Commerzbank Aktie: Übernahmepoker verschärft sich
Die Commerzbank rüstet sich finanziell gegen UniCredit: 1,75 Milliarden Euro frisches Kapital vom Anleihemarkt, ein Rekordgewinn von 2,63 Milliarden Euro und aggressive Kapitalrückführung sollen die Eigenständigkeit sichern. Doch ausgerechnet jetzt erhält der italienische Rivale neue rechtliche Optionen – ab sofort kann UniCredit ein Übernahmeangebot komplett in eigenen Aktien bezahlen.
Anleihe-Emission ohne Stützungsmaßnahmen
Das Frankfurter Institut platzierte erfolgreich zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1,75 Milliarden Euro. Eine Senior-Tranche über 1 Milliarde Euro läuft bis 2031, ein grüner Bond über 750 Millionen Euro bis 2037. Beide sind fest-zu-variabel verzinst, nicht-bevorrechtigt und unbesichert.
Bemerkenswert: Das begleitende Bankenkonsortium musste keinerlei Kursstabilisierung vornehmen. Die Nachfrage trug die Papiere ohne künstliche Stützung. Mit dem Green Bond erschließt sich die Bank gezielt den wachsenden Markt für nachhaltige Finanzierungen.
Starke Zahlen, verhaltener Ausblick
Das operative Ergebnis 2025 stieg um 18 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Der Nettogewinn erreichte 2,63 Milliarden Euro, obwohl Restrukturierungskosten das Ergebnis belasteten. Zusätzlich drückte eine weitere Abschreibung bei der Beteiligung an Aquila Capital: 52 Millionen Euro mussten abgeschrieben werden, zwei Drittel des Kaufpreises von 2024 sind damit vernichtet.
Die Aktionäre sollen großzügig profitieren: 1,10 Euro Dividende pro Aktie – nach 0,65 Euro im Vorjahr – plus laufende Aktienrückkäufe über bis zu 540 Millionen Euro. Zusammen mit dem im Dezember 2025 abgeschlossenen Programm beläuft sich die Gesamtkapitalrückführung für 2025 auf 2,7 Milliarden Euro.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Der Ausblick für 2026 enttäuscht jedoch: Die Bank will das bisherige Gewinnziel von 3,2 Milliarden Euro übertreffen. Der Marktkonsens lag bereits bei 3,4 Milliarden Euro – Anleger hatten auf eine ambitioniertere Prognose gehofft.
UniCredit gewinnt taktischen Vorteil
Seit dem 22. Februar kann UniCredit ein mögliches Übernahmeangebot vollständig mit eigenen Aktien bezahlen. Hintergrund: Wer nach deutschem Übernahmerecht in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent der Zielgesellschaft gegen Bargeld kauft, darf später komplett in Aktien zahlen. UniCredit hatte zuletzt im August größere Positionen gegen Barzahlung erworben – diese Frist ist nun abgelaufen.
Die Italiener halten derzeit rund 26 Prozent direkt sowie weitere knapp 4 Prozent über Finanzinstrumente. Die kritische 30-Prozent-Schwelle rückt näher – ab dieser Marke wäre UniCredit verpflichtet, ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Anteile vorzulegen. Der Bund hält weiter 12 Prozent und lehnt eine Übernahme ab.
Entscheidende Phase beginnt
Das laufende Aktienrückkaufprogramm endet am 26. März. Die Quartalszahlen folgen am 8. Mai 2026, die Hauptversammlung ist für den 20. Mai angesetzt. Die reibungslose Anleihe-Platzierung liefert Argumente für die Eigenständigkeitsstrategie – während UniCredit durch den neuen rechtlichen Spielraum flexibler agieren kann.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 1. März liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








