Die M&A-Fantasie, die den Kurs zuletzt getrieben hat, erhält einen herben Dämpfer. UniCredit-CEO Andrea Orcel äußerte sich deutlich skeptisch zu einem zeitnahen Zusammenschluss und verwies auf die Diskrepanz bei der Bewertung. Für Anleger, die auf einen schnellen Deal mit Übernahmeprämie gesetzt hatten, ändert sich die Ausgangslage damit grundlegend.

Bewertungslücke bremst Ambitionen

Der Kern des Problems liegt in den fundamentalen Kennzahlen. Orcel bezeichnete die aktuelle Bewertung der Commerzbank als zu ambitioniert, um einen Deal vor seinen eigenen Aktionären zu rechtfertigen. Während die Commerzbank zuletzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 14 gehandelt wurde, liegt die UniCredit selbst nur bei einem Wert von etwa 10,6.

Diese Bewertungslücke macht eine Übernahme aus Sicht der Italiener derzeit finanziell unattraktiv. Der Markt preist nun zunehmend ein Szenario ein, in dem die Commerzbank vorerst eigenständig bleibt und die Konsolidierung im europäischen Bankensektor ins Stocken gerät.

Charttechnik und Kursreaktion

Die Reaktion der Marktteilnehmer ließ nicht auf sich warten. Die Aktie gab nach den Aussagen nach und schloss am Mittwoch bei 34,90 Euro. Auf Wochensicht verzeichnet das Papier damit ein Minus von 4,12 %.

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Charttechnisch wird die Luft dünner: Der Kurs nähert sich gefährlich dem 50-Tage-Durchschnitt von 34,54 Euro an. Sollte diese Unterstützung fallen, könnte sich der kurzfristige Abwärtstrend beschleunigen, da auch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom 24. Dezember mittlerweile über 16 % beträgt.

Operative Stärke statt Übernahme

Abseits der Spekulationen liefert das Frankfurter Geldhaus jedoch operative Fakten. Das Management hat das Aktienrückkaufprogramm (Share Buyback 2025/II) mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro vorzeitig beendet. Ursprünglich bis Februar 2026 geplant, wurde das Programm aufgrund hoher Nachfrage bereits im Dezember 2025 abgeschlossen.

Die Implikationen für Aktionäre:
* Wegfallende Stütze: Die direkte Nachfrage durch das unternehmenseigene Rückkaufprogramm entfällt ab sofort.
* Versprechen gehalten: Die Bank setzt ihre Strategie der konsequenten Kapitalrückgabe um.
* Ausschüttungsfokus: Das Ziel bleibt eine Ausschüttungsquote von rund 100 % des Nettoergebnisses für das Geschäftsjahr 2025.

Ohne den Rückenwind durch Übernahmegerüchte und eigene Aktienkäufe rücken nun die operativen Zahlen in den Mittelpunkt. Entscheidend wird der 11. Februar 2026: An diesem Termin präsentiert die Commerzbank ihre vorläufigen Jahresergebnisse. Nur überzeugende Zahlen und ein konkreter Ausblick auf die Dividendenhöhe werden das Vertrauen der Anleger nachhaltig stabilisieren können.

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