Zehn Prozent in einer Hand – und das vollständig über Finanzinstrumente: Die US-Investmentbank Jefferies Financial Group hat am 5. März die wichtige Schwelle überschritten und sich neben UniCredit als zweiter Großinvestor bei der Commerzbank positioniert. Während die Italiener bereits bei rund 30 Prozent der Stimmrechte lauern, verschärft sich der Druck auf das Frankfurter Institut. Die Aktie verlor innerhalb einer Woche über elf Prozent.

Jefferies setzt auf Derivate

Bemerkenswert an der Beteiligung: Jefferies hält keine einzige Aktie direkt, sondern steuert die Position ausschließlich über Finanzinstrumente. Diese Konstruktion ermöglicht maximale Flexibilität – ohne die Transparenzpflichten klassischer Direktbeteiligungen.

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Zusätzlicher Treiber der Konzentration: Die laufenden Aktienrückkäufe der Commerzbank verknappen das freie Angebot. Dadurch steigen die prozentualen Anteile von UniCredit und Jefferies automatisch, ohne dass aktiv zugekauft werden muss. Das nächste Rückkaufprogramm endet am 26. März.

UniCredit vor der Pflichtangebotsschwelle

UniCredit verfügt mittlerweile über rund 26 Prozent direkte Beteiligung plus knapp vier Prozent über Finanzinstrumente. Sobald die 30-Prozent-Marke fällt, müsste der italienische Konzern ein Pflichtangebot an alle Aktionäre vorlegen.

Ein entscheidender Faktor hat sich verändert: Seit Ende Februar darf UniCredit ein reines Aktientauschangebot unterbreiten. Grund ist eine Regel im deutschen Übernahmerecht – wer in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent gegen Barzahlung zugekauft hat, muss keine Barkomponente anbieten. Der politische Widerstand bleibt trotzdem bestehen: Der Bund hält zwölf Prozent und lehnt eine Fusion weiterhin ab.

Starke Zahlen, schwacher Ausblick

Das Geschäftsjahr 2025 brachte ein Rekordergebnis: Das operative Ergebnis kletterte um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 2,6 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 57 Prozent. Im vierten Quartal legte der Umsatz um sechs Prozent zu, getragen von Trade Finance und Wertpapiergeschäft.

Doch die Prognose für 2026 enttäuschte: Das Management stellt lediglich 3,2 Milliarden Euro Gewinn in Aussicht – deutlich unter den Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden Euro. Zusätzlich belastet eine Abschreibung von 117 Millionen Euro auf die Beteiligung an Aquila Capital die Bilanz. Zwei Drittel des 2024 gezahlten Kaufpreises sind damit bereits verloren.

Kapitalrückführung als Verteidigungsstrategie

Die Bank reagiert mit einer aggressiven Ausschüttungspolitik: Die Dividende soll von 0,65 auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Zusammen mit Aktienrückkäufen von bis zu 540 Millionen Euro fließen 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück. Für 2026 kündigt das Management an, 100 Prozent des Nettoergebnisses auszuschütten.

Parallel steht eine personelle Neuordnung an: Risikovorstand Bernd Spalt wird seinen 2026 auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

Hauptversammlung als Bewährungsprobe

Am 20. Mai 2026 wird die Hauptversammlung zum entscheidenden Stimmungstest. Bis dahin muss der Vorstand beweisen, dass die Strategie der Eigenständigkeit trotz verfehlter Erwartungen und der wachsenden Macht zweier Großinvestoren trägt. Die Quartalszahlen am 8. Mai könnten dabei zur Richtschnur werden.

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