Ein ranghoher Broadcom-Manager hat die Lieferkettenprobleme in der Chipindustrie ungewöhnlich offen benannt. Natarajan Ramachandran, Director of Product Marketing bei Broadcom, erklärte öffentlich, dass TSMC an seine Produktionskapazitätsgrenzen stößt — und dass dieser Engpass die gesamte KI-Hardware-Versorgung bis weit ins Jahr 2027 hinein belastet.

Nachfrage dreimal höher als das Angebot

Ramachandran formulierte es deutlich: Hätte er früher TSMCs Kapazität noch als „unendlich" beschrieben, hat sich dieses Bild grundlegend gewandelt. Die Lieferkette sei 2026 bereits „abgewürgt" worden, auch wenn TSMC seine Kapazitäten bis 2027 schrittweise ausbaue.

Branchenschätzungen zufolge übersteigt die Nachfrage nach fortschrittlichen Chips das verfügbare Angebot derzeit um das Dreifache. Der Engpass beschränkt sich dabei nicht auf Halbleiter allein. Ramachandran verwies auf Knappheiten im Laserbereich sowie bei Leiterplatten für optische Transceiver, deren Lieferzeiten von rund sechs Wochen auf bis zu sechs Monate angestiegen sind.

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Langfristverträge als Reaktion auf Knappheit

Die Branche reagiert mit einer strukturellen Anpassung ihrer Einkaufsstrategien. Unternehmen sichern sich zunehmend Produktionskapazitäten über Mehrjahresverträge — viele Kunden binden sich nun drei bis vier Jahre im Voraus. Samsung bestätigte, bei Großkunden auf Laufzeiten von drei bis fünf Jahren umzusteigen.

Auch Nvidia soll Berichten zufolge seine Feynman-KI-Plattform, die für 2028 erwartet wird, anpassen müssen: TSMCs modernsten 2-Nanometer-Prozess würde das Unternehmen demnach nur für Schlüsselkomponenten nutzen, während andere Teile auf ältere Fertigungstechnologien ausweichen.

Broadcom zwischen Engpass und Wachstumsambitionen

Die Warnung fällt in eine Phase, in der Broadcom seine KI-Ambitionen massiv ausweitet. Zuletzt wurde eine Partnerschaft mit OpenAI zum Aufbau von KI-Beschleunigern mit einer Leistung von zehn Gigawatt bekannt. TSMC baut zwar neue Werke in Taiwan und den USA, doch eine spürbare Entspannung der Versorgungslage ist frühestens 2027 zu erwarten.

Für Broadcom ergibt sich daraus eine ambivalente Lage: Kurzfristig könnte die Chipknappheit das Umsatzpotenzial begrenzen. Mittelfristig stärkt sie jedoch die Preissetzungsmacht eines Unternehmens, das als kritischer Infrastrukturanbieter im KI-Ökosystem fest verankert ist. Die Aktie notiert derzeit rund 22 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs — trotz starker Fundamentaldaten ein Hinweis darauf, dass der Markt die strukturellen Chancen noch nicht vollständig einpreist.

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