Starke klinische Daten aus Kopenhagen — und dennoch bleibt die Aktie unter Druck. BioNTech präsentierte beim European Lung Cancer Congress Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Das Problem liegt woanders: schwindende Umsatzerwartungen, ein angekündigter Führungswechsel und ein Jahresverlust von über einer Milliarde Euro lasten auf der Stimmung.

Gotistobart mit bemerkenswerten Überlebensdaten

Das Herzstück der ELCC-Präsentation war gotistobart, ein Wirkstoff für Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom der Lunge, die auf eine vorherige Immuntherapie nicht angesprochen hatten. In der nicht-pivotalen Phase des globalen Phase-3-Programms PRESERVE-003 wurde der Median des Gesamtüberlebens mit gotistobart nicht erreicht — verglichen mit 10,0 Monaten beim Standardtherapeutikum Docetaxel. Das entspricht einer Reduktion des Sterberisikos um 54 Prozent (Hazard Ratio: 0,46). Die pivotale Phase der Studie läuft weiter.

Ebenfalls vorgestellt wurden erste Daten für den HER3-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat BNT326/YL202. Die vorläufige Ansprechrate lag numerisch über der des Vergleichspräparats HER3-DXd bei EGFR-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Für pumitamig, ein bispezifisches Antikörperprogramm in Zusammenarbeit mit BMS, zeigte ein Phase-2-Follow-up beim kleinzelligen Lungenkarzinom ein medianes Gesamtüberleben von 16,9 Monaten gegenüber 12,3 Monaten unter Atezolizumab plus Chemotherapie.

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Drei Belastungsfaktoren seit März

Die klinischen Fortschritte kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seit Anfang März drücken drei Entwicklungen auf den Kurs. Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci haben angekündigt, das Unternehmen bis Ende 2026 zu verlassen, um ein neues mRNA-Unternehmen zu gründen. Zugleich meldete BioNTech für 2025 einen Nettoverlust von rund 1,14 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 2,87 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose für 2026 von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro blieb deutlich unter den Analystenschätzungen von rund 2,69 Milliarden Euro.

Die Aktie notiert aktuell rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit deutlich unterhalb aller relevanten gleitenden Durchschnitte.

Analysten bleiben konstruktiv

Trotz gesenkter Kursziele hält die Mehrheit der Analysten an positiven Einschätzungen fest. Jefferies-Analyst Akash Tewari bestätigte sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 138 US-Dollar und verwies auf die Stärke der Onkologie-Pipeline. Der MarketBeat-Konsens aus 18 Brokerhäusern lautet auf "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 133,73 US-Dollar — die Spanne reicht von 94 US-Dollar (TD Cowen) bis 171,44 US-Dollar (Canaccord Genuity).

Für den weiteren Verlauf sind die Pipeline-Meilensteine entscheidend. BioNTech erwartet bis Jahresende 2026 insgesamt 15 laufende Phase-3-Studien sowie sieben spätklinische Datenpakete allein in diesem Jahr. Die Kriegskasse von 17,2 Milliarden Euro per Ende 2025 gibt dem Unternehmen den nötigen Spielraum, diesen Kurs ohne Finanzierungsdruck fortzusetzen.

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