Chevron Aktie: Venezuela-Chance
Die USA drehen ihre Venezuela-Politik rasant – und Chevron rückt an die Spitze der potenziellen Profiteure. Nach dem Sturz von Nicolás Maduro öffnet Washington die Tür für einen schnellen Wiederaufbau der Ölindustrie des Landes. Für Chevron ergibt sich damit eine seltene Kombination aus politischem Rückenwind und operativer Startposition.
Venezuela als neuer Wachstumstreiber
Kern der aktuellen Fantasie ist der abrupte Kurswechsel der US-Außenpolitik. Die Trump-Regierung drückt bei der Reaktivierung der venezolanischen Ölproduktion aufs Tempo. Chevron spielt dabei eine Sonderrolle: Der Konzern ist der einzige US-Supermajor mit aktiver, lizensierter Präsenz vor Ort und bestehender Infrastruktur.
US-Energieminister Chris Wright sprach am Samstag ausdrücklich von einem klaren „Pfad“, die Produktion in Venezuela um 50 % in den kommenden 18 bis 24 Monaten zu steigern. Diese Perspektive bleibt nicht bloße Theorie: Regierungsvertreter signalisierten, man sei bereit, Genehmigungen und Freigaben zu beschleunigen, um die Expansion zu ermöglichen.
Während andere internationale Ölkonzerne laut Berichten noch zögern und auf harte Garantien pochen, kann Chevron dank vorhandener Strukturen deutlich schneller hochfahren. Genau dieser Vorsprung erklärt, warum die Aktie zuletzt deutlich gesucht war: Der Markt preist eine neue, politisch gestützte Wachstumsstory ein.
Reaktion der Analysten
Die Ereignisse der letzten Tage haben an der Wall Street eine Welle von Anpassungen bei den Kurszielen ausgelöst. Mehrere Häuser haben ihre Modelle nachgeschärft und die Venezuela-Dynamik eingepreist.
Die wichtigsten Punkte:
- Piper Sandler-Analyst Ryan Todd setzte am Donnerstag ein Kursziel von 174 US-Dollar.
- Bernstein hob sein Ziel im Wochenverlauf von 170 auf 172 US-Dollar an und blieb bei „Market Perform“.
- Freedom Capital Markets positionierte sich deutlich vorsichtiger mit einem „Sell“-Rating und einem Kursziel von 165 US-Dollar; Begründung: Bewertungsrisiken trotz geopolitischer Rückenwinde.
Im Median liegt das Konsensziel aktuell bei rund 176 US-Dollar und signalisiert damit weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Technisches Bild: Überkauft, aber stark
Charttechnisch hat die Chevron-Aktie zuletzt einen klar positiven Akzent gesetzt. Am Freitag ging das Papier bei 162,11 US-Dollar aus dem Handel – ein Plus von 1,80 % zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein kräftiger Anstieg von gut 25 % zu Buche; der Kurs liegt rund 24 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 130,99 US-Dollar.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14-Tage-Basis notiert mit 75,8 allerdings im überkauften Bereich. Das spricht für ein weiterhin intaktes mittelfristiges Aufwärtsszenario, deutet kurzfristig aber auf eine erhöhte Anfälligkeit für Rücksetzer hin, wenn Anleger Gewinne mitnehmen oder neue Venezuela-News ausbleiben.
Fundamentale Spannungsfelder
Trotz der neuen Wachstumsperspektive bleibt das fundamentale Bild nicht frei von Fragezeichen. Die Konsensschätzungen für das vierte Quartal sehen einen Gewinn je Aktie von 1,47 US-Dollar vor – knapp 28,6 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Markt muss damit eine klare Ergebnisschwäche im Kerngeschäft gegen die Chance auf zusätzliche Fördermengen in Venezuela abwägen.
Besonders im Fokus steht der Investitionsplan für 2026. Bislang kalkuliert Chevron mit geplanten Ausgaben von 18 bis 19 Milliarden US-Dollar. Entscheidend wird sein, ob und wie stark dieses Budget angepasst wird, um die aggressiven Ausbaupläne in Südamerika zu unterfüttern. Eine Anhebung der Investitionen könnte kurzfristig auf die freien Cashflows drücken, wäre aber ein starkes Signal, dass der Konzern die Venezuela-Option konsequent nutzen will.
Im Ergebnis steht die Aktie damit an einem spannenden Schnittpunkt: Kurzfristig lasten rückläufige Gewinne und ein technisch überhitzter Zustand auf der Bewertung, gleichzeitig eröffnet die Neuausrichtung der US-Politik gegenüber Venezuela eine substanzielle, politisch flankierte Wachstumschance, die sich in den nächsten zwei Jahren konkret in höheren Produktionszahlen niederschlagen könnte.
Chevron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chevron-Analyse vom 11. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Chevron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chevron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Chevron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








