Die Schließung der Straße von Hormus hat den Ölmarkt in Aufruhr versetzt — und BP gleichzeitig in eine widersprüchliche Lage gebracht. Steigende Rohstoffpreise stärken die Upstream-Margen, während Aktivisten-Investoren das Unternehmen juristisch unter Druck setzen.

Geopolitik treibt die Ölpreise

Nachdem Iran einen US-Friedensplan abgelehnt hat, ist die Straße von Hormus effektiv gesperrt — ein Engpass, über den rund ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert wird. Brent-Rohöl testete daraufhin die Marke von 109 US-Dollar, WTI überstieg 95 Dollar.

JPMorgan reagierte mit einer Anpassung der Kursziele im Sektor. Die Analysten halten eine dauerhafte geopolitische Risikoprämie von 5 bis 10 Dollar je Barrel für gerechtfertigt. Für integrierte Energiekonzerne wie BP bedeutet das kurzfristig deutlich verbesserte Margen im Fördergeschäft. Die Aktie markierte gestern mit 6,67 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch — ein Plus von rund 31 Prozent seit Jahresbeginn.

Klimaklage mit konkretem Datum

Parallel zur Öl-Rally eskaliert der Streit um BPs Klimastrategie. Am 25. März 2026 leitete die Aktivisten-Gruppe „Follow This", hinter der ein Bündnis aus 16 institutionellen Investoren steht, formale Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen ein.

Kern des Konflikts: BP weigert sich, eine klimabezogene Resolution auf die Tagesordnung der Hauptversammlung am 23. April 2026 zu setzen. Die Anwaltskanzlei Mishcon de Reya hat dem Konzern eine Frist bis zum 1. April gesetzt. Halten die Vorstände diese nicht ein, drohen persönliche Konsequenzen für die Direktoren oder die Pflicht zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Rechtsgrundlage ist Section 339 des britischen Companies Act 2006.

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Makroökonomische Bremse

Die hohen Energiepreise haben auch eine Kehrseite. Goldman Sachs warnt, dass der aktuelle Ölpreisschock die US-Wirtschaft bis Jahresende rund 10.000 Jobs pro Monat kosten könnte. Die Arbeitslosenquote könnte demnach bis zum dritten Quartal 2026 auf 4,6 Prozent steigen.

Für BP ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild: Hohe Rohstoffpreise stützen die unmittelbaren Einnahmen, ein konjunktureller Abschwung würde jedoch die Nachfrage nach Raffinerieprodukten und Chemikalien mittelfristig belasten.

Zwei Termine im April

Die nächsten Wochen werden für BP richtungsweisend. Am 1. April läuft die juristische Frist zur Aufnahme der Klimaresolution ab, am 23. April folgt die Hauptversammlung. Ob der Vorstand seinen strategischen Kurs ohne Zugeständnisse an die Aktivisten halten kann, entscheidet sich in diesem engen Zeitfenster.

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