Commerzbank Aktie: Fokus auf Zahlen
UniCredit nimmt der Commerzbank kurzfristig die Übernahmefantasie – und schiebt damit die operative Entwicklung stärker in den Vordergrund. Während der italienische Großaktionär eine Vollübernahme klar abwinkt, wirbt CEO Bettina Orlopp in New York um internationale Investoren. Entscheidend wird nun, ob die starke Ertragsdynamik die hohe Bewertung rechtfertigen kann.
UniCredit bremst Übernahmefantasie
UniCredit-CEO Andrea Orcel hat die Erwartung einer schnellen Komplettübernahme deutlich gedämpft. Bei der aktuellen Bewertung sei ein Vollkauf der Commerzbank wirtschaftlich nicht sinnvoll. Hintergrund ist vor allem die unterschiedliche Bewertung beider Häuser:
- Commerzbank mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 14
- UniCredit mit einem KGV von rund 10,6
Seit dem Einstieg der Italiener im September 2024 hat sich der Kurs der Commerzbank nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung macht weitere Schritte für UniCredit teuer – und lässt die bisherige Beteiligung von 29,9 Prozent vorerst zur reinen Finanzposition werden.
UniCredit vermeidet bewusst die 30-Prozent-Schwelle, ab der ein Pflichtangebot an alle Aktionäre fällig wäre. Orcel skizzierte daher zwei Optionen: Die Beteiligung könnte langfristig gehalten oder auch wieder veräußert werden. Eine zeitnahe Übernahme rückt damit klar in den Hintergrund.
Orlopps Strategieoffensive in New York
Parallel zu den zurückgenommenen Übernahmespekulationen präsentiert Bettina Orlopp am 12. und 13. Januar 2026 in New York die Strategie „Momentum“. Beim „German Investment Seminar“ stehen internationale Investoren im Fokus – diesmal ohne fantasietreibende M&A-Gerüchte.
Die Bank stützt ihre Wachstumsstory auf klare operative Fortschritte:
- Rekord-Operativergebnis von 3,4 Milliarden Euro nach neun Monaten 2025
- Anhebung des Zinsüberschuss-Ausblicks auf 8,2 Milliarden Euro
- Vorzeitige Vollplatzierung eines Aktienrückkaufprogramms über 1 Milliarde Euro im Dezember 2025
- Zusätzlich geplantes Rückkaufprogramm über 600 Millionen Euro für das erste Quartal 2026, vorbehaltlich der Zustimmung von EZB und Finanzagentur
Damit setzt das Management auf Ertragsstärke und Kapitalrückführung als zentrale Argumente für die Investment-Story – und nicht auf Übernahmefantasie.
Technische Lage: Hohe Schwankungen, starke Performance
Nach einem schwächeren Wochenausklang zeigt sich die Aktie zum Wochenstart stabiler. Heute liegt der Kurs bei rund 35,30 Euro und damit leicht über dem Freitagsschluss von 34,99 Euro. Auf Wochensicht bleibt das Papier allerdings im Minus, während der Blick auf zwölf Monate mit einem Plus von gut 110 Prozent ein deutlich anderes Bild zeigt.
Wichtige technische Kennzahlen im Überblick:
- Aktueller Kurs: 35,30 Euro
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 41,58 Euro: rund -15 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief von 16,74 Euro: rund +111 %
- Kurs knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt (34,73 Euro)
- Deutlicher Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (30,98 Euro) von knapp 14 %
- RSI (14 Tage) bei 45,6 – weder überkauft noch überverkauft
- 30-Tage-Volatilität (annualisiert) bei rund 69 %
Die Zahlen signalisieren: Nach dem starken Anstieg der vergangenen zwölf Monate bleibt die Aktie schwankungsanfällig, bewegt sich aber weiterhin oberhalb zentraler mittelfristiger Durchschnittslinien.
Langfristziele als Bewertungsanker
Da ein Übernahmeangebot mittelfristig unwahrscheinlich ist, rückt die Eigenständigkeit der Commerzbank stärker in den Mittelpunkt. Die bis 2028 formulierten Finanzziele sind ambitioniert:
- Cost-Income-Ratio von 50 Prozent
- Eigenkapitalrendite (RoE) von 15 Prozent
- Ausschüttungsquote von 100 Prozent
Diese Kennzahlen definieren den Rahmen, an dem sich die aktuelle Bewertung messen lassen muss. Mit einer Marktkapitalisierung von 42,86 Milliarden Euro und einer Dividendenrendite von 1,86 Prozent auf Basis der zuletzt gezahlten 0,65 Euro pro Aktie steht die Frage im Raum, ob die Bank die Ertrags- und Effizienzziele konsequent liefern kann – genau darauf zielt die „Momentum“-Strategie ab.
Konkreter Ausblick: 11. Februar im Kalender
Der nächste entscheidende Prüfstein ist die Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen für 2025 am 11. Februar 2026. Dann wird sichtbar, ob das Rekordniveau beim operativen Ergebnis und der angehobene Zinsüberschuss-Ausblick bestätigt werden können und wie sich dies auf weitere Aktienrückkäufe und die Ausschüttungspolitik auswirkt. Spätestens mit der Hauptversammlung am 20. Mai 2026 dürften Investoren ein klareres Bild bekommen, wie ernst es dem Management mit den Zielen bis 2028 ist.
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