Während der DAX heute ein Rekordhoch nach dem anderen markiert, legt die Commerzbank-Aktie den Rückwärtsgang ein. Auslöser ist kein Bilanzschock, sondern ein Dämpfer bei den Übernahmespekulationen rund um UniCredit. Damit rückt der Kurs wieder stärker auf die eigenen Fundamentaldaten statt auf Fusionshoffnungen in den Fokus.

Deutliche Schwäche trotz Rekord-DAX

Die Aktie schloss heute bei 34,90 Euro und verlor damit spürbar an Boden, obwohl der Gesamtmarkt weiter zulegte. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von 3,32 %, seit Jahresbeginn liegt die Performance bei -4,12 %.

Damit setzt sich eine auffällige Diskrepanz fort: Während der DAX zuletzt ein neues Allzeithoch über 25.000 Punkten erreichte, hinkt der Titel hinterher. Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 41,58 Euro beträgt inzwischen gut 16 %. Gleichzeitig liegt der Kurs aber noch immer rund 116 % über dem 52‑Wochen-Tief von 16,14 Euro – der mittelfristige Aufwärtstrend ist also nicht komplett gebrochen, auch wenn der Schwung nachlässt.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe ihrem 50‑Tage-Durchschnitt von 34,54 Euro, der RSI von 45,6 signalisiert weder eine akute Überkauf- noch eine Überverkauft-Situation. Die erhöhte 30‑Tage-Volatilität von gut 69 % unterstreicht jedoch, wie nervös der Handel aktuell ist.

UniCredit bremst Übernahmefantasie

Der Kern der aktuellen Schwäche liegt im europäischen Bankensektor und den Erwartungen an eine weitere Konsolidierung. UniCredit-Chef Andrea Orcel hat die Spekulationen um eine zeitnahe Übernahme deutlich abgekühlt. Seine Aussagen machten klar: Ein schneller Zusammenschluss mit der Commerzbank ist vorerst nicht zu erwarten.

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Für den Markt hat das direkte Folgen:

  • Ein Teil der zuvor eingepreisten M&A-Prämie fällt weg
  • Kurzfristig orientierte Investoren nehmen Gewinne mit oder steigen aus
  • Die Bewertung orientiert sich wieder stärker am laufenden Geschäft
  • Der Kurs reagiert sensibel auf die veränderte Erwartungshaltung

Die Aktie hatte in den vergangenen Monaten spürbar von Fusionsfantasien profitiert. Fällt dieser Treiber weg, werden klassische Faktoren wie Ertragskraft, Kostenstruktur und Zinsumfeld wichtiger. Kein Wunder also, dass der Kurs im Rekordmarkt unterdurchschnittlich läuft, sobald diese Zusatzfantasie abflacht.

Refinanzierung bleibt intakt

Operativ sendet die Bank parallel ein anderes Signal: Am Fremdkapitalmarkt bleibt sie aktiv. Das Institut hat ein Mandat für neue Benchmark-Anleihen vergeben und plant die Emission:

  • einer 5‑jährigen Anleihe im sogenannten Option-Pool
  • sowie einer 10‑jährigen Anleihe im Rahmen des Hauptprogramms

Damit zeigt die Bank, dass ihre Refinanzierung am Kapitalmarkt funktioniert – unabhängig von der aktuellen Börsenstimmung um eine mögliche Übernahme. Die laufende Platzierung von Anleihen spricht dafür, dass der Zugang zu institutionellen Investoren besteht und die Finanzierungsbasis verbreitert wird.

Fazit: Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Kurzfristig steht die Commerzbank-Aktie unter Druck, weil die Fusionsfantasie mit UniCredit deutlich an Strahlkraft verloren hat. Im Gegensatz zum Rekordlauf im DAX sucht der Titel nach einer neuen Orientierung, nun stärker geprägt von den eigenen operativen Perspektiven.

Entscheidend wird, ob es dem Institut gelingt, im aktuellen Zinsumfeld stabile Erträge zu liefern und die Kapitalmarktaktivitäten verlässlich fortzusetzen. Gelingt dies, könnte sich der Kurs mittel- bis langfristig wieder von der Marke um 35 Euro nach oben lösen; ohne neue Impulse aus dem Konsolidierungsthema bleiben kurzfristige Rückschläge jedoch ein realistisches Szenario.

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