Der chinesische Elektroauto-Riese BYD treibt seine globale Expansion mit konkreten Plänen für den kanadischen Markt voran. Während das Unternehmen den Aufbau eines eigenen Händlernetzes und sogar einer lokalen Fabrik prüft, blicken Anleger gespannt auf den kommenden Donnerstag. Dann stehen die Jahreszahlen für 2025 an, die zeigen müssen, ob das aggressive Auslandsgeschäft die aktuelle Schwäche auf dem Heimatmarkt ausgleichen kann.

Händlernetz und neue Zölle

Den Anfang der Nordamerika-Offensive soll der Großraum Toronto machen. Laut Beratungskreisen plant BYD, innerhalb eines Jahres 20 Autohäuser in Kanada zu eröffnen, gefolgt von Standorten in Vancouver, Montreal und Calgary. Möglich macht diesen Schritt eine Neuausrichtung der kanadischen Zollpolitik.

Die Regierung hat eine Quote eingeführt, die den Import einer festgelegten Menge chinesischer Elektroautos zu einem stark reduzierten Zollsatz von 6,1 Prozent erlaubt. Zuvor lag dieser bei 100 Prozent. Diese veränderten Rahmenbedingungen machen den Markteintritt für BYD wirtschaftlich attraktiv, auch wenn die anfängliche Quote von 49.000 Fahrzeugen pro Jahr im Vergleich zum Gesamtmarkt noch gering ausfällt.

Eigene Produktion statt Joint Venture

Die Ambitionen gehen allerdings über den reinen Verkauf hinaus. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass BYD den Bau einer eigenen Produktionsstätte in Kanada prüft. Dabei erteilte sie den von der Regierung in Ottawa favorisierten Joint Ventures eine klare Absage. Der Konzern bestehe auf einer vollständigen Kontrolle über seine Anlagen, um die eigene vertikale Integration von Batterien bis hin zu Halbleitern zu wahren.

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Um die Expansion zu beschleunigen, schließt das Management auch die Übernahme eines schwächelnden traditionellen Autobauers nicht aus. Ein lokaler Produktionsstandort würde zudem ein wichtiges Verkaufshindernis beseitigen: Bislang sind importierte Fahrzeuge von staatlichen kanadischen Kaufprämien von bis zu 5.000 Dollar ausgeschlossen.

Schwacher Heimatmarkt belastet

Diese aggressive Auslandsexpansion passiert aus einer klaren Notwendigkeit heraus. Auf dem chinesischen Heimatmarkt verzeichnete BYD in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 einen Absatzrückgang von rund 36 Prozent. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Wiedereinführung einer fünfprozentigen Kaufsteuer auf Elektroautos Ende 2025, die zu Vorzieheffekten und einer anschließenden Nachfragelücke führte.

Die am Donnerstag anstehenden Geschäftszahlen für 2025 dürften diese Belastungen bereits teilweise widerspiegeln. Analysten rechnen für das vierte Quartal mit einem Umsatzrückgang von knapp 11 Prozent sowie sinkenden Gewinnen je Aktie. Entsprechend weit auseinander gehen die aktuellen Kursziele der Experten für die in Hongkong gelistete Aktie:

  • Durchschnittliches Kursziel: 125,12 HKD
  • Höchste Schätzung: 177,20 HKD
  • Niedrigste Schätzung: 80,38 HKD

Der anstehende Jahresbericht am Donnerstag wird den Investoren konkrete Daten liefern, inwieweit die internationalen Verkäufe die heimischen Einbußen abfedern. Im Februar übertrafen die Auslandslieferungen mit über 100.600 Fahrzeugen bereits erstmals die Inlandsverkäufe. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hat das Management ein festes Ziel von 1,3 Millionen verkauften Fahrzeugen außerhalb Chinas definiert.

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