BYD Aktie: Mehrere Impulse
Eine Reihe positiver Nachrichten hat der BYD-Aktie in dieser Woche Rückenwind gegeben. Neben einem wegweisenden Zollschritt Kanadas für chinesische Elektroautos sorgten ein optimistischer Analystenbericht von Bernstein, Klarstellungen aus Brüssel zu möglichen EU-Zöllen sowie neue Modelle und ein möglicher Batterie-Deal mit Ford für Aufmerksamkeit. Wie stark sind diese Impulse im Kontext der jüngsten Wachstumsdelle zu bewerten?
Kanada öffnet Tür nach Nordamerika
Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte am Freitag an, die Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge von 100 % auf 6,1 % zu senken. Künftig dürfen bis zu 49.000 chinesische E-Autos in den kanadischen Markt eingeführt werden. Für BYD ist das ein wichtiger Schritt, um seine Nordamerika-Strategie voranzutreiben.
Nach Angaben der kanadischen Regierung orientiert sich das Kontingent an den Importvolumina der Jahre 2023–2024 vor den Handelskonflikten und entspricht weniger als 3 % des kanadischen Neuwagenmarktes. Innerhalb von fünf Jahren soll mehr als die Hälfte dieser Fahrzeuge aus günstigen E-Modellen unter 35.000 US-Dollar bestehen.
Die Ankündigung folgt auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump in Detroit, wonach er chinesische Autohersteller ausdrücklich einlädt, Produktionsstandorte in den USA aufzubauen. BYD als weltweit größter Hersteller von Elektrofahrzeugen gilt als einer der potenziellen Hauptprofiteure dieses Politikwechsels.
Wichtige Punkte des Kanada-Deals:
- Zollsenkung von 100 % auf 6,1 % für chinesische E-Autos
- Quotenregel: bis zu 49.000 Fahrzeuge, <3 % des kanadischen Neuwagenmarktes
- Fokus auf erschwingliche Modelle unter 35.000 US-Dollar
Bernstein sieht 30 % Kurspotenzial
Die Investmentbank Bernstein bestätigte am 18. Januar ihr „Outperform“-Rating für die in Hongkong notierten BYD-Aktien und setzte das Kursziel auf 130 HK-Dollar (rund 16,67 US-Dollar). Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von etwa 30 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.
Die Analysten argumentieren, dass die aktuelle Bewertung den Wert und das Wachstumspotenzial des Batteriegeschäfts nicht angemessen widerspiegelt. Laut Bericht könnte die Batteriesparte allein rund 110 Milliarden US-Dollar wert sein – und damit nahezu dem gesamten Börsenwert des Konzerns von etwa 115 Milliarden US-Dollar entsprechen.
Batteriegeschäft rückt in den Fokus
Bernstein hob mehrere Entwicklungen im Batterie-Segment hervor:
- BYD ist nach EV-Installationen der weltweit zweitgrößte Batteriehersteller
- Batteriesendungen stiegen 2025 um 47 % und sollen 2026 um weitere 35 % wachsen
- Externe Batteriesendungen machten im vergangenen Jahr über 10 % des Konzernumsatzes aus
- Xiaomi und XPeng stehen jeweils für 25 % der externen EV-Batterielieferungen
- Batterielieferungen für stationäre Energiespeicher haben sich 2025 mehr als verdoppelt
Die Analysten erwarten kurzfristige Impulse durch neue batterieelektrische Modelle, Technologie-Upgrades bei Batterien und mehrere Produktneuheiten innerhalb des nächsten Monats.
EU: Keine neuen Zölle auf Hybride
Für zusätzliche Entlastung sorgte eine Klarstellung der EU-Kommission. Am Montag dementierte die Behörde Berichte, wonach sie Strafzölle auf chinesische Hybridfahrzeuge analog zu jenen für reine Elektroautos prüfe.
„Es gibt keine laufende Untersuchung zu Exporten von Hybridfahrzeugen aus China in die Europäische Union“, erklärte EU-Handelssprecher Olof Gill auf einer Pressekonferenz in Brüssel.
Der Schritt kommt vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs chinesischer Hybridexporte in die EU: Diese legten im vergangenen Jahr um 155 % zu, während die Ausfuhren batterieelektrischer Fahrzeuge nur um 12 % wuchsen. BYDs Plug-in-Hybride, darunter Modelle wie der Qin L DM-i, standen zuletzt im Fokus, nachdem Medienberichte dem französischen EU-Kommissar Stéphane Séjourné eine harte Linie bei Hybriden zugeschrieben hatten.
Bereits am 12. Januar hatten EU und China eine Einigung über Mindestpreise für chinesische BEV-Exporte erzielt. Hersteller können damit zusätzliche Zölle vermeiden, wenn sie bestimmte Preisuntergrenzen einhalten.
Neue Flaggschiff-Modelle vorgestellt
Ebenfalls am Montag präsentierte BYD zwei neue Flaggschiffe der Ocean Series: die Limousine Seal 08 und das SUV Sea Lion 08. Beide Fahrzeuge gehören zur neuen Ocean-8-Reihe und markieren den Eintritt des Unternehmens in das Segment großer Flaggschiffmodelle.
Das Design orientiert sich am Ocean-S-Konzept, das auf der Auto China in Shanghai 2025 gezeigt wurde, und folgt der neuen Designsprache „Ocean Aesthetics“. Seit Einführung der Ocean Series im November 2021 summierten sich die Verkäufe der Reihe auf 6 Millionen Fahrzeuge. Mehrere Modelle – darunter Song PLUS, Seagull, Dolphin und Seal – überschritten jeweils die Marke von 1 Million verkauften Einheiten.
Gespräch mit Ford über Batterielieferungen
Zusätzlichen Rückenwind liefert ein Bericht des Wall Street Journal vom 15. Januar. Demnach führt Ford Gespräche mit BYD über den Bezug von Batterien für Hybridfahrzeuge. Konkrete Kommentare zu den Verhandlungen lehnten beide Unternehmen ab. Ford erklärte lediglich, man spreche mit „vielen Unternehmen über viele Dinge“.
Ein mögliches Lieferabkommen würde BYDs Rolle in der globalen Batteriewertschöpfungskette weiter unterstreichen und die Position als Zulieferer für große internationale Autohersteller stärken.
Marktumfeld und Ausblick
Trotz der positiven Nachrichten stand der Konzern zuletzt unter Druck. In einem zunehmend hart umkämpften Heimatmarkt und mit nachlassender Dynamik meldete BYD für 2025 mit 7,73 % das schwächste jährliche Absatzwachstum seit fünf Jahren. Die Inlandsverkäufe gingen bis Dezember vier Monate in Folge zurück.
Demgegenüber hat das Auslandsgeschäft deutlich zugelegt. Die Auslandsverkäufe erreichten 2025 mit 1.046.083 Fahrzeugen einen Rekord und lagen 150,7 % über dem Vorjahr. Für 2026 peilt BYD bis zu 1,6 Millionen verkaufte Fahrzeuge außerhalb Chinas an.
Bernstein rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der Inlandsverkäufe um 10 % auf 5,4 Millionen Fahrzeuge. Die Auslandsverkäufe sollen demnach um 4,4 % auf 1,5 Millionen Einheiten steigen. Insgesamt plant BYD, 2026 mindestens zehn neue Modelle auf den Markt zu bringen.
Ein wichtiger nächster Termin ist der anstehende Geschäftsbericht, der für den 23. März erwartet wird. Dann legt BYD Zahlen vor, an denen sich ablesen lässt, wie stark die internationalen Expansionserfolge und das Batteriegeschäft die schwächere Entwicklung im Heimatmarkt tatsächlich ausgleichen.
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