Die Ceconomy-Aktionäre bekommen trotz starker Geschäftszahlen nichts: Keine Dividende, keine Kursfantasie, keine Perspektive. Der neue Großaktionär JD.com hat das Ruder komplett übernommen – und für Minderheitsaktionäre bleibt nur die Frage: Aussteigen oder auf den Squeeze-out warten?

Nullrunde trotz Rekordergebnis

Zur Hauptversammlung am 18. Februar steht fest: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 gibt es keine Ausschüttung. Der Grund ist technisch-juristischer Natur. Während der Konzern auf Gruppenebene deutliche Gewinne verzeichnet, weist die Ceconomy AG im Einzelabschluss nach HGB einen Bilanzverlust aus.

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Die wichtigsten Fakten:

  • Umsatz 2024/25: 23,1 Mrd. Euro (+5,7%)
  • Bereinigtes EBIT: 378 Mio. Euro
  • Free Cashflow: 337 Mio. Euro (+180%)
  • Dividende: 0,00 Euro
  • JD.com-Anteil: Über 85%

Nach deutschem Aktienrecht ist eine Dividendenzahlung bei Bilanzverlust ausgeschlossen. Das erwirtschaftete Geld bleibt im Unternehmen – die Aktionäre gehen leer aus.

Der Deckel ist drauf

Der Kurs der Aktie bewegt sich kaum noch. Mit knapp 4,44 Euro notiert das Papier eng unter dem Übernahmeangebot von JD.com in Höhe von 4,60 Euro. Dieser Preis fungiert als harter Deckel für jegliche Kursfantasie. Die operative Stärke von MediaMarkt und Saturn spielt für die Bewertung keine Rolle mehr.

JD.com kontrolliert mittlerweile über 85 Prozent der Anteile. Mit diesem Anteil nähert sich der chinesische E-Commerce-Konzern den kritischen Schwellen von 90 beziehungsweise 95 Prozent, die für einen Squeeze-out relevant werden. Der Streubesitz ist faktisch bedeutungslos geworden.

Die operative Stärke verpufft

Die Zahlen für 2024/25 wären unter normalen Umständen kursrelevant gewesen. Der Free Cashflow hat sich nahezu verdreifacht, das EBIT liegt deutlich über den Vorjahren, das Weihnachtsgeschäft verlief stark. Doch diese fundamentale Verbesserung findet im Kurs keine Entsprechung mehr.

Der Markt hat die Aktie längst als Arbitrage-Position abgeschrieben. Liquidität und Handelsvolumen trocknen aus. Die Transformation von MediaMarktSaturn zur erfolgreichen Omnichannel-Strategie wird vollzogen – nur ernten wird die Früchte JD.com.

Delisting wahrscheinlich

Für verbliebene Minderheitsaktionäre stellt sich die Exit-Frage konkret. Das Übernahmeangebot von 4,60 Euro kann angenommen werden. Alternativ bleibt das Warten auf ein Squeeze-out-Verfahren, das einen minimal höheren Abfindungspreis bringen könnte – aber Jahre dauern kann. In dieser Zeit wäre das Kapital in einem illiquiden Papier gebunden, dessen Börsenrückzug absehbar ist. Die operative Story von Ceconomy spielt sich künftig ohne Börsennotierung ab.

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