Ein Lieferant unter regulatorischem Druck, ein optimistischer Analystenkommentar und Rückenwind aus der Handelspolitik: Bei CATL prallen derzeit sehr unterschiedliche Faktoren aufeinander. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Überwiegen die Risiken in der Lieferkette oder die Chancen durch neue Märkte und Wachstumspartnerschaften?

Untersuchung bei Lieferant Ronbay entschärft Vertragsrisiken

Am Sonntag hat Chinas Wertpapieraufsicht eine Untersuchung gegen Ningbo Ronbay New Energy Technology eingeleitet. Im Fokus stehen mögliche irreführende Aussagen zu einer angekündigten strategischen Kooperation mit CATL vom 13. Januar.

Ronbay stellte in einer erneuten Mitteilung klar: Die bisher kolportierte Vertragsgröße von 120 Milliarden Yuan war lediglich eine interne Schätzung und kein fest vereinbartes Auftragsvolumen. Der tatsächliche Wert hängt von Rohstoffpreisen und realen Bestellmengen ab.

Für CATL bedeutet das zweierlei:
- Es gibt keine starre Abnahmeverpflichtung zu einem festen Preisniveau.
- Die Preisgestaltung in der Lieferkette bleibt flexibler, was in einem Umfeld schwankender Rohstoffkosten ein wichtiger Vorteil ist.

Die regulatorische Prüfung zielt damit primär auf die Kommunikation von Ronbay ab, während für CATL das direkte finanzielle Risiko aus dem Vertrag deutlich begrenzt erscheint.

Analystenvertrauen trotz Gegenwind im EV-Markt

Parallel zu den Lieferantensorgen kam am Sonntag ein deutlich positiver Impuls von Analystenseite. Das Research-Haus CLSA bekräftigte seine Einstufung „High Conviction Outperform“ für die CATL-Aktie.

Die Experten verkennen die Herausforderungen im Jahr 2026 nicht:
- verlangsamtes Wachstum der E-Auto-Verkäufe in China
- steigende Lithiumpreise

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CLSA argumentiert jedoch, dass diese Belastungsfaktoren bereits weitgehend im aktuellen Kurs eingepreist seien. Entsprechend bleibt die Gewinnperspektive aus Sicht der Analysten attraktiv: Für den Zeitraum 2025 bis 2027 wird ein durchschnittliches jährliches EPS-Wachstum von 31 % erwartet. Das unterstreicht die Erwartung, dass CATL trotz zyklischer Dellen im EV-Markt seine Ertragsbasis deutlich ausbauen kann.

Handelsvorteile in Nordamerika und neue Partnerschaften

Zusätzlichen Rückenwind erhält das Unternehmen von der politischen Seite. Am Freitag wurde bekannt, dass Kanada seine bisherige Strafzollpolitik gegenüber in China produzierten Elektroautos deutlich lockert. Die bislang 100%igen Strafzölle entfallen; stattdessen gilt nun eine jährliche Importquote von 49.000 Fahrzeugen, die mit einem deutlich niedrigeren Zollsatz von 6,1 % belegt werden.

Für viele Kunden von CATL – darunter chinesische Hersteller und internationale Anbieter wie Tesla mit Exporten aus China – öffnet sich damit wieder ein wichtiger Zugang zum nordamerikanischen Markt. Das stärkt indirekt auch die Absatzchancen für CATL-Batterien.

Gleichzeitig baut das Unternehmen seine strategischen Beziehungen weiter aus. Am 15. Januar wurde ein fünfjähriges umfassendes Kooperationsmemorandum mit Changan Automobile unterzeichnet. Die Partnerschaft umfasst:
- gemeinsame Technologieentwicklung
- neue Geschäftsmodelle und Auslandsexpansion
- Zukunftsfelder wie Batterietausch-Systeme, Flugautos und intelligente Fahrzeugroboter

Diese Zusammenarbeit zielt klar auf Anwendungen der nächsten Generation und soll die Position von CATL über das klassische Batteriegeschäft hinaus festigen.

Marktstellung und Kursbild im aktuellen Umfeld

Trotz aller Dynamik bleibt CATL der dominierende Akteur im chinesischen Markt für Traktionsbatterien. Laut Daten der China Automotive Battery Innovation Alliance kam das Unternehmen 2025 auf einen Marktanteil von 43,42 % nach 45,08 % im Jahr 2024. Der leichte Rückgang zeigt zwar wachsenden Wettbewerb, bestätigt aber zugleich die klare Führungsrolle.

An der Börse spiegelt sich zuletzt eher Zurückhaltung wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 352,32 CNY und liegt damit rund 11,5 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von Anfang Dezember, aber nahe dem jüngsten Jahrestief. Der 14‑Tage‑RSI von 54 signalisiert dabei weder eine klare Übertreibung nach oben noch nach unten.

Fazit: Chancen und Risiken klar umrissen

Unterm Strich zeigen die jüngsten Meldungen ein ausgewogenes Bild: Die Untersuchung bei Ronbay betrifft vor allem die Kommunikationspraxis des Lieferanten, während die Vertragsstruktur die finanzielle Angriffsfläche für CATL begrenzt. Die positive Einschätzung von CLSA samt ambitionierter EPS-Prognose bildet einen wichtigen Kontrapunkt zu Sorgen über das EV-Nachfrageumfeld 2026.

Gleichzeitig verbessern die gelockerten Kanada-Zölle die Absatzperspektiven der Kunden von CATL, während neue Partnerschaften wie mit Changan die technologische und internationale Aufstellung stärken. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie schnell sich die Effekte der kanadischen Handelspolitik und der strategischen Kooperationen in konkreten Auftrags- und Ergebniszahlen niederschlagen.

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