Zucker wird auf dem Weltmarkt derzeit im Überfluss angeboten, während die Nachfrage in wichtigen Importländern wie China spürbar nachlässt. Diese Schere zwischen Angebot und Nachfrage sorgt für einen drastischen Preisverfall, der die gesamte Branche unter Zugzwang setzt. Warum kurbeln die Top-Produzenten ihre Kapazitäten trotz sinkender Preise derart massiv an?

Der Preis für das „weiße Gold“ kennt seit Wochen nur eine Richtung: abwärts. Ende Januar markierte der Rohstoff mit 14,26 US-Cents pro Pfund einen vorläufigen Tiefpunkt.
* Monatsbilanz: Im Januar verlor Zucker 6,67 Prozent an Wert.
* Jahresvergleich: Gegenüber dem Vorjahr brachen die Preise um 26,45 Prozent ein.
* Prognose: Marktanalysten von StoneX und Green Pool erwarten für die Saison 2025/26 einen globalen Überschuss von bis zu 2,9 Millionen Tonnen.

Rekordernten in Brasilien und Indien

Verantwortlich für das Überangebot sind vor allem die beiden Schwergewichte der Branche. In Brasilien, dem weltweit größten Exporteur, prognostiziert die Behörde Conab ein Produktionsplus von 4,0 Prozent auf knapp 45,9 Millionen Tonnen. Noch deutlicher fällt das Wachstum in Indien aus: Der Branchenverband ISMA rechnet mit einem Sprung der Produktion um 18,5 Prozent auf 31 Millionen Tonnen.

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Zusätzlicher Druck kommt vom Energiemarkt. Da die Rohölpreise niedrig bleiben, rentiert sich die Herstellung von Ethanol für viele Mühlen kaum noch. Die Folge: Die Produzenten verarbeiten mehr Zuckerrohr direkt zu Zucker, anstatt es in den Kraftstoffsektor umzuleiten. Dies erhöht den Druck auf die Weltmarktpreise weiter.

Industrie unter massivem Kostendruck

Die Folgen für die Verarbeiter sind gravierend. In Indien liegen die Verkaufspreise der Mühlen teilweise bereits unter den eigentlichen Produktionskosten, was die Zahlungen an die Bauern verzögert. Auch in Europa ist die Lage angespannt; erste Fabrikschließungen signalisieren eine tiefe Krise der heimischen Erzeuger.

Der Branchenriese Südzucker blickt entsprechend vorsichtig auf das am 1. März beginnende neue Geschäftsjahr. Das Management erwartet einen leichten Umsatzrückgang und stellt sich auf ein weiterhin „sehr herausforderndes“ Marktumfeld ein.

Entscheidend für die weitere Preisgestaltung werden die kommenden Berichte der Internationalen Zuckerorganisation (ICO) sein. Zudem wird der Markt genau beobachten, ob Indien seine Exportquoten angesichts der hohen Lagerbestände kurzfristig ausweitet. Das nächste wichtige Datum für Branchenbeobachter ist der 1. März, wenn mit dem neuen Geschäftsjahr von Südzucker weitere Details zur europäischen Marktstrategie erwartet werden.

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