Die Tage der Covestro-Aktie im regulären Börsenhandel sind gezählt. Nach der erfolgreichen Übernahme durch Adnoc hat der Chemiekonzern nun auch formal den Rückzug aus dem Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse eingeleitet. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre verliert das operative Geschäft damit an Bedeutung – der Fokus verschiebt sich vollständig auf die Höhe der kommenden Barabfindung.

  • Status: Adnoc hält rund 95,1 % der Anteile
  • Aktueller Kurs: 60,74 € (Schlusskurs Freitag)
  • Nächster Schritt: Wechsel in den General Standard beantragt
  • Ziel: Squeeze-out der verbliebenen Aktionäre

Rückzug als Vorbote des Squeeze-out

Der am 22. Januar 2026 gestellte Antrag zum Wechsel vom Prime Standard in den General Standard ist mehr als eine reine Formalität. Das Unternehmen reduziert damit die hohen Kosten und den administrativen Aufwand, die mit den strengen Transparenzpflichten des Prime Standard verbunden sind. Da der Großaktionär Adnoc über die Tochtergesellschaft XRG P.J.S.C. bereits die absolute Kontrolle besitzt, ist die öffentliche Berichterstattung in ihrer bisherigen Form nicht mehr notwendig.

Marktbeobachter werten diesen Schritt als klare Vorbereitung auf das unvermeidliche Ende der Börsennotierung. Der sogenannte Squeeze-out, also das rechtlich erzwingbare Herausdrängen der restlichen Kleinaktionäre gegen eine Abfindung, befindet sich in der finalen Vorbereitungsphase.

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Aktie im Wartemodus

Das charttechnische Bild spiegelt diese Sondersituation wider. Die Covestro-Aktie hat sich weitgehend vom Gesamtmarkt und branchenspezifischen Nachrichten abgekoppelt. Mit einem Schlusskurs von 60,74 € notiert das Papier stabil und zeigt kaum noch Eigenleben. Die geringe Volatilität und ein RSI von 30,3 verdeutlichen, dass hier keine spekulativen Kräfte mehr wirken, sondern der Markt lediglich auf das offizielle Abfindungsangebot wartet.

Operative Meldungen oder Schwankungen im Chemiesektor prallen am Kurs ab. Die Bewertung der Aktie wird derzeit fast ausschließlich durch die Spekulation auf die Höhe der finalen Barabfindung gestützt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 66,00 € ist in diesem Kontext weniger relevant als die Stabilität der aktuellen Notierung.

Diese Termine entscheiden

Für Anleger ist der Kalender nun wichtiger als die Bilanzkennzahlen. Der weitere Fahrplan ist durch zwei zentrale Daten definiert:

  1. 26. Februar 2026: Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2025. Die hier präsentierten Zahlen bilden eine wesentliche Grundlage für die Unternehmensbewertung und damit für die Kalkulation der Abfindungshöhe.
  2. 15. April 2026: Ordentliche Hauptversammlung. An diesem Tag soll der formale Beschluss zum Squeeze-out gefasst werden.

Bis zur Hauptversammlung im April dürfte der Kurs in seiner aktuellen Erstarrung verharren. Mit dem dort erwarteten Beschluss endet die Börsengeschichte von Covestro auch rechtlich, womit für die verbliebenen Aktionäre lediglich die Prüfung des dann fixierten Abfindungsangebots relevant bleibt.

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