Chevron Aktie: HSBC dreht die Meinung
Die Straße von Hormus ist seit Ende Februar faktisch gesperrt — und das hat die Kalkulation für Ölmajors grundlegend verändert. HSBC zieht daraus Konsequenzen: Die Bank stuft Chevron von Hold auf Buy hoch und hebt das Kursziel von 180 auf 215 Dollar an. Noch im Februar hatte HSBC die Aktie wegen Bewertungsbedenken zurückgestuft.
Weniger Naher Osten, mehr Hebelwirkung
Der entscheidende Punkt in HSBCs Argumentation ist Chevrons vergleichsweise geringe Abhängigkeit vom Nahen Osten. Analyst Kim Fustier beziffert die dortige Förderung auf weniger als 200.000 Barrel pro Tag — bei Exxon sind es über 900.000. Das macht Chevron im aktuellen Konfliktumfeld strukturell attraktiver.
Gleichzeitig profitiert Chevron überproportional von steigenden Rohstoffpreisen. HSBC verweist auf eine niedrigere durchschnittliche Steuerquote und einen starken Upstream-Fokus. Die Gewinn- und Cashflow-Schätzungen für 2026 revidiert die Bank um 78 beziehungsweise 31 Prozent nach oben — die höchsten Aufwärtskorrekturen im gesamten Analysten-Coverage-Universum der Bank.
Den makroökonomischen Rahmen hat HSBC ebenfalls angepasst: Brent-Rohöl wird nun mit 80 Dollar je Barrel für 2026 angesetzt, zuvor waren es 65 Dollar. Die europäischen TTF-Gaspreise steigen in der Modellierung von 10 auf 14 Dollar pro mBtu, die Raffineriegewinnmargen um 50 Prozent.
Solide Basis, aber Bewertung bereits hoch
Die fundamentale Ausgangslage stützt den bullischen Ausblick. Im Gesamtjahr 2025 erzielte Chevron einen bereinigten freien Cashflow von 20 Milliarden Dollar — ein Plus von über 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Ölpreise damals um knapp 15 Prozent gefallen waren. Treiber waren Rekordproduktion und ein Kostensenkungsprogramm von 1,5 Milliarden Dollar.
Auch Mizuho passte diese Woche seine Einschätzung an: Das Kursziel stieg von 206 auf 217 Dollar, das Outperform-Rating bleibt bestehen.
HSBC mahnt jedoch zur Vorsicht: Die Bewertungen seien "weitgehend fair", die Aktie notiert nahe ihrem Allzeithoch. Der starke Rohstoffmomentum könne die Kurse zwar weiter treiben — ein Selbstläufer ist das aber nicht.
Mit den Quartalszahlen Ende April steht der nächste konkrete Test an. Dann zeigt sich, ob Chevron die gestiegenen Rohstoffpreise tatsächlich in berichteten Cashflow ummünzen kann.
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