BYD stellt mit „Linghui“ eine neue eigenständige Marke für Flotten- und B2B-Kunden auf die Beine. Der Schritt zielt direkt auf Taxi-Unternehmen, Ride-Hailing-Dienste und Firmenflotten und soll zugleich die Marge im Kerngeschäft stabilisieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob BYD damit im intensiven Preiswettbewerb Profitabilität und Markenpositionierung besser austarieren kann.

  • Neue Marke „Linghui“ speziell für Flottenkunden
  • Start mit vier Modellen auf Basis bestehender BYD-Fahrzeuge
  • Ziel: Preisaggressivität im B2B-Segment, Schutz der Kernmarke im Privatkundengeschäft
  • Analysten sehen Margendruck 2026, bleiben aber mehrheitlich positiv gestimmt

Linghui: Aufbau einer eigenen Flottenmarke

Linghui wurde Ende der vergangenen Woche offiziell über Unterlagen beim chinesischen Industrieministerium (MIIT) bekannt. Die Marke startet mit vier Modellen, die im Kern auf bewährten BYD-Fahrzeugen aus den Serien Dynasty und Ocean basieren, darunter Ableitungen der Limousinen Qin Plus und Han.

Linghui erhält ein eigenes Logo und separate Vertriebskanäle. Der Fokus liegt klar auf Ride-Hailing, Taxiunternehmen und Firmenflotten mit hohen Stückzahlen. Mit der Trennung vom Endkundengeschäft will BYD das Preisniveau und das Image der Hauptmarke schützen, die zunehmend in höherwertige Segmente vordringt.

Hintergrund: Margen im Fokus

Die strategische Einführung von Linghui ist vor dem aktuellen Marktumfeld zu sehen. Zwar hat BYD seine Position als weltweit führender Anbieter von New-Energy-Fahrzeugen gefestigt, doch die starke Ausweitung der Verkäufe schlägt sich bislang nicht in gleicher Weise in der Profitabilität nieder.

Ein aktueller Analystenkommentar verweist auf den anhaltenden Preiskampf im chinesischen Heimatmarkt und sinkende Gewinne pro Fahrzeug. Genau hier setzt Linghui an: Durch eine eigene Flottenmarke kann BYD in diesem volumenstarken B2B-Segment mit aggressiveren Preisen auftreten, ohne die Preissetzungsmacht und das Markenbild der Hauptmarke gegenüber Privatkunden zu verwässern.

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Die Abspaltung der Flottenaktivitäten erlaubt zugleich eine klarere Segmentierung: Im Massen- und Flottengeschäft spielt Skaleneffizienz die zentrale Rolle, während die Kernmarke stärker auf Ausstattung, Technik und margenstärkere Modelle zielt.

Einordnung und Ausblick

Die Einführung von Linghui markiert eine Verschiebung im Strategiefokus – weg vom reinen Volumenwachstum hin zu einer feineren Marktsegmentierung mit Blick auf stabilere Margen. Für BYD ist die Premium-Wahrnehmung der Hauptmarke ein wichtiger Hebel, um sich langfristig von Wettbewerbern im hart umkämpften chinesischen EV-Markt abzusetzen.

Der nächste konkrete Prüfstein wird der Jahresbericht 2025, der um Ende März erwartet wird. Dann dürfte besonders im Fokus stehen, wie sich erste Effekte der neuen Flottenmarke auf die Margenstruktur abzeichnen und wie BYD den Spagat zwischen Volumen, Preisniveau und Profitabilität umsetzt.

Trotz der bestehenden Sorgen um die Ertragskraft bleibt die Analystenstimmung überwiegend positiv: In einer heute aktualisierten Umfrage von 28 Experten empfehlen 23 den Titel mit „Kaufen“ oder „Outperform“, nur einer votiert für „Verkaufen“.

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