Bei der Commerzbank verschiebt sich das Kräfteverhältnis im Aktionariat – und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Kurs schwächelt. Mit Jefferies ist ein weiterer Großinvestor über die 10%-Marke gerutscht, während UniCredit gefährlich nah an die Pflichtangebotsschwelle heranrückt. Wie lange bleibt die 30%-Linie noch unangetastet?

Jefferies über 10% – aber ohne Aktienbestand

Jefferies meldete am 5. März 2026 einen Stimmrechtsanteil von 10,04% (zuvor 9,28%). Auffällig: Die Position wird laut Meldung vollständig über Finanzinstrumente gehalten, direkte Aktien weist die US-Investmentbank nicht aus.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?

Für die Bank ist das gleich doppelt heikel. Denn laufende Aktienrückkäufe verknappen den Freefloat. Das kann die prozentualen Stimmrechtsanteile großer Investoren rein mechanisch steigen lassen – selbst ohne aktive Zukäufe.

UniCredit vor der 30%-Schwelle – Politik bleibt Bremsklotz

UniCredit hält derzeit rund 26% direkt sowie weitere knapp 4% über Finanzinstrumente. Damit rückt die 30%-Marke näher – ab dieser Schwelle wäre ein Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre fällig.

Seit dem 22. Februar ist zudem eine wichtige übernahmerechtliche Hürde für UniCredit entfallen: Wer in den sechs Monaten vor einem möglichen Angebot nicht mehr als 5% gegen Bargeld kauft, darf später vollständig in Aktien bieten. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 eine relevante Position gegen Geldleistung aufgebaut – mit Ablauf der Frist ist diese Einschränkung nun weg.

Gleichzeitig bleibt die Lage politisch kompliziert. Der Bund hält weiterhin 12% und lehnt eine Übernahme ab. Damit bekommt jede Eskalation neben der finanziellen auch eine klare Macht-Komponente.

Rekordjahr, aber Dämpfer für 2026 – und der Kurs reagiert

Operativ hat die Bank für 2025 starke Zahlen vorgelegt: Das operative Ergebnis stieg um 18% auf 4,5 Mrd. Euro, der Nettogewinn lag bei 2,6 Mrd. Euro – über den eigenen Zielen. Dazu kommen eine vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,65 Euro) und Aktienrückkäufe von bis zu 540 Mio. Euro. Für 2026 kündigt das Institut an, 100% des Nettoergebnisses über Dividenden und Rückkäufe auszuschütten.

Doch der Ausblick bremst: Für 2026 peilt das Management 3,2 Mrd. Euro Gewinn an – unter den im Quelltext genannten Analystenerwartungen von 3,4 Mrd. Euro. Zusätzlich belastet eine Abschreibung rund um Aquila Capital: 117 Mio. Euro im Gesamtjahr 2025, womit bereits zwei Drittel des 2024 gezahlten Kaufpreises verloren sind. Obendrauf steht ein Wechsel im Vorstand an: Risikovorstand Bernd Spalt verlängert seinen 2026 auslaufenden Vertrag nicht.

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage bereits wider. Die Aktie liegt heute bei 29,74 Euro (-3,35%) und hat in sieben Tagen 10,50% verloren. Auch aus technischer Sicht bleibt der Druck hoch: Der Kurs notiert klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 32,72 Euro.

Zum nächsten Fixpunkt wird das Ende des laufenden Rückkaufprogramms am 26. März 2026. Danach folgen die Q1-Zahlen am 8. Mai und die Hauptversammlung am 20. Mai 2026 – dort dürfte sich zeigen, wie belastbar der Kurs der Eigenständigkeit angesichts dichter werdender Großaktionärsblöcke tatsächlich ist.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 09. März liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...