BioNTech steht vor einer entscheidenden Woche: Die Übernahme des Konkurrenten CureVac wird finalisiert, gleichzeitig bleibt die Aktie technisch angeschlagen. Im Hintergrund läuft jedoch eine strategische Neuausrichtung, die das Unternehmen stärker in Richtung Onkologie und Plattform-Technologie positioniert.

CureVac-Übernahme vor Abschluss

Heute ist der letzte Handelstag der CureVac-Aktie an der Nasdaq. Der Handel endet um 19:50 Uhr Eastern Time, die formale Fusion ist für morgen vorgesehen, die offizielle Dekotierung für übermorgen. BioNTech hat sich im Rahmen des Umtauschangebots rund 86,75 % der CureVac-Anteile gesichert und wird die restlichen Aktien im Januar über einen Squeeze-out übernehmen.

Damit endet nach rund 25 Jahren die Börsennotiz von CureVac als eigenständiges Unternehmen. Das Umtauschverhältnis liegt bei 0,05363 BioNTech-Aktien je CureVac-Aktie.

Zentrale Transaktionspunkte:

  • Angediente Aktien: 195.341.219 CureVac-Aktien (86,75 % der ausstehenden Anteile)
  • Squeeze-out: Abschluss im Januar 2026 erwartet
  • Führung: BioNTech-CEO Ugur Sahin übernimmt die Kontrolle über CureVac SE
  • Übernommene Vermögenswerte: Produktionsstandort Tübingen, umfangreiches Patentportfolio, RNA-Printer-Plattform

Strategisch stärkt BioNTech damit seine mRNA-Kompetenz, erweitert die Produktionsbasis und bündelt wichtige Technologien im deutschen Biotech-Sektor.

Chartbild weiter unter Druck

Die Aktie bleibt technisch schwach. Der Kurs notiert unter der 50-Tage- und der 200-Tage-Linie und bestätigt damit den bestehenden Abwärtstrend. Vom Hoch aus Januar 2025 bei 129,27 US-Dollar hat das Papier bis auf aktuell rund 96 US-Dollar etwa 26 % verloren.

Die 52-Wochen-Spanne reicht von 81,20 bis 129,27 US-Dollar, das Tief wurde im April 2025 in einer Phase breiter Marktschwäche markiert. Die Umsätze deuten auf eine moderate institutionelle Beteiligung hin, Hedgefonds wie Millennium Management haben ihre Positionen im Laufe des Jahres 2025 deutlich ausgebaut.

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Fundament weiterhin solide

Trotz operativer Verluste in den jüngsten Quartalen steht BioNTech finanziell sehr robust da:

  • Liquide Mittel: 16,7 Mrd. Euro in Kasse und kurzfristigen Anlagen
  • Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity): 0,01, faktisch schuldenfrei
  • Börsenwert: rund 22 Mrd. US-Dollar
  • Umsatz Q3 2025: 1,78 Mrd. US-Dollar (deutlich über Konsens von 1,21 Mrd. US-Dollar)

Der Umsatzüberhang resultierte maßgeblich aus einer Meilensteinzahlung von rund 700 Mio. US-Dollar durch Bristol Myers Squibb im Zusammenhang mit der Pumitamig-Kooperation. Auf Ergebnisebene blieb das Unternehmen jedoch hinter den Erwartungen zurück: Der Gewinn je Aktie lag bei -0,14 US-Dollar, während Analysten im Schnitt mit 0,75 US-Dollar gerechnet hatten.

Analysten uneinheitlich

Die Analystenstimmung ist überwiegend positiv, aber nicht einheitlich. Von 15 Experten empfehlen zehn die Aktie zum Kauf, vier stufen sie mit Halten ein, einer rät zum Verkauf. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 137,75 US-Dollar und signalisiert damit rechnerisch ein Aufwärtspotenzial von über 40 % gegenüber dem aktuellen Niveau.

Zuletzt kam es zu mehreren Anpassungen:

  • JPMorgan: Kursziel auf 120 US-Dollar gesenkt, Einstufung „Neutral“
  • Bank of America: Kursziel auf 130 US-Dollar reduziert, Einstufung „Buy“ bestätigt
  • UBS: Hochstufung auf „Hold“
  • Berenberg: Kursziel auf 155 US-Dollar angehoben, Einstufung „Buy“ bestätigt

Die Spanne der Kursziele unterstreicht die unterschiedlichen Einschätzungen zu Tempo und Erfolg der Transformation.

Fokus auf Onkologie und Plattformen

Mit der Integration von CureVac beschleunigt BioNTech den Wandel vom reinen Impfstoffspezialisten hin zu einem breiter aufgestellten Onkologie- und Plattformunternehmen. Neben zusätzlicher Produktionskapazität und Technologiezugang stärkt der Deal die Position in der mRNA-Forschung.

Im Zentrum der Onkologiestrategie stehen zwei Pan-Tumor-Programme: mRNA-basierte Krebsimmuntherapien sowie Pumitamig, ein gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelter bispezifischer Antikörper gegen PD-L1 und VEGF-A. Phase-2-Daten, die im Dezember 2025 vorgestellt wurden, zeigten ermutigende Wirksamkeit bei dreifach negativem Brustkrebs.

Der nächste wichtige Termin ist der 10. März 2026. Dann legt BioNTech die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor und gibt ein Update zum Fortschritt der CureVac-Integration – ein Ereignis, das maßgeblich Klarheit über Tempo und Qualität der laufenden Neuausrichtung bringen dürfte.

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