Einem Jahresumsatz von gerade einmal 250.000 Euro stellt das Management von Circus SE für 2026 Erlöse von 44 bis 55 Millionen Euro gegenüber. Diese Kluft ist das zentrale Problem, das die Aktie seit Monaten belastet — und das der Markt bislang nicht bereit ist zu ignorieren.

Vorbestellungen allein reichen nicht

Das Fundament der Wachstumsstory ist fragil. Über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Potenzial von 1,6 Milliarden Euro klingen beeindruckend. Allerdings basieren diese überwiegend auf unverbindlichen Zusagen, keine festen Lieferverträge. Der Anlegertag in München konnte die Skepsis des Marktes nicht ausräumen — statt unterschriebener Kontrakte dominieren weiterhin Absichtserklärungen das operative Geschäft.

Konkrete Pilotprojekte laufen: Seit November 2025 betreibt Circus ihren CA-1-Kochroboter unter der Marke „Fresh & Smart" in mehreren REWE-Filialen in Düsseldorf und Bonn. Seit Januar besteht ein Vertrag mit der Bundeswehr zur autonomen Lebensmittelversorgung. Ab Sommer 2026 soll die Mercedes-Benz Gastronomie in der Sindelfinger Werkskantine folgen. Das sind erste kommerzielle Schritte — aber noch keine Großaufträge.

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Finanzierung über neue Wege

Auf der Produktionsseite hat Circus die Voraussetzungen für eine Skalierung geschaffen. Die Fertigung des CA-1 mit Auftragsfertiger Celestica ist auf eine vierstellige Stückzahl ausgelegt. Um die hohen Anschaffungskosten für potenzielle Kunden zu senken, setzt das Unternehmen auf Leasingmodelle: Gemeinsam mit der Finexity AG legte Circus die Mini-Anleihe „Circus Robotics I" mit einem Volumen von rund 1,67 Millionen Euro auf. Sechs CA-1-Roboter werden dabei über eine Zweckgesellschaft erworben und für sieben Jahre zurückgeleast. Ergänzt wird das Modell durch ein Leasingangebot der LBBW-Tochter MMV.

Das strukturelle Argument für das Geschäftsmodell bleibt dabei intakt: Steigende Personalkosten und eine erhöhte Insolvenzquote in der Gastronomie erhöhen den Druck zur Automatisierung.

Kurs spiegelt Misstrauen

Die Börse hat ihr Urteil bereits gesprochen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 50 Prozent verloren und notiert weit unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 13,12 Euro. Selbst der Aktienkauf von Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins zu 7,26 Euro Ende Februar — ein sichtbares Bekenntnis zum Unternehmen — konnte den Abwärtstrend nicht stoppen.

Um das für 2026 angestrebte operative Ergebnis von minus 6 bis 8 Millionen Euro zu erreichen, muss das Management nun liefern. Die laufenden Pilotprojekte bei REWE, der Bundeswehr und Mercedes-Benz werden zeigen, ob sich Interessensbekundungen in zahlungswirksame Aufträge verwandeln lassen — genau daran hängt die Glaubwürdigkeit der gesamten Jahresprognose.

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