Bitcoin: Liquidität wird knapp
Bitcoin bekommt gerade Gegenwind von einer Seite, die viele Krypto-Anleger besonders fürchten: der Geldpolitik. Auslöser der jüngsten Schwäche ist nicht nur ein technischer Rücksetzer, sondern eine veränderte Erwartung an die US-Notenbank. Was steckt hinter dem Kursdruck – und warum reagieren Derivate- und ETF-Märkte so deutlich?
Fed-Personalie als Katalysator
Der Abverkauf beschleunigte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump am Freitag Kevin Warsh als Kandidaten für den Posten des Fed-Chefs nominiert hatte. Warsh gilt als Befürworter einer kleineren Fed-Bilanz. Genau das trifft einen wunden Punkt: Weniger Fed-Bilanz bedeutet aus Sicht vieler Marktteilnehmer tendenziell weniger Liquidität im Finanzsystem.
Diese Liquidität war in der Vergangenheit ein wichtiger Rückenwind für Risikoanlagen – und Kryptowährungen profitierten davon oft besonders stark. Der Ökonom Brian Jacobsen (Annex Wealth Management) verwies laut Reuters darauf, dass Liquidität durch die Kombination aus großer Fed-Bilanz und strikter Bankenregulierung „auf der Wall Street gefangen“ gewesen sei. Dreht sich das Umfeld, kann das Preisanpassungen beschleunigen – zumal Krypto-Bewegungen sich erfahrungsgemäß schnell selbst verstärken können.
Einordnung am Rande: Am Freitag fiel Bitcoin um -5,15% und markierte damit in den vorliegenden Kursdaten sein 52‑Wochen-Tief.
Derivatemarkt: Absicherung rückt in den Vordergrund
Parallel zum Spot-Markt sendet auch der Optionsmarkt ein Signal: Anleger greifen stärker zu Absicherungen. Bei Deribit ist das offene Interesse (notional) an Put-Optionen mit Strike 75.000 US-Dollar auf 1,159 Mrd. US-Dollar gestiegen – fast auf Augenhöhe mit dem offenen Interesse der bullishen 100.000er Calls (1,168 Mrd. US-Dollar).
Das ist ein spürbarer Stimmungswechsel gegenüber der Phase nach Trumps Wahlsieg, als höher liegende Call-Strikes besonders gefragt waren. Der kräftige Zukauf von Puts in den letzten 48 Stunden deutet laut CoinDesk darauf hin, dass Optionshändler und Hedgefonds diese Kursregionen zumindest einkalkuliert hatten.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Warsh-Nominierung schürt Sorgen vor sinkender Marktliquidität
- Put-Nachfrage nimmt zu: 75.000er Puts fast gleichauf mit 100.000er Calls
- ETF-Markt liefert zusätzlichen Verkaufsdruck durch Mittelabflüsse
ETF-Abflüsse verstärken den Druck
Zusätzliche Last kommt aus dem ETF-Segment: Die 12 in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Januar 2026 laut SoSoValue (via Yahoo Finance) Nettoabflüsse von 1,6 Mrd. US-Dollar. Es war bereits der dritte Monat in Folge mit negativen Flows. In Summe beliefen sich die Abflüsse über drei Monate auf rund 6 Mrd. US-Dollar – die längste Abflussserie seit der Zulassung der Produkte im Januar 2024.
Solche Abflüsse sind mehr als nur „Stimmung“: Sie bedeuten, dass auf ETF-Ebene Kapital abgezogen wird – und das kann den Spotmarkt direkt belasten.
Regulierung geht voran – aber der Markt bleibt risk-off
Trotz der Kurskorrektur laufen politische Prozesse in Washington weiter. Der Senatsausschuss für Landwirtschaft stimmte am 29. Januar (12–11) dafür, den Digital Commodity Intermediaries Act voranzubringen – erstmals kommt damit Krypto-Marktstrukturgesetzgebung über eine Senats-Ausschussstufe hinaus. Zudem gab es laut Reuters am 27. Januar ein Treffen im Weißen Haus mit Bank- und Krypto-Managern, um einen Kompromiss bei anstehender Regulierung auszuloten.
Kurzfristig dominiert allerdings das „risk-off“-Umfeld: Parallelereignisse wie der starke Silber-Abverkauf am 30. Januar (laut CNBC der größte Tagesrutsch seit 1980) haben die Risikoneigung vieler Anleger zusätzlich gedämpft.
Zumindest relativ zeigt Bitcoin dabei Stabilität: Mit einer Dominanz von rund 57,3% des Gesamtmarkts (CoinGecko) hielt sich BTC in dieser Korrektur laut Quelle besser als viele Altcoins.
Am Markt läuft damit vieles auf einen Kern hinaus: Solange Liquiditätsängste, Absicherungsdruck im Derivatemarkt und ETF-Abflüsse zusammenkommen, bleibt Bitcoin anfällig für weitere Schwächephasen – selbst wenn die regulatorischen Fortschritte langfristig konstruktiv wirken können.
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