Der Anlegertag in München sollte Vertrauen schaffen — das Gegenteil trat ein. Seit der Veranstaltung vom 28. März gibt die Aktie weiter nach und hat seit Jahresanfang rund 52 Prozent verloren. Das eigentliche Problem liegt tiefer als die Kursbewegung.

Die Lücke zwischen Versprechen und Verträgen

Die Zahlen für 2025 sind ernüchternd: 250.000 Euro Umsatz stehen knapp 15 Millionen Euro operativem Verlust gegenüber. Für 2026 prognostiziert das Management nun 44 bis 55 Millionen Euro — ein Sprung um das Hundert- bis Zweihundertfache. Gestützt wird diese Prognose auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Potenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Theoretisch ist das Schlüsselwort. Hinter den meisten Projekten stehen bislang Pilotphasen und Absichtserklärungen, keine festen Lieferverträge. Genau das erklärt die anhaltende Skepsis der Anleger.

Bundeswehr, REWE, Mercedes — und kein Großauftrag

Die operative Pipeline ist immerhin konkret: Die Bundeswehr setzt den Kochroboter CA-1 in Kaisernen ein, die ukrainischen Streitkräfte haben ein Abkommen über bis zu 25 Systeme unterzeichnet, REWE testet das Konzept seit der Eröffnung eines "Fresh & Smart"-Markts in Düsseldorf-Heerdt. Für den Sommer 2026 ist zudem Mercedes-Benz Gastronomie als Kunde bestätigt, die den CA-1 am Standort Sindelfingen einsetzen wird.

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Produktionsseitig ist die Infrastruktur vorbereitet: Auftragsfertiger Celestica hat die Industrialisierung abgeschlossen, die Kapazitäten reichen für eine vierstellige Stückzahl. Ein Leasingmodell mit MMV Leasing soll hohe Anschaffungskosten in planbare Betriebsausgaben umwandeln.

Insider kaufen, Markt wartet ab

Bemerkenswert ist die Insiderkaufaktivität. Die Nikolas Bullwinkel Beteiligungs UG erwarb zuletzt am 16. März erneut Aktien, auch Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins hatte zuletzt zugekauft. Das Signal ist sichtbar — es reicht dem Markt bislang nicht.

Den strukturellen Rückenwind kann man nicht ignorieren: Gastronomieinsolvenzen stiegen 2025 um knapp 30 Prozent, Kostenbelastungen durch Personal, Waren und Energie lagen teils 40 Prozent über dem Niveau von 2022. Der Automatisierungsdruck in der Branche ist real. Die vierte Robotergeneration, die Personalkosten um bis zu 95 Prozent senken soll, befindet sich bereits in der Serienfertigung.

Die Finanzierungsbasis hält vorerst: Ende 2025 flossen rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren, kurz vor dem Anlegertag sammelte eine Mini-Anleihe weitere 1,67 Millionen Euro ein. Ob das reicht, bis aus REWE-Tests und Bundeswehr-Piloten verbindliche Großaufträge werden, entscheidet sich in den kommenden Monaten — spätestens wenn die 2026er-Jahreszahlen zeigen, wie viel von der 44-Millionen-Prognose tatsächlich in Rechnung gestellt wurde.

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