Die Kassen sind voll, die operativen Gewinne markieren Rekorde und die Mitarbeiterzufriedenheit ist auf einem Höchststand. Doch mitten in diese Euphorie platzt eine Nachricht, die Anleger am Wochenende nervös macht: BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, hat seine Anteile an der Commerzbank reduziert. Handelt es sich hierbei lediglich um rationales Kalkül nach einer atemberaubenden Kursrallye oder wissen die Profi-Investoren mehr über das begrenzte Potenzial der Aktie?

Der Gigant macht Kasse

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: BlackRock hat seine Gesamtbeteiligung (inklusive Finanzinstrumente) von 6,66 Prozent auf 6,34 Prozent gesenkt. Was auf den ersten Blick nach einer kosmetischen Korrektur aussieht, ist ein klassisches Signal an den Markt. Institutionelle Investoren nutzen Phasen der Stärke oft, um Gewinne zu realisieren – und Stärke hat die Commerzbank-Aktie im Jahr 2025 zweifellos gezeigt.

Mit einem Schlusskurs von 33,90 Euro am Freitag notiert das Papier zwar leicht unter seinem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro, blickt aber auf eine phänomenale Performance zurück. Ein Zuwachs von fast 119 Prozent seit Jahresanfang (YTD) verleitet selbst langfristige Investoren dazu, "Chips vom Tisch zu nehmen". Dass BlackRock genau jetzt den Verkaufsknopf drückt, könnte bedeuten, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis auf diesem Niveau neu bewertet wird.

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Altlasten bereinigt, Rekorde im Blick

Parallel zum Teilrückzug des Großinvestors räumt die Bank ihre juristischen Altlasten auf. Das Institut bestätigte Zahlungen von rund 10 Millionen Euro an 40.000 Kunden. Hintergrund sind unrechtmäßig erhobene "Verwahrentgelte" (Negativzinsen). Auch wenn die Summe angesichts der aktuellen Gewinnsituation kaum ins Gewicht fällt, schließt sie ein lästiges Kapitel ab, das die Branche seit der Zinswende belastete.

Fundamental steht die Bank so gut da wie lange nicht. Erst im dritten Quartal übertraf der Vorsteuergewinn die Milliardengrenze, und selbst die interne Stimmung – oft ein Frühindikator für den Unternehmenserfolg – erreichte mit 76 Punkten im Engagement-Index einen neuen Spitzenwert.

Die Faktenlage im Überblick:

  • Rallye-Modus: Die Aktie legte in den letzten 12 Monaten um satte 134,20 % zu.
  • Widerstand: Der Kurs kämpft aktuell mit der Marke um 34 Euro.
  • BlackRock-Move: Reduzierung der Stimmrechte auf 5,45 % (Gesamtbeteiligung 6,34 %).
  • Trendstärke: Der Kurs notiert trotz leichtem Rücksetzer noch immer 6,14 % über dem 50-Tage-Durchschnitt.

Ausblick: Konsolidierung oder Trendbruch?

Die entscheidende Frage für die kommende Woche lautet: Folgen weitere Großanleger dem Beispiel von BlackRock? Sollte der Markt den Anteilsverkauf lediglich als gesunde Gewinnmitnahme interpretieren, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Die charttechnische Unterstützung durch die gleitenden Durchschnitte ist massiv, doch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von über 18 Prozent mahnt zur Vorsicht vor einer möglichen Überhitzung.

Für Anleger gilt es nun, die Marke von 34 Euro genau im Auge zu behalten. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben wäre der Beweis, dass die Bullen trotz der Gewinnmitnahmen des Marktführers weiterhin das Steuer fest in der Hand halten.

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