.

Jungheinrich verliert rund 5,8 Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller steigerte 2025 zwar Umsatz und Auftragseingang, verdiente operativ aber wegen Sondereffekten deutlich weniger. Der Dividendenvorschlag von 27 Cent je Aktie blieb weit unter den erwarteten 39 Cent.

Lichtblick im DAX: BASF legt rund ein Prozent zu. Morgan Stanley hob das Kursziel für den Chemiekonzern von 52 auf 58 Euro an und bestätigte die positive Einschätzung. Der Hintergrund: Europäische Chemieproduzenten dürften durch die gestörten Rohstofflieferketten weniger stark belastet werden als ihre asiatischen Wettbewerber. Auch Evonik profitiert von dieser Einschätzung und steigt im MDAX um rund 4,5 Prozent – Morgan Stanley stufte den Titel auf „Overweight" hoch mit einem neuen Kursziel von 18 Euro.

Anleger, die ins Wochenende gehen, tun dies mit gemischten Gefühlen. Der DAX bleibt trotz allem noch deutlich über den Tiefpunkten vom Montag, als der Index innerhalb eines Tages um 1.300 Punkte schwankte. Wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt, dürfte den Ton für die kommende Handelswoche setzen.

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