Bitfarms Aktie: Aufschlussreiche Entwicklungen
Bitfarms stellt sein Geschäftsmodell deutlich neu auf. Statt sich fast ausschließlich auf Bitcoin-Mining zu stützen, richtet der Konzern seine Infrastruktur nun gezielt auf Hochleistungsrechner und künstliche Intelligenz aus. Im Kern geht es darum, weg von der Abhängigkeit vom volatilen Kryptomarkt hin zu stabileren, vertraglich gebundenen Einnahmen zu kommen. Ob dieser Umbau gelingt, entscheidet sich an klar definierten Projekten und harten Finanzkennzahlen.
Rückzug aus Lateinamerika
Der erste große Schritt dieser Neuausrichtung ist der komplette Ausstieg aus Lateinamerika. Den Schlusspunkt setzte der Verkauf der 70-Megawatt-Anlage Paso Pe in Paraguay, dem letzten verbleibenden Vermögenswert in der Region. Der Deal, der Anfang Januar 2026 bekannt gegeben wurde, hat ein Volumen von bis zu 30 Millionen US-Dollar.
Mit der Transaktion löst sich Bitfarms nicht nur von einem geografisch entfernten Standort, sondern reduziert bewusst das Engagement in einem Umfeld mit höheren politischen und operativen Unsicherheiten. Das frei werdende Kapital ist ausdrücklich für den Ausbau der neuen strategischen Ausrichtung vorgesehen und soll nun in Nordamerika eingesetzt werden.
Fokus auf KI- und HPC-Infrastruktur
Der Erlös wird direkt in den Aufbau und die Erweiterung hochleistungsfähiger Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur in Nordamerika gelenkt. Auf der Needham Growth Conference am 13. Januar 2026 hat das Management diese Strategie noch einmal klar umrissen: Bitfarms will sich von einem reinen Bitcoin-Miner zu einer Plattform für Rechenzentren für KI- und HPC-Kunden entwickeln.
Zentrale Elemente dieser Neuausrichtung:
- Umwidmung bestehender, stromstarker Standorte in moderne Rechenzentren
- Aufbau einer Datenzentrumsplattform speziell für AI- und HPC-Anwendungen
- Ziel, von höheren Margen im wachsenden KI-Sektor zu profitieren und die Abhängigkeit vom Bitcoin-Preis deutlich zu senken
Ein Schlüsselprojekt ist die Umrüstung einer 18-Megawatt-Anlage im US-Bundesstaat Washington zu einem dedizierten KI-Rechenzentrum. Die Fertigstellung ist für Dezember 2026 geplant. Mit diesem Schritt verschieben sich auch die operativen Stellhebel des Unternehmens: Statt Hashrate und Bitcoin-Zyklus rücken künftig Themen wie Servicelevel, Auslastung der Rechenzentren und Vertragserfüllung mit Unternehmenskunden in den Vordergrund.
Finanzlage unter Druck
Der Strategiewechsel findet vor dem Hintergrund eines angespannten Zahlenwerks statt. Im dritten Quartal 2025 meldete Bitfarms einen Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten von 69 Millionen US-Dollar – ein Plus von 156 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz dieses kräftigen Wachstums blieb der Wert unter den Erwartungen der Analysten.
Auf der Ergebnisebene zeigt sich der Druck im Mining-Geschäft deutlich: Die Bruttomarge im Mining lag bei 35 %. Aus fortgeführten Aktivitäten verzeichnete Bitfarms einen operativen Verlust von 29 Millionen US-Dollar, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 46 Millionen US-Dollar.
Diese Zahlen illustrieren, wie herausfordernd das klassische Mining-Umfeld derzeit ist und warum das Management den Schritt in Richtung KI- und HPC-Infrastruktur als notwendig erachtet. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zwar deutlich erholt und liegt aktuell klar über dem 200-Tage-Durchschnitt, notiert aber immer noch weit unter dem 52-Wochen-Hoch – der Markt preist damit sowohl die Chancen des Umbaus als auch die Risiken der Übergangsphase ein.
Ausblick: Umbau mit klaren Meilensteinen
Für die nächsten Quartale wird entscheidend sein, wie zügig Bitfarms die geplanten Projekte in Nordamerika umsetzt und ob es gelingt, belastbare Kundenbeziehungen im KI- und HPC-Bereich aufzubauen. Besonders wichtig ist dabei der Fortschritt beim 18-MW-Projekt in Washington bis zur anvisierten Fertigstellung im Dezember 2026. Parallel dazu dürften kommende Quartalsberichte zeigen, wie schnell sich die Ergebnisstruktur vom volatilen Mining-Geschäft hin zu wiederkehrenden Rechenzentrumsumsätzen verschiebt.
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