Bitcoin galt lange als der neue Liebling der Wall Street, doch die anfängliche Euphorie ist einer ernüchternden Realität gewichen. Statt frischem Kapital dominieren derzeit massive Mittelabflüsse bei den US-ETFs das Bild, während der Kurs weit von seinen Rekordhochs aus dem Oktober 2025 entfernt notiert. Die viel beschworene "Institutionalisierung" des Marktes zeigt aktuell ihre Schattenseiten und setzt den Kurs unter Druck.

Institutionelle Flucht als Belastungsfaktor

Seit Oktober 2025 sind rund 8,5 Milliarden US-Dollar aus den US-gelisteten Bitcoin-Spot-ETFs abgeflossen. Diese Entwicklung hat eine unerwartete Anfälligkeit geschaffen: Die hohe Abhängigkeit von amerikanischem Kapital, das sich nun zurückzieht. Daten der Chicago Mercantile Exchange (CME) untermauern diesen Trend, da das Futures-Engagement um etwa zwei Drittel vom Höchststand Ende 2024 auf rund 8 Milliarden US-Dollar eingebrochen ist.

Ein weiteres Warnsignal ist der Preisunterschied zwischen den Handelsplätzen. Bitcoin wird auf der US-Börse Coinbase oft mit einem Abschlag gegenüber der Offshore-Plattform Binance gehandelt. Dieser negative "Coinbase Premium" deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck aus den USA hin, während echte Spot-Nachfrage bislang ausbleibt. Der Kurs notiert aktuell im Bereich von 66.500 US-Dollar, was einem deutlichen Rückgang gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von fast 125.000 US-Dollar entspricht.

Das Ende des Basis-Trades

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Ein wesentlicher Teil der früheren institutionellen Nachfrage war eher technischer als fundamentaler Natur. Hedgefonds nutzten den sogenannten "Basis Trade", bei dem sie Spot-Bitcoin kauften und gleichzeitig Futures verkauften, um die Preisdifferenz als risikofreie Rendite zu vereinnahmen. Als sich dieser Spread nach dem 10. Oktober 2025 jedoch unter das Renditeniveau von US-Staatsanleihen verengte, verlor das Geschäft seine ökonomische Logik. Die Folge war ein abruptes Versiegen dieser mechanischen Kapitalzuflüsse.

Makroökonomische Unsicherheit

Aktuell bewegt sich die Kryptowährung in einer engen Spanne, wobei makroökonomische Faktoren eine klare Richtungssuche erschweren. Zwar nährt eine abkühlende Inflation die Hoffnung auf drei Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr. Doch ein starker US-Dollar und restriktive Signale aus den jüngsten Fed-Protokollen bremsen jede Erholung aus. Selbst hochkarätige Treffen wie das Forum der World Liberty Financial konnten keine neuen Impulse liefern; der Markt reagierte nicht auf die Anwesenheit von Vertretern großer Finanzinstitute.

Für eine nachhaltige Trendwende bedarf es laut Analysten konkreter Beweise für eine weitere Desinflation und eine Rückkehr der Spot-Nachfrage. Die Finanzprodukte, die der Wall Street den Einstieg ermöglichten, haben die Volatilität nicht beseitigt, sondern lediglich verlagert. Solange die Liquiditätsbedingungen angespannt bleiben und langfristige Halter unter Stress stehen, dürften Kursanstiege eher taktischer Natur sein als der Beginn eines neuen Bullenmarktes.

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