Cardano: Neuer Anlauf
Cardano hat sich nach einem schwachen Jahr 2025 zurückgemeldet. Der Token profitiert von der breiteren Krypto-Erholung – entscheidend sind aber weniger die kurzfristigen Kursbewegungen als mehrere konkrete Fortschritte bei Governance, Infrastruktur und Skalierung. Die Frage ist: Reicht diese Kombination, um aus der technischen Erholung einen nachhaltigeren Trend zu machen?
Kursbild und Marktumfeld
ADA hat sich seit den Tiefständen Ende Dezember spürbar erholt und notiert aktuell bei rund 0,40 US‑Dollar. Damit liegt der Kurs zwar noch deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 0,87 US‑Dollar, aber klar über dem jüngsten Tief von 0,33 US‑Dollar – ein Plus von gut 20 % gegenüber diesem Niveau.
Der RSI von 32,5 signalisiert trotz der jüngsten Gewinne ein eher abgekühltes Momentum. Gleichzeitig deutet die hohe annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 67 % darauf hin, dass starke Ausschläge weiterhin zum Alltag gehören. Im Hintergrund läuft eine übergeordnete Krypto-Rally, gestützt durch niedrigere US-Inflationsdaten und die Erwartung weiterer Zinssenkungen der Federal Reserve – ein Umfeld, das Risikoanlagen wie Kryptowährungen historisch häufig Rückenwind gegeben hat.
Governance und Technik: Protokoll-Upgrade im Fokus
Ein zentraler Treiber der aktuellen Aufmerksamkeit sind Fortschritte bei der Protokollentwicklung und der Governance-Struktur von Cardano.
Protokollversion 11: „van Rossem“-Hard Fork
Die Governance-Organisation Intersect hat vorgeschlagen, das nächste Netzwerk-Upgrade auf Protokollversion 11 als „van Rossem Hard Fork“ zu benennen – im Einklang mit der Tradition, Upgrades nach prägenden Community-Mitgliedern zu benennen. Inhaltlich bringt das Upgrade mehrere technische Verbesserungen:
- Bessere Plutus-Performance: Überarbeitete Plutus-Primitives sollen Smart-Contract-Ausführungen effizienter machen.
- VRF-Schlüssel-Eindeutigkeit: Anpassungen an der Implementierung der verifizierbaren Zufallsfunktionen stärken die Sicherheit.
- Strengere Reference-Input-Regeln: Verbesserte Ledger-Regeln sollen die Konsistenz der Transaktionsverarbeitung erhöhen.
Das Upgrade ist Teil der treasury-finanzierten Weiterentwicklung des Netzwerks und befindet sich bereits im Governance-Abstimmungsprozess. Damit zeigt sich, dass das On-Chain-Governance-Modell praktisch genutzt wird und nicht nur theoretischer Rahmen bleibt.
70 Millionen ADA für „Critical Infrastructure“
Parallel dazu hat die Community eine umfangreiche Treasury-Allokation beschlossen: 70 Millionen ADA – umgerechnet rund 28 Millionen US‑Dollar – werden für kritische Infrastrukturmaßnahmen freigegeben. Der Vorschlag kam von der sogenannten Cardano Pentad, bestehend aus:
- Input Output Global (IOG)
- Cardano Foundation
- EMURGO
- Intersect
- Midnight Foundation
Delegierte Repräsentanten (dReps) und das Verfassungskomitee unterstützten den Antrag deutlich. Die Mittel sollen unter anderem:
- potenzielle Integrationen von Tier‑1‑Stablecoins vorbereiten
- grundlegende Infrastrukturprojekte im Ökosystem finanzieren
Damit wird ein finanzieller Rahmen geschaffen, um Cardano technologisch und anwendungsseitig breiter aufzustellen – ein Punkt, der langfristig wichtiger ist als einzelne Tagesbewegungen im Kurs.
Wachstumstreiber Midnight und Skalierung
Ein weiterer Baustein der mittel- bis langfristigen Story ist die Entwicklung der Partner-Chain Midnight und das Skalierungsprojekt Ouroboros Leios.
Midnight: Datenschutz als Katalysator
Midnight ist eine auf Datenschutz ausgerichtete Partner-Chain, die eng mit Cardano verknüpft werden soll. Der Midnight-Token (NIGHT) ist bereits seit dem 4. Dezember 2025 im Markt, der Mainnet-Start wird für das erste Quartal 2026 erwartet. Der Fahrplan sieht vor:
- erste dezentrale Anwendungen (dApps) im Laufe von Q1 2026
- eine anschließende Netzwerkerweiterung in Q2 2026
Charles Hoskinson beschreibt Midnight als „Schweizer Taschenmesser“ für Privacy-Technologie. Kernkonzept ist „rational privacy“ – also die Möglichkeit, Informationen zu verifizieren, ohne sie vollständig offenzulegen. Das Protokoll soll zudem mit mehreren Blockchains zusammenarbeiten können, was den Anwendungsbereich deutlich erweitert. Gelingt der Launch wie geplant, könnte Midnight zusätzliche Entwickler und Nutzer in das breitere Cardano-Ökosystem ziehen.
Ouroboros Leios: Deutlich höherer Durchsatz angepeilt
Auf der Basisschicht arbeitet das Team parallel am Skalierungs-Upgrade Ouroboros Leios. Simulationsdaten deuten auf einen möglichen Durchsatz, der 30- bis 50‑mal über der aktuellen Mainnet-Kapazität liegen könnte. Damit zielt Cardano klar auf Wettbewerber wie Solana, die sich stark über hohe Transaktionsraten positionieren.
Noch handelt es sich um Entwicklungsarbeit, aber das Upgrade ist ein wesentlicher Baustein der Strategie, Cardano als Plattform für Anwendungen mit hohem Transaktionsvolumen attraktiver zu machen.
Partnerschaften und institutionelles Interesse
Neben Technik und Governance spielen Partnerschaften und institutionelle Produkte eine wachsende Rolle.
- Chainlink-Kooperation: Berichte verweisen auf eine Zusammenarbeit mit Chainlink für Oracle-Dienste, also die zuverlässige Einspeisung externer Daten in Smart Contracts. Das ist für viele reale Anwendungsfälle – etwa im DeFi-Sektor – eine Grundvoraussetzung.
- Stablecoin-Integration (USD1): Auf Governance-Ebene werden Integrationen von Tier‑1‑Stablecoins wie USD1 diskutiert. Solche Assets können Liquidität, Nutzer und DeFi-Anwendungen anziehen.
- Grayscale-ETF-Filing: Grayscale hat einen Spot-ETF für ADA beantragt. Das unterstreicht, dass Cardano weiterhin auf dem Radar institutioneller Investoren steht und potenziell leichter zugänglich für diese Zielgruppe werden könnte.
Diese Elemente zahlen auf die Wahrnehmung ein, dass Cardano nicht isoliert, sondern im Verbund mit etablierten Krypto-Infrastrukturanbietern agiert.
Rückblick 2025: Tiefer Fall, weiter Weg
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Blick zurück auf 2025 ernüchternd. ADA verlor im vergangenen Jahr rund 64 % an Wert. Während Bitcoin und Ethereum neue Allzeithochs markierten, fiel Cardano von Spitzenkursen um 1,17 US‑Dollar Anfang 2025 auf Tiefstände nahe 0,33 US‑Dollar zum Jahresende.
Der aktuelle Abstand von knapp 54 % zum 52‑Wochen-Hoch zeigt, wie viel Boden noch aufzuholen wäre, um an frühere Bewertungsniveaus anzuknüpfen. Gleichzeitig macht die Erholung seit dem Tief von gut 20 % deutlich, dass die Verkäufe zunächst gestoppt sind und der Markt wieder selektiv nach oben schaut.
Ausblick: Execution wird entscheidend
Für 2026 ist die Ausgangslage gemischt: Auf der einen Seite steht ein belastendes Vorjahr mit deutlicher Underperformance gegenüber den Krypto-Schwergewichten. Auf der anderen Seite gibt es konkrete Katalysatoren:
- das anstehende Protokoll-Upgrade auf Version 11
- die beschlossene Treasury-Finanzierung von 70 Millionen ADA für kritische Infrastruktur
- der geplante Mainnet-Start der Privacy-Chain Midnight im ersten Quartal
- der fortschreitende Ausbau der Skalierung über Ouroboros Leios
- potenzielle Integrationen von Tier‑1‑Stablecoins und institutionelle Vehikel wie ein möglicher ADA-ETF
Ob ADA die aktuelle Erholung in einen tragfähigeren Aufwärtstrend verwandeln kann, hängt wesentlich davon ab, ob diese Projekte im Laufe des Jahres 2026 wie geplant umgesetzt und in konkrete Nutzung übersetzt werden.
Cardano: Kaufen oder verkaufen?! Neue Cardano-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Cardano-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Cardano-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Cardano: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








