Covestro Aktie: Rückzug eingeleitet
Covestro macht ernst mit dem Abschied von der großen Börsenbühne. Der Kunststoffkonzern hat am Donnerstag den Wechsel vom streng regulierten Prime Standard in den General Standard beantragt. Für die verbliebenen Aktionäre ist dies ein weiteres, klares Signal: Die Ära der Eigenständigkeit unter dem neuen Eigentümer ADNOC neigt sich dem Ende zu, der Fokus liegt nun fast ausschließlich auf der Abfindung.
Das Wichtigste in Kürze:
* Segmentwechsel: Antrag auf Rückzug aus dem Prime Standard gestellt.
* Hintergrund: ADNOC hält bereits über 95 Prozent der Anteile.
* Kursreaktion: Aktie stabil bei 60,36 Euro.
* Nächster Termin: Hauptversammlung am 15. April 2026 entscheidet über Squeeze-Out.
Weniger Pflichten, gleiche Handelbarkeit
Der Schritt kommt nicht überraschend, sondern folgt der Logik der Übernahme. Da der Ölkonzern aus Abu Dhabi (über die Tochter XRG) mittlerweile mehr als 95 Prozent der Anteile kontrolliert, ist der Streubesitz verschwindend gering geworden. Die hohen Transparenzpflichten des Prime Standard – wie etwa englischsprachige Berichterstattung und Quartalsmitteilungen – verursachen Kosten und Aufwand, die für ein Unternehmen fast ohne freien Handel nicht mehr gerechtfertigt sind.
Für Anleger ändert sich an der Handelbarkeit zunächst nichts. Die Aktie bleibt im regulierten Markt (General Standard) notiert. Der Widerruf der Prime-Standard-Zulassung wird voraussichtlich drei Monate nach der offiziellen Entscheidung der Börsengeschäftsführung wirksam.
Der Markt reagierte gelassen auf die administrative Anpassung. Die Covestro-Aktie beendete den Handel gestern bei 60,36 Euro. Das Papier hat sich längst vom operativen Tagesgeschäft abgekoppelt und bewegt sich in einer engen Spanne, gestützt durch die Erwartung der Barabfindung. Charttechnische Indikatoren wie der RSI von 30,3 oder der 200-Tage-Durchschnitt spielen in dieser Sondersituation kaum noch eine Rolle für die Bewertung.
Warten auf den Squeeze-Out
Die Herabstufung des Börsensegments ist lediglich das Vorspiel für den endgültigen Börsenabschied. Da die Schwelle von 95 Prozent überschritten ist, läuft bereits das Verfahren zum sogenannten Squeeze-Out. Dabei werden die verbliebenen Minderheitsaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt.
Die Höhe dieser Abfindung ist nun die einzige Variable, die den Kurs noch maßgeblich beeinflussen könnte. Operative Kennzahlen treten in den Hintergrund. Einen letzten detaillierten Blick in die Bücher gewährt der Konzern mit dem Geschäftsbericht 2025 am 26. Februar.
Final besiegelt wird der Ausschluss der Minderheitsaktionäre voraussichtlich auf der ordentlichen Hauptversammlung am 15. April 2026. Dort soll der Beschluss zur Übertragung der restlichen Aktien auf den Hauptaktionär XRG gefasst werden. Bis zur Festlegung der gutachterlich geprüften Abfindungshöhe dürfte der Kurs weiterhin kaum Volatilität zeigen.
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