Commerzbank Aktie: Begrenztes Potential?

Nach einer spektakulären Rally von über 150% seit Jahresbeginn warnen erste Analysten vor einer Überbewertung der Commerzbank-Aktie. Ausgerechnet jetzt, wo die italienische UniCredit ihren Druck auf das Frankfurter Institut weiter erhöht und bereits 26% der Anteile hält. Goldman Sachs stufte die Aktie sogar auf "Sell" herab – trotz starker Quartalszahlen und anhaltender Übernahmespekulationen. Ist die Partylaune an der Börse berechtigt oder droht jetzt eine Ernüchterung?
UniCredit macht Ernst: 29% als nächstes Ziel
Die italienische Großbank lässt nicht locker. Bereits am 25. August baute UniCredit ihre physische Beteiligung an der Commerzbank auf rund 26% aus, indem sie weitere synthetische Positionen in echte Aktien umwandelte. Das Ziel ist klar definiert: In "angemessener Zeit" will UniCredit eine Gesamtbeteiligung von etwa 29% der Stimmrechte erreichen.
Für die Italiener zahlt sich das Investment bereits aus: Die Rendite der Commerzbank-Beteiligung liegt bei beeindruckenden 20%. Dennoch steigen die Gesamtkosten aufgrund des gestiegenen Aktienkurses auf etwa 145 Basispunkte des CET1-Verhältnisses.
Die Commerzbank selbst reagiert gewohnt zurückhaltend und betont, dass sich an der "grundsätzlichen Situation und unserer Haltung" nichts ändere. Doch der Druck wächst.
Goldman Sachs schlägt Alarm: "Sell" trotz höherem Kursziel
Nur zwei Tage nach der UniCredit-Meldung folgte der Paukenschlag: Goldman Sachs stufte die Commerzbank-Aktie von "Neutral" auf "Sell" herab. Das Paradoxe: Gleichzeitig hoben die Analysten ihr Kursziel von 29,20 Euro auf 34,10 Euro an.
Die Begründung ist eindeutig: Trotz erwarteter Verbesserungen bei der Profitabilität sei die Bewertung "relativ anspruchsvoll". Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,0x handelt die Commerzbank mit einem Aufschlag von 3,5 Punkten gegenüber dem europäischen Bankensektor.
Kritische Analystenstimmen häufen sich:
- Goldman Sachs: Abstufung auf "Sell" bei Kursziel 34,10 Euro
- Deutsche Bank: Bereits zuvor herabgestuft
- BofA Securities: Ebenfalls skeptischer geworden
- Bewertungsbedenken stehen im Fokus aller Abstufungen
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Starke Zahlen als Fundament oder Trugschluss?
Die Skepsis der Analysten kontrastiert scharf mit den operativen Erfolgen. Die Quartalszahlen vom 6. August sprechen eine andere Sprache: Das operative Ergebnis schnellte um 34% auf 1,17 Milliarden Euro nach oben, die Gesamterträge wuchsen um 13% auf 3,02 Milliarden Euro.
Besonders die Provisionserträge überzeugten mit einem Plus von 10% auf 1,004 Milliarden Euro, getrieben durch ein starkes Wertpapier-, Kredit- und Devisengeschäft. Die Bank hob sogar ihre Prognose für den Nettozinsertrag von 7,8 auf 8,0 Milliarden Euro an.
Parallel dazu läuft die Kapitalrückführung auf Hochtouren: Ein Aktienrückkauf von bis zu einer Milliarde Euro ist beantragt, für 2025 sollen 100% des Nettoergebnisses vor Restrukturierungskosten an die Aktionäre fließen.
Zwischen Euphorie und Realitätsprüfung
Die Commerzbank-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Traumperformance von 175% hingelegt. Diese Rally speist sich aus zwei Quellen: den verbesserten operativen Zahlen und den Übernahmefantasien rund um UniCredit.
Doch die wachsende Analystenskepsis wirft Fragen auf: Ist der Kursanstieg bereits zu weit gegangen? Das Goldman Sachs-Kursziel von 34,10 Euro impliziert einen Rückgang von etwa 10% zum aktuellen Niveau – ein deutliches Warnsignal.
UniCredit hat bis 2027 Zeit für eine finale Entscheidung über die Beteiligung. Bis dahin müssen Anleger die Balance zwischen operativer Stärke und Bewertungsrisiken im Blick behalten. Die nächsten Q3-Zahlen im November werden zeigen, ob das Fundament für die hohe Bewertung trägt.
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