Bitcoin: Gedrückte Erholung
Bitcoin ist am Montag und Dienstag um knapp 5 Prozent auf über 69.000 US-Dollar gestiegen – nach einem turbulenten Wochenende voller geopolitischer Spannungen. Doch die Erholung wirft Fragen auf: Analysten sehen den Anstieg vor allem als technische Gegenbewegung durch Short-Squeezes, weniger als nachhaltigen Trendwechsel durch institutionelles Kapital.
Short-Squeeze statt echter Nachfrage
Die Erholung wird primär durch Zwangseindeckungen gedrückter Positionen getrieben. Das Open Interest stieg in 24 Stunden um 6 Prozent, während der Kurs nur 3,8 Prozent zulegte – ein deutliches Zeichen für Leverage-getriebene Bewegungen statt echte Käufe. Viele Trader nutzten die psychologisch wichtige 70.000-Dollar-Marke für Gewinnmitnahmen.
Ein Durchbruch über 70.000 Dollar würde Short-Liquidationen im Volumen von rund 90 Millionen Dollar auslösen – genug Treibstoff, um das Februar-Hoch von 72.000 Dollar zu testen.
Geopolitik und Makrodaten
Der Rücksetzer auf 65.000 Dollar in der Vorwoche wurde durch Trumps Ankündigung neuer 15-prozentiger Globaltarife und erneute Spannungen im Nahen Osten ausgelöst. Die anschließenden US-Luftangriffe auf den Iran über das Wochenende belasteten die Märkte weniger stark als befürchtet.
Gleichzeitig zeigte sich die US-Wirtschaft im Februar überraschend robust. Zusammen mit heißeren Erzeugerpreisen und steigenden Ölpreisen durch die geopolitischen Risiken ist eine Zinssenkung der Fed am 18. März praktisch vom Tisch.
ETF-Zuflüsse: Ein Lichtblick
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Montag mit rund 458 Millionen Dollar einen der stärksten Zufluss-Tage des Quartals – trotz Iran-Konflikt. Über drei Sitzungen letzte Woche flossen etwa 1,1 Milliarden Dollar zu, davon die Hälfte in BlackRocks IBIT-Fonds.
Dennoch summieren sich die Abflüsse der vergangenen vier Monate auf über 9 Milliarden Dollar. Die Stimmung verharrt auf historischen Angst-Niveaus.
On-Chain: Verkaufsdruck lässt nach
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Langfristige Halter – Wallets mit Bitcoin seit mindestens 365 Tagen – haben ihre Verkäufe drastisch reduziert. Am 5. Februar lag die 30-Tage-Netto-Positionsveränderung bei minus 243.737 BTC, am 1. März nur noch bei minus 31.967 BTC – ein Rückgang um 87 Prozent.
Auch Miner, die BTC zur Deckung ihrer Kosten verkaufen, zeigen deutlich weniger Kapitulation. Der Netto-Verkaufsdruck sank von minus 4.718 BTC (8. Februar) auf minus 837 BTC (1. März).
Fünf rote Monate in Folge
Nach einem brutalen Februar-Minus von 15 Prozent und fünf aufeinanderfolgenden Verlustmonaten seit Oktober 2025 pendelt Bitcoin zwischen 66.500 und 67.200 Dollar. Die Korrelation zum S&P 500 liegt bei etwa 0,55 – die Hedge-These bleibt unter Druck.
Das jüngste Allzeithoch lag im Oktober 2025 bei rund 126.000 Dollar. Folgt der aktuelle Zyklus historischen Mustern, könnte die Korrektur bis Ende 2026 andauern, so Rony Szuster von Mercado Bitcoin gegenüber CoinDesk.
Analysten uneinig
Standard Chartered hat die Jahresendeprognose auf 50.000 Dollar gesenkt. Langfristige Bullen verweisen hingegen auf das Halving und die US-Strategic-Bitcoin-Reserve als strukturelle Unterstützung, die frühere Zyklen nicht hatten.
Während kleinere Anleger aussteigen, nutzen institutionelle Großinvestoren die Schwäche: Abu Dhabis Mubadala Investment Company und Al Warda Investments erhöhten Mitte Februar ihre ETF-Positionen. Der Fear & Greed Index verharrt seit drei Wochen in extremer Angst. Auf Polymarket sehen 62 Prozent der Nutzer Bitcoin in diesem Jahr unter 50.000 Dollar fallen.
März als Schlüsselmonat
Technisch liegt die kritische Unterstützung bei 62.300 Dollar, der Widerstand bei 72.000 bis 73.000 Dollar. Für eine nachhaltige Erholung Richtung 100.000 Dollar braucht es vor allem eines: anhaltende ETF-Zuflüsse statt kurzfristiger Short-Squeezes. Die hohen Liquidationscluster um 65.000 und über 70.000 Dollar zeigen, wie fragil die aktuelle Lage bleibt.
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