Nico Schlotterbeck legt den Finger in die Wunde. Nach dem 2:1 in Wolfsburg spricht der Innenverteidiger aus, was viele denken: „Man muss auch mal den Anspruch haben als BVB, auch mal den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden." Starke Worte für einen Klub, dem in den letzten Jahren vor allem eines abgesprochen wurde – Mentalität. Doch genau diese könnte jetzt den Unterschied machen.

Mit dem glücklichen Sieg beim abstiegsbedrohten VfL verkürzte Dortmund den Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München auf drei Punkte. Der fünfte Sieg im sechsten Bundesligaspiel des Jahres unterstreicht: Der BVB meint es ernst. Julian Brandt brachte die Schwarz-Gelben per Kopf nach einer Ecke in Führung, Konstantinos Koulierakis glich für Wolfsburg aus, ehe Serhou Guirassy kurz vor Schluss den Siegtreffer erzielte.

Schlotterbeck als emotionaler Anführer

Der 26-Jährige vertrat den verletzten Emre Can als Kapitän – und nutzte die Bühne. „Wenn ich sage: Wir wollen vorangehen, wir wollen die da oben angreifen, dann gebe ich die Marschroute vor", erklärte Schlotterbeck nach dem Spiel. Seine Ansage vom vergangenen Wochenende habe Wirkung gezeigt: „Die Jungs haben unter der Woche gemerkt, wie sehr ich dafür brenne."

Teamkollege Julian Brandt zeigte Respekt für die offene Art des Verteidigers, gibt sich selbst aber zurückhaltender: „Ich bin aus dem Norden, ich bin ein bisschen demütiger unterwegs." Auch Trainer Niko Kovac wählt vorsichtigere Worte: „Wir sind ein großer Club, der Ambitionen hat", sagte der Coach im ZDF. Erst einmal gelte es, die Champions-League-Qualifikation zu sichern. Wenn dann noch genug Spiele blieben, würde man nach vorne attackieren.

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Vertragsverlängerung weiter offen

Während Schlotterbeck auf dem Platz vorangeht, zieht sich seine eigene Zukunft beim BVB in die Länge. Die Verhandlungen über eine Verlängerung seines bis 2027 laufenden Vertrags kommen nur schleppend voran. Sportdirektor Sebastian Kehl wird deutlich: „Ich bin ein Freund von Klarheit in allen Bereichen und in Themen. Wir sind auf dem Gaspedal. Nico weiß, dass wir so schnell wie möglich eine Entscheidung haben."

Am kommenden Freitag gegen Mainz muss Dortmund bereits ohne seinen Abwehrchef auskommen – die fünfte Gelbe Karte zwingt Schlotterbeck zur Pause. „Das tut extrem weh, im Heimspiel zu fehlen", bedauerte der Nationalspieler. Danach folgen die entscheidenden Wochen: Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo und Bundesliga-Kräftemessen mit RB Leipzig sowie dem FC Bayern.

Ob Schlotterbecks Titelansage mehr als heiße Luft ist, wird sich zeigen. Eines hat der BVB jedenfalls schon bewiesen: Die oft kritisierte Mentalität scheint endlich da zu sein.

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