Broadcom Aktie: Showdown bei den Zahlen
Broadcom meldet am Mittwochabend die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 – und die Erwartungen könnten kaum höher sein. Der Chip- und Software-Konzern sitzt auf einem AI-Auftragspolster von 73 Milliarden Dollar, doch zugleich drücken Margenprobleme auf die Stimmung. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits neun Prozent verloren.
Die Erwartungen: Verdopplung im AI-Geschäft
Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 2,03 Dollar und einem Umsatz von 19,26 Milliarden Dollar – ein Plus von 28 Prozent im Jahresvergleich. Der entscheidende Treiber: AI-Chips. CEO Hock Tan hatte im Dezember angekündigt, dass die AI-Halbleiter-Erlöse auf 8,2 Milliarden Dollar verdoppeln sollen, nachdem sie im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 bereits 6,5 Milliarden Dollar erreicht hatten.
Das Unternehmen hat in den vergangenen vier Quartalen stets die Umsatzerwartungen übertroffen. Allein der Auftragsbestand für AI-Switches überstieg Ende 2025 die Marke von zehn Milliarden Dollar – ein klares Signal für die Nachfrage nach Broadcoms Tomahawk-6-Switch, der Datenraten von 102 Terabit pro Sekunde erreicht.
Das Margenproblem: Wachstum mit Preis
Trotz des Umsatzmomentums gibt es einen Wermutstropfen. Broadcom selbst hatte bereits einen sequenziellen Rückgang der Bruttomarge um 100 Basispunkte signalisiert. Der Grund: Die maßgeschneiderten AI-Beschleuniger für Hyperscaler wie Alphabet und Meta werfen niedrigere Margen ab als das traditionelle Geschäft. Was jahrelang als Hochmargen-Business galt, gerät durch die Produktmischung unter Druck.
Analysten erwarten zwar weiterhin starkes Umsatzwachstum im AI-Segment, rechnen aber damit, dass die Rentabilität im Jahresverlauf belastet bleibt. Die Frage ist, ob Broadcom diese Entwicklung durch Skaleneffekte kompensieren kann.
VMware und der Software-Arm
Neben den Chips bleibt die Integration von VMware ein kritischer Faktor. Die VMware Cloud Foundation soll als margenstärkeres Cash-Geschäft fungieren und die Kosten der Hardware-Entwicklung abfedern. Doch UBS-Analysten warnen: Eine große Welle auslaufender Drei-Jahres-Verträge steht Ende 2026 und 2027 an. Broadcom muss diese Kunden auf neue Abo-Modelle umstellen, ohne signifikante Abwanderung zu riskieren.
Analystenstimmen: Optimismus mit Vorbehalt
Wall Street bleibt mehrheitlich konstruktiv. Von 52 Analysten halten nur zwei die Aktie auf "Halten", kein einziger rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel ist von 390 Dollar vor den Q4-Zahlen auf 452 Dollar gestiegen. Allerdings haben einige Häuser ihre Ziele zuletzt gesenkt: RBC Capital reduzierte das Ziel von 370 auf 340 Dollar, Citigroup von 480 auf 458 Dollar.
Melius Research verweist darauf, dass Meta und Alphabet ihre Investitionsbudgets 2026 jeweils um rund 30 Prozent erhöht haben – direkte Nachfragetreiber für Broadcom. Doch Evercore gibt zu bedenken, dass Investoren sich fragen, ob 2026 bereits den Höhepunkt der AI-Ausgaben markiert.
Was nach Börsenschluss zählt
Entscheidend werden die Guidance für das zweite Quartal, die konkrete Entwicklung der AI-Chip-Mischung und die Aussagen zum Auftragsbestand beim Tomahawk 6 sein. Für das laufende Quartal erwarten Analysten 2,17 Dollar Gewinn je Aktie bei 20,56 Milliarden Dollar Umsatz. Die Forward-KGV-Bewertung liegt bei 26,9 – über den Multiples von Nvidia (21,3) und AMD (25,7). Der freie Cashflow stieg im Geschäftsjahr 2025 um 39 Prozent auf 26,9 Milliarden Dollar, die Quartalsdividende wurde um zehn Prozent auf 0,65 Dollar angehoben. Am 4. März wird sich zeigen, ob das AI-Momentum die Margensorgen überstrahlt.
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