Commerzbank Aktie: Übernahmekampf
Die Regeln haben sich verschoben: UniCredit kann einen möglichen Zugriff auf die Commerzbank seit dem 22. Februar auch vollständig mit eigenen Aktien bezahlen. Das nimmt finanziellen Druck aus der Gleichung – und erhöht den taktischen Spielraum der Italiener. Gleichzeitig versucht die Commerzbank, sich mit Rekordzahlen und höheren Ausschüttungen als eigenständiges Investment zu behaupten.
Doch was heißt diese neue „Aktien-Option“ konkret für die nächsten Schritte in Richtung Übernahmeangebot?
Mehr Spielraum für UniCredit
Der Knackpunkt ist eine Frist im deutschen Übernahmerecht: Wer in den sechs Monaten vor einem möglichen Angebot nicht mehr als fünf Prozent der Zielgesellschaft in bar gekauft hat, darf ein späteres Angebot komplett in Aktien bezahlen. UniCredit hatte zuletzt im August 2025 eine nennenswerte Position gegen Geldleistung erworben – seit dem 22. Februar ist die Aktientauschsperre damit abgelaufen.
Für UniCredit ist das ein klarer Vorteil. Ein Komplettangebot müsste nicht zwingend über eine hohe Bargeldkomponente finanziert werden. Stattdessen könnte UniCredit Commerzbank-Aktionären eigene Aktien anbieten – das macht ein Vorgehen grundsätzlich flexibler.
30-Prozent-Schwelle rückt näher – Politik bleibt Hürde
UniCredit hält derzeit rund 26% direkt an der Commerzbank sowie weitere knapp 4% über Finanzinstrumente. Damit liegt die 30%-Marke in Reichweite. Ab dieser Schwelle wäre UniCredit verpflichtet, ein Übernahmeangebot für die übrigen Anteile vorzulegen.
Genau hier wird es politisch: Der Bund hält weiter rund 12% und lehnt eine Übernahme ab. Damit bleibt die Bundesregierung ein schwer kalkulierbarer Blockierer – zumindest für eine feindliche Variante.
Auf Unternehmensseite betont Vorstandschefin Bettina Orlopp die Eigenständigkeit. Ihre Linie: „Größe allein ist kein Wert.“ Eine Offerte erwartet sie trotz der neuen Optionen weiterhin nicht. Gleichzeitig klingt die politische Tonlage weniger scharf als früher: Finanzminister Lars Klingbeil äußerte sich zuletzt moderater.
Rekordzahlen als Abwehrlinie – aber der Ausblick bremst
Operativ lieferte die Bank für 2025 ein Rekordergebnis von 4,5 Mrd. Euro, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 will der Vorstand den Überschuss über das bisherige Ziel von 3,2 Mrd. Euro hinaus steigern, bis 2028 soll er wie geplant auf 4,2 Mrd. Euro wachsen.
Auch bei den Stellschrauben werden konkrete Ziele genannt: Der Zinsüberschuss soll 2026 von 8,2 auf 8,5 Mrd. Euro zulegen, der Provisionsüberschuss um 7% steigen. Gleichzeitig soll die Kostenquote auf 54% sinken (nach 57% im Vorjahr).
Dazu kommen Aktionärssignale: Ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 540 Mio. Euro läuft, Mitte Februar kaufte die Bank über sechs Millionen eigene Aktien zurück. Für 2025 soll zudem eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie gezahlt werden.
Allerdings gibt es auch Reibung. 2025 belasteten Abschreibungen von 117 Mio. Euro auf den Kundenstamm von Aquila Capital, das 2024 mehrheitlich übernommen wurde. Und: Dass die Bank „nur“ ein Übertreffen der 3,2-Mrd.-Marke in Aussicht stellte, kam am Markt verhaltener an – der Analystenkonsens lag bereits bei 3,4 Mrd. Euro.
Beim Kurs zeigt sich das gemischte Bild: Heute notiert die Commerzbank-Aktie bei 35,45 Euro (-1,28%). Auf 12 Monate steht dennoch ein Plus von 72,84% – der Titel bleibt also stark gelaufen, aber zuletzt nicht mehr mit Rückenwind.
Zum Kalender: Am 26. März 2026 endet das laufende Rückkaufprogramm, die Hauptversammlung folgt am 20. Mai 2026. Bis dahin dürfte der Markt vor allem zwei Dinge gegeneinander abwägen: den größeren strategischen Spielraum von UniCredit seit dem 22. Februar – und die Frage, ob die Commerzbank mit Rekordergebnis, Effizienzzielen und Ausschüttungen ihre Eigenständigkeits-Story überzeugend genug untermauert.
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