Covestro tritt nach der Übernahme durch ADNOCs Investmentarm XRG mit einem klaren Signal auf die Bühne der CES 2026: Der Konzern will seine Zukunft über nachhaltige Hochleistungsmaterialien definieren. Parallel greifen neue Eigentümerstrukturen, frisches Kapital und ambitionierte Klimaziele ineinander – während das operative Geschäft weiter unter einem schwachen Marktumfeld leidet. Gelingt es, den strategischen Umbau schneller voranzutreiben als die Konjunktur bremst?

CES 2026: Nachhaltige Materialinnovation im Fokus

Auf der Technologiemesse CES 2026 in Las Vegas präsentiert Covestro erstmals unter XRG/ADNOC-Dach seine Ausrichtung auf klimafreundlichere Werkstoffe. Im Zentrum steht eine strategische Kooperation mit dem Energiespeicher-Spezialisten BLUETTI.

Kern der Partnerschaft ist das neue Modell Elite 100 V2, dessen Batteriegehäuse aus Bayblend® RE Polycarbonat von Covestro gefertigt wird. Das Material enthält 25 Prozent biobasierte Rohstoffe und senkt laut zertifizierter Lebenszyklusanalyse den CO₂-Fußabdruck des Gehäuses um mehr als 20 Prozent gegenüber herkömmlichem Polycarbonat.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Weltweiter Marktstart des BLUETTI Elite 100 V2 am 7. Januar 2026
  • Einsatz von Bayblend® RE mit 25 % biobasierten Rohstoffen
  • Rückverfolgung der Rohstoffe über zertifizierte Massenbilanz-Methodik
  • Farb- und Designvielfalt durch Covestros CMF-Technologie (Color, Material, Finish)

Mit der Kombination aus Nachhaltigkeit, Designfreiheit und zertifizierter Rückverfolgbarkeit positioniert sich Covestro gezielt in wachstumsstarken Anwendungen rund um Energiespeicher und Elektronik.

Neue Eigentümer, neues Führungssetup

Seit dem 10. Dezember 2025 ist Covestro offiziell Tochtergesellschaft von XRG P.J.S.C., dem globalen Investmentarm von ADNOC. Das Übernahmeangebot lag bei rund 11,7 Milliarden Euro beziehungsweise 62 Euro je Aktie.

An der Spitze der Unternehmensaufsicht gab es bereits einen markanten Wechsel: Rainer Seele, Präsident für Chemie bei XRG und früherer CEO des österreichischen Energiekonzerns OMV, übernahm am 20. Dezember 2025 den Vorsitz des Aufsichtsrats von Richard Pott. Mit dieser Personalie wird die strategische Neuausrichtung unter der neuen Eigentümerstruktur sichtbar hinterlegt.

Auf der Vorstandsebene kündigte CFO Christian Baier seinen Abschied für September 2026 an. Er verlässt das Unternehmen nach Ablauf seines Vertrags auf eigenen Wunsch. Damit steht mittelfristig auch die Finanzführung vor einer Neuaufstellung.

Kapitalerhöhung und Klimaziele

Zur Umsetzung der Transformationsstrategie wurde eine vereinbarte Kapitalerhöhung in Höhe von 1,17 Milliarden Euro planmäßig abgeschlossen. Die Mittel fließen direkt in die „Sustainable Future“-Strategie des Konzerns.

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Im Zentrum stehen klare Klimaziele:

  • Klimaneutralität bei Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2035
  • Klimaneutralität bei Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette bis 2050

Die CES-Kooperation mit BLUETTI und der Einsatz biobasierter Rohstoffe zahlen direkt auf diese Ziele ein und verdeutlichen, dass die zusätzlichen Finanzmittel in konkrete Dekarbonisierungsprojekte und nachhaltige Produkte münden sollen.

Asien-Ausbau: ISCC-PLUS-Zertifizierung in Taiwan

Parallel zu den Messeauftritten meldet Covestro einen wichtigen Schritt im asiatisch-pazifischen Raum. Der Standort Pingtung in Taiwan erhielt im Dezember 2025 die ISCC-PLUS-Zertifizierung und ist damit der erste zertifizierte Pulverlackharz-Standort des Konzerns in der Region.

Von dort aus beliefert das Werk Kunden in den Segmenten:

  • Baumaterialien
  • Automobilindustrie
  • Elektronik

Die dort produzierten kohlenstoffarmen Pulverlackharze sind rückverfolgbar und ermöglichen asiatischen Abnehmern kürzere Lieferwege – mit entsprechend geringeren CO₂-Fußabdrücken der Endprodukte. Für Covestro ist das ein Baustein, um seine Nachhaltigkeitsstrategie global zu verankern und lokale Versorgung in Wachstumsmärkten zu sichern.

Operatives Umfeld bleibt schwierig

Trotz strategischer Fortschritte bleibt das operative Umfeld anspruchsvoll. Im dritten Quartal 2025 ging der Umsatz um 12,0 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA fiel um 15,7 Prozent auf 242 Millionen Euro. Bereits am 11. Juli 2025 hatte Covestro seine Jahresprognose für EBITDA, Free Operating Cash Flow und ROCE wegen der anhaltend schwachen Weltkonjunktur nach unten angepasst.

Für das Geschäftsjahr 2024 wies der Konzern einen Umsatz von 14,2 Milliarden Euro aus. Die Zahlen zeigen: Die globale Nachfrage nach Polymerlösungen ist spürbar unter Druck, während bestehende Kapazitäten und Fixkostenstrukturen weiter belastend wirken.

Kursbild und Einordnung

An der Börse spiegelt sich der Übergang in die neue Eigentümer- und Strategiephase bislang in einer stabilen Entwicklung wider. Die Aktie notiert heute bei 66,00 US‑Dollar und damit auf ihrem 52‑Wochen-Hoch. Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 54,62 US‑Dollar ergibt sich ein Abstand von gut 20 Prozent, während der 50‑Tage-Durchschnitt bei 60,94 US‑Dollar liegt.

Der jüngste Anstieg von rund 11 Prozent auf 30‑Tage-Sicht deutet darauf hin, dass der Markt die abgeschlossene Übernahme und die klarer erkennbare Nachhaltigkeitsstrategie honoriert, auch wenn das operative Geschäft noch unter dem globalen Konjunkturumfeld leidet.

Fazit: Strategische Weichen gestellt, Umsetzung entscheidet

Covestro bündelt derzeit mehrere entscheidende Entwicklungen: neue Eigentümerstruktur, frisches Kapital, konkrete Projekte für nachhaltige Materialien und eine internationale Ausweitung zertifizierter Produktionskapazitäten. Gleichzeitig bremsen die schwache Weltkonjunktur und rückläufige Kennzahlen die kurzfristige Dynamik.

Für die kommenden Quartale wird maßgeblich sein, in welchem Tempo Kooperationen wie mit BLUETTI, die Klimastrategie „Sustainable Future“ und der Ausbau in Asien messbar in stabilere Margen und Ertragskraft übersetzt werden können – vor allem jetzt, da die Aktie bereits nahe am Jahreshoch notiert.

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