Die CSL-Aktie erlebte am Mittwoch einen dramatischen Einbruch und fiel auf 150,21 Australische Dollar – den niedrigsten Stand seit Februar 2018. Der Kurssturz von zeitweise 12,4 Prozent erfolgte nach der Veröffentlichung enttäuschender Halbjahreszahlen und einem überraschenden Führungswechsel.

Gewinneinbruch von 81 Prozent schockt Anleger

Der australische Biopharmakonzern meldete für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. Dezember 2025) einen Nettoverlust nach Steuern von 81 Prozent auf 401 Millionen Dollar. Verantwortlich dafür waren einmalige Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen in Höhe von rund 1,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn sank immerhin noch um 7 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.

Die Umsatzerlöse gingen währungsbereinigt um 4 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar zurück. Besonders stark betroffen war die Sparte CSL Behring mit einem Umsatzminus von 7 Prozent. Hier machten sich vor allem die schwächeren Verkäufe von Immunglobulinen und Albumin bemerkbar – beides Kernprodukte des Unternehmens.

Medicare-Reform und China-Politik belasten Kerngeschäft

Die Probleme sind hausgemacht und gleichzeitig extern verursacht. In den USA setzten die Medicare-Part-D-Reformen dem Immunglobulin-Geschäft zu und kosteten etwa 100 Basispunkte Bruttomarge. Gleichzeitig führten Kostenkontrollmaßnahmen der chinesischen Regierung zu einem deutlichen Rückgang der Albumin-Verkäufe im wichtigen China-Geschäft.

CSL reagierte mit der Ausweitung der Vertriebsmannschaft in China und einer exklusiven Partnerschaft mit dem lokalen Händler Beheil Medical für den privaten Einzelhandelsmarkt. Chief Commercial Officer Andy Schmeltz zeigte sich zuversichtlich, dass diese Maßnahmen bereits Wirkung zeigen: In den letzten drei Monaten habe man positive Signale gesehen.

Führungswechsel mitten in der Krise

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Nur einen Tag vor der Zahlenvorlage hatte CSL den sofortigen Rücktritt von CEO Paul McKenzie nach knapp drei Jahren im Amt bekannt gegeben. Als Interims-Chef wurde Gordon Naylor berufen, ein 33-jähriger Veteran des Unternehmens, der erst im Dezember als Aufsichtsrat zurückgekehrt war.

Naylor machte deutlich, dass er die Verantwortung für die aktuelle Lage übernimmt: "Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass wir es nicht besser machen können, und ich sehe Möglichkeiten dafür." Er plant, für etwa ein Jahr im Amt zu bleiben, während der Vorstand nach einem dauerhaften Nachfolger sucht.

Ambitionierte Ziele für die zweite Jahreshälfte

Trotz der schwachen ersten Jahreshälfte hält CSL an seiner Jahresprognose fest. Das Management erwartet für das zweite Halbjahr ein zweistelliges Wachstum bei Immunglobulinen, getrieben durch die erweiterte Vertriebsmannschaft in den USA und verstärkte Marketingmaßnahmen. Auch bei Albumin in China rechnet man mit einer deutlichen Erholung.

Finanzchef Ken Lim betonte, dass das Transformationsprogramm bereits 60 Prozent der für 2026 angestrebten Kosteneinsparungen von 100 Millionen Dollar erreicht habe. Bis 2028 peilt CSL jährliche Einsparungen von 550 Millionen Dollar an. Die starke Bilanz ermöglichte zudem eine Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms von 500 auf 750 Millionen Dollar.

Dennoch bleiben erhebliche Herausforderungen: Der Wettbewerbsdruck bei KCENTRA, der Patentablauf für Injectafer im Geschäftsjahr 2027 und regulatorische Unsicherheiten bei TAVNEOS in Europa. Für Anleger wird entscheidend sein, ob die versprochene Wende im zweiten Halbjahr tatsächlich gelingt.

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