BYD Aktie: Globale Weichenstellung
BYD steht gleichzeitig unter dem Eindruck schwächerer Kurse in Hongkong und neuer Fortschritte in Europa und Lateinamerika. Der Titel hat sich deutlich von den Höchstständen über 158 HKD zur Jahresmitte 2025 entfernt und pendelt derzeit um 97 bis 100 HKD. Im Hintergrund laufen jedoch entscheidende Weichenstellungen bei Handelspolitik, Produktion und Batteriesparte.
EU-Importzölle: Entspannung bei Hybriden
Für Erleichterung sorgte eine klare Aussage der EU-Kommission: Entgegen Medienberichten prüft Brüssel derzeit keine Zölle auf Hybridfahrzeuge aus China. EU-Handelssprecher Olof Gill stellte klar, dass es „keine laufende Untersuchung zu Exporten von Hybridfahrzeugen aus China in die Europäische Union“ gibt.
Zuvor hatte ein Bericht die Sorge geschürt, die bestehenden Zusatzzölle auf chinesische Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV) könnten auf Hybride ausgeweitet werden. Die Einordnung ist vor allem deshalb relevant, weil:
- die Exporte chinesischer Hybridfahrzeuge in die EU 2025 um 155 % gestiegen sind
- die von Zöllen betroffenen BEV-Exporte nur um 12 % zulegten
- Hybride inzwischen ein Drittel der weltweiten chinesischen Pkw-Exporte ausmachen
Aktuell erhebt die EU auf chinesische BEVs zusätzliche Zölle zwischen 7,8 % und 35,3 % oberhalb des regulären Importzolls von 10 %. Eine jüngste Einigung zwischen China und der EU zu Preiszusagen bietet Herstellern zudem einen Weg, diese Zölle durch Mindestpreise zu umgehen.
Produktion in Brasilien wird ausgebaut
Parallel treibt BYD den Aufbau der Fertigung in Brasilien mit hohem Tempo voran. Im Werk Camaçari im Bundesstaat Bahia sollen zwischen April und Mai 2026 neue Bereiche wie Stanzen, Schweißen und Lackierung anlaufen. Damit entwickelt sich die Anlage von einer reinen Montagefabrik zu einem Standort mit vollständiger Fahrzeugproduktion.
Wichtige Kennzahlen zum Brasilien-Ausbau
- Mitarbeiterzahl: Anstieg von 2.000 auf 5.000 Beschäftigte bis Ende 2026
- Monatliche Kapazität: Ausbau von 4.000 auf 20.000 Fahrzeuge
- Investitionen: 3 Mrd. R$ von zugesagten 5,5 Mrd. R$ bereits umgesetzt
- Absatz 2025: 112.000 Fahrzeuge, ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorjahr
Laut BYD-Vizepräsident Alexandre Baldy soll der lokale Wertschöpfungsanteil bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 auf 50 % steigen. Zudem startet im Mai die Produktion ethanolfähiger Hybridmodelle, deren Technologie gemeinsam von Ingenieurteams in Brasilien und China entwickelt wurde.
Batteriesparte im Fokus der Analysten
Die Investmentbank Bernstein bekräftigte ihr Outperform-Rating und hebt insbesondere den Wert der Batteriesparte hervor. Nach Einschätzung der Analysten ist BYD gemessen an eingebauten EV-Batterien weltweit der zweitgrößte Hersteller und liefert rund 70 % mehr Batteriekapazität aus als der drittgrößte Anbieter.
Bernstein schätzt, dass allein das Batteriegeschäft einen Wert von rund 110 Mrd. US-Dollar haben könnte. Das liegt nahe an der aktuellen Marktkapitalisierung des gesamten Konzerns von etwa 115 Mrd. US-Dollar. Batterielieferungen an externe Kunden machten 2025 bereits mehr als 10 % des Umsatzes aus und sollen in diesem Jahr in den mittleren Zehnprozentbereich steigen.
Die Prognosen der Analysten im Überblick:
- Inlandsabsatz von Fahrzeugen: +10 % auf 5,4 Mio. Einheiten
- Auslandsabsatz: +4,4 % auf 1,5 Mio. Einheiten
- Gesamt-Batterielieferungen: +35 % im Jahr 2026
Politische Unsicherheit als Bremsfaktor
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach BYD-Vizepräsidentin Stella Li über die anhaltende Unsicherheit bei Förder- und Regulierungspolitik für Elektrofahrzeuge. Unterschiedliche und wechselnde Vorgaben in den einzelnen Märkten erschweren demnach die Planung für Hersteller und verzögern den globalen Hochlauf der Elektromobilität.
Die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, bestätigte auf demselben Panel, dass „hin und her gehende Entscheidungen auf nationaler Ebene“ es der Industrie erschwert hätten, sich mit voller Kraft zu engagieren und Kapazitäten im gleichen Tempo auszubauen, wie es einigen chinesischen Anbietern gelungen sei.
Marktposition und Bewertung
Trotz handelspolitischer Spannungen baut BYD seine Präsenz in wichtigen Auslandsmärkten weiter aus. In Brasilien liegt das Unternehmen insgesamt auf Rang sieben im Pkw-Markt und auf Platz vier nach Einzelhandelsvolumen. Mittelfristig strebt BYD dort einen Platz unter den Top 3 bis 2027 und die Marktführerschaft bis 2028 an. Seit April 2022 wurden in Brasilien mehr als 200.000 Fahrzeuge verkauft.
In Hongkong haben die Aktien gemessen am 52-Wochen-Hoch von 158,87 HKD rund 40 % eingebüßt. Der Kursrückgang spiegelt unter anderem den intensiven Wettbewerb im chinesischen EV-Markt und die nachlassende Dynamik beim heimischen Absatz wider. Bernstein sieht den fairen Wert bei 130 HKD je Aktie und damit rund 30 % über dem aktuellen Kursniveau – womit die Bank sowohl der Auslandsstrategie als auch der Batteriesparte weiteres Potenzial zuschreibt.
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