D-Wave Quantum Aktie: Strategischer Zukauf
D-Wave Quantum setzt mit der Übernahme von Quantum Circuits Inc. für 550 Millionen US-Dollar einen markanten strategischen Schritt. Das Unternehmen will sich damit als einziger Anbieter mit sowohl Annealing- als auch Gate-basierten Quantencomputing-Technologien positionieren. Die Aktie gab gestern leicht nach, während der Markt die hohe Bar-Komponente und die Verwässerung durch neue Aktien einpreist.
- Übernahmevolumen: 550 Mio. US-Dollar
- Struktur: 300 Mio. in Aktien, 250 Mio. in bar
- Ziel: Beschleunigter Markteintritt mit Gate-basierten Systemen ab 2026
- Analysten-Konsens: klar positiv, Ø-Kursziel rund 40,56 US-Dollar
Deal-Struktur und strategische Logik
D-Wave kauft das privat gehaltene Quantum Circuits für insgesamt 550 Millionen US-Dollar. Davon entfallen 300 Millionen US-Dollar auf neue D‑Wave-Stammaktien und 250 Millionen US-Dollar auf eine Barzahlung. Der Abschluss wird für Ende Januar erwartet, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Hart-Scott-Rodino-Freigabe und der NYSE-Zulassung der neuen Aktien.
Quantum Circuits bringt spezialisierte Technologien für fehlertolerante, supraleitende Gate-Model-Quantencomputer ein. Zentral ist dabei ein Dual-Rail-Ansatz mit hardwareintegrierter Fehlererkennung, der eine Lücke in D‑Waves bisherigem Produktportfolio schließt.
Laut CEO Alan Baratz verkürzt die Akquisition den Weg zu marktreifen Gate-basierten Systemen deutlich. Das kombinierte Unternehmen will bereits 2026 Produkte und Services in diesem Bereich anbieten, ein erstes Dual-Rail-System soll noch dieses Jahr allgemein verfügbar werden. Quantum-Circuits-CEO Ray Smets betont den Fokus auf „correct-first“, also frühzeitige Fehlerkorrektur als Basis für skalierbare Unternehmensanwendungen.
Analystenreaktionen und Kursziele
Die Analystenhäuser reagieren einhellig positiv auf den Schritt und bestätigen oder erhöhen ihre Kaufempfehlungen.
- Rosenblatt Securities hebt das Kursziel von 40 auf 43 US-Dollar an (Rating: Buy). Begründung ist vor allem der beschleunigte Entwicklungszeitplan.
- Cantor Fitzgerald bestätigt ein Overweight-Rating mit Kursziel 40 US-Dollar und spricht von einer deutlich verkürzten Strecke hin zu skalierbaren, fehlerkorrigierten Gate-Model-Systemen.
- Wedbush bezeichnet Quantum Circuits als „starken Partner“, hält an Outperform mit Kursziel 35 US-Dollar fest (eingeführt im Dezember 2025).
Im Konsens bleiben 13 Analysten klar optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 40,56 US-Dollar und signalisiert ausgehend vom gestrigen Schlusskurs ein Aufwärtspotenzial von über 30 Prozent.
Finanzielle Auswirkungen
Bilanz und Verwässerung
D-Wave geht aus einer soliden Liquiditätsposition in die Transaktion. Ende 2025 lagen die Barmittel bei über 800 Millionen US-Dollar. Damit ist die Bar-Komponente von 250 Millionen US-Dollar gut abgedeckt, ohne die konservative Verschuldungsquote (Debt-to-Equity von 0,05) wesentlich zu verändern.
Die Aktienkomponente von 300 Millionen US-Dollar führt jedoch zu Verwässerung. Auf Basis des Schlusskurses von 29,28 US-Dollar am gestrigen Handelstag entspricht dies rund 10,2 Millionen neuen Aktien.
Umsatzdynamik und Bewertung
Operativ wächst D-Wave, bleibt aber klar in der Aufbauphase. Im dritten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 3,74 Millionen US-Dollar, ein Plus von etwa 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Zwölfmonatsbasis erzielt das Unternehmen 24,14 Millionen US-Dollar Umsatz – bei einer Marktkapitalisierung von 10,6 Milliarden US-Dollar. Daraus ergibt sich ein sehr hoher Price-to-Sales-Faktor von 353.
Für 2026 erwarten Analysten Erlöse von 41,8 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 61 Prozent gegenüber 2025 entsprechen würde. Trotzdem rechnen die Konsensschätzungen weiter mit einem Verlust von 0,19 US-Dollar je Aktie im laufenden Jahr.
Kursreaktion und Chartbild
Jüngste Kursentwicklung
Die Aktie schloss gestern 3,05 Prozent tiefer bei 29,28 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag mit rund 38,5 Millionen Papieren leicht unter dem Durchschnitt von 42,5 Millionen. Auf Sicht seit Jahresbeginn bleibt das Papier knapp 12 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatsbasis steht ein Anstieg von rund 380 Prozent.
Charttechnisch notieren die Titel weiter über ihrer 50- und 200-Tage-Linie. Trotz des Rücksetzers nach der Ankündigung bleibt damit ein grundsätzlich positives technisches Bild bestehen. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 3,74 bis 46,75 US-Dollar.
Im vorbörslichen Handel heute zeigt sich eine leichte Stabilisierung: QBTS wird bei 29,35 US-Dollar und damit 0,31 Prozent über dem Vortagesschluss gehandelt.
Wettbewerbssituation und Integration
Vorteil durch Dual-Plattform
Mit der Übernahme verschafft sich D-Wave eine besondere Position im Markt. Während Wettbewerber wie IonQ (Ionenfallen) oder Rigetti Computing (supraleitende Gate-Model-Systeme) primär auf eine Technologie setzen, kombiniert D-Wave künftig Quantenannealing und Gate-Model-Architekturen.
Annealing-Systeme sind bereits heute kommerziell einsetzbar und besonders bei Optimierungsaufgaben gefragt. Gate-Model-Systeme gelten dagegen als Schlüssel für komplexere Quantenalgorithmen. Das kombinierte Angebot erweitert damit die adressierbaren Anwendungsfälle und Kundengruppen.
Team und Standort
Das Team von Quantum Circuits inklusive Mitgründer Rob Schoelkopf schließt sich D-Wave an. In New Haven, Connecticut, entsteht ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Schoelkopf zählt zu den führenden Wissenschaftlern im Bereich supraleitender Quantenphysik und Circuit-QED.
Nächste Meilensteine und Risiken
Kurzfristige Katalysatoren
Ende Januar stehen gleich zwei wichtige Ereignisse an. Zum einen soll der Dealabschluss noch im Laufe des Monats erfolgen – vorbehaltlich der HSR-kartellrechtlichen Freigabe und der NYSE-Listung der neuen Aktien. Zum anderen richtet D-Wave am 27. und 28. Januar seine Qubits-2026-Konferenz in Boca Raton aus. Dort will das Management den gemeinsamen Produktfahrplan und den beschleunigten Weg zu fehlertoleranten Gate-Model-Systemen konkretisieren.
Umsetzungsrisiken
Dem positiven Analystenbild steht eine anspruchsvolle Bewertung gegenüber, die wenig Raum für Verzögerungen lässt. Zu den zentralen Risiken zählen die technische und organisatorische Integration von Quantum Circuits, die Einhaltung der ambitionierten Zeitpläne für marktreife Gate-basierte Systeme sowie das noch geringe Umsatzniveau der gesamten Quantencomputing-Branche. Einige Marktbeobachter verweisen darauf, dass breit nutzbare Anwendungen für viele Unternehmen weiterhin Jahre entfernt sein könnten.
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