Der Leverkusener Spezialchemie-Konzern hat eine entscheidende Zäsur hinter sich: Anfang Dezember wurde die Übernahme durch XRG P.J.S.C. (ehemals ADNOC International) vollzogen. Mit einem Anteil von 95,1 Prozent ist der Streubesitz auf unter fünf Prozent geschrumpft. Die vereinbarte Kapitalerhöhung von 1,17 Milliarden Euro ist abgeschlossen – und soll nun die "Sustainable Future"-Strategie finanzieren.

Die wichtigsten Entwicklungen:
- XRG hält 95,1 Prozent der Covestro-Aktien nach erfolgreichem Closing
- Kapitalerhöhung von 1,17 Milliarden Euro wurde im Dezember umgesetzt
- Grundkapital erhöht sich auf 207,9 Millionen Euro
- Streubesitz beträgt nur noch etwa 4,9 Prozent

Führungswechsel prägt den Jahresabschluss

Innerhalb weniger Tage gab es zwei bedeutende Personalentscheidungen: Am 20. Dezember übernahm Dr. Rainer Seele den Aufsichtsratsvorsitz von Dr. Richard Pott, der nach langjähriger Tätigkeit zurücktrat. Zwei Tage zuvor hatte das Unternehmen bereits bekanntgegeben, dass CFO Christian Baier nach Ablauf seines Vertrags auf eigenen Wunsch ausscheidet.

CEO Dr. Markus Steilemann führt das operative Geschäft weiter, der Hauptsitz bleibt in Leverkusen. Die Autonomie des Unternehmens soll trotz der neuen Eigentümerstruktur erhalten bleiben.

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Schwaches operatives Umfeld belastet

Das Zahlenwerk für 2025 spiegelt die anhaltenden Herausforderungen im Chemiesektor wider. Im dritten Quartal lag das EBITDA bei 242 Millionen Euro – ein Rückgang von 15,7 Prozent. Die Jahresprognose musste mehrfach nach unten korrigiert werden und liegt nun bei 700 bis 800 Millionen Euro EBITDA.

Verantwortlich dafür sind schwache Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten, Preisdruck durch asiatische Wettbewerber und ein Brand in Dormagen, der einen dreistelligen Millionenschaden verursachte.

Strategische Ausrichtung mit neuem Eigentümer

XRG, eine Investmentgesellschaft mit einem Unternehmenswert von 150 Milliarden US-Dollar, will Covestro als Plattform für sein Performance Materials und Specialty Chemicals-Geschäft nutzen. Im Fokus stehen die Skalierung der Kreislaufwirtschafts-Ambitionen, digitale Transformation durch KI und Quantencomputing sowie Wachstumssektoren wie Mobilität, Bau und Elektronik.

Am 5. Mai 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Das Moody's-Rating liegt bei Baa2 mit stabilem Ausblick. Mit der Kapitalspritze verfügt der Konzern über zusätzliche Mittel für Investitionen – ob diese ausreichen, um die operative Schwäche zu überwinden, wird sich zeigen müssen.

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