Die Beyond-Meat-Aktie ist inzwischen klar im Pennystock-Bereich angekommen und notiert unter 1 US‑Dollar. Von ihrem Hoch im Jahr 2019 bei 235 US‑Dollar hat sie rund 99 % an Wert verloren. Parallel versucht das Unternehmen, mit einem radikalen Strategiewechsel und einer belastenden Schuldenstruktur umzugehen – während die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten weiter zurückgeht.

Einstieg in den Getränkemarkt

Am 15. Januar hat Beyond Meat erstmals ein Produkt außerhalb des Kerngeschäfts eingeführt: Beyond Immerse, ein pflanzenbasiertes Eiweißgetränk auf Erbsenbasis. Für das Unternehmen ist dies nach 17 Jahren ein deutlicher Strategiewechsel.

Das Getränk wird in zwei Varianten angeboten:
- 10 Gramm Protein bei 60 Kalorien
- 20 Gramm Protein bei 100 Kalorien

Beide Versionen enthalten 7 Gramm Ballaststoffe, Vitamin C und Elektrolyte. Der Vertrieb startet zunächst exklusiv über die neue Direct-to-Consumer-Plattform „Beyond Test Kitchen“.

CEO Ethan Brown betont, man wolle das Angebot über klassische „Center-of-Plate“-Produkte hinaus erweitern und die Marke „Beyond“ breiter nutzen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund rückläufiger Absatzahlen für pflanzliche Fleischalternativen im gesamten Markt.

Schuldenlast und Restrukturierung

Finanziell ist Beyond Meat stark angespannt. Dem Unternehmen stehen derzeit rund 1,2 Milliarden US‑Dollar Schulden gegenüber, während die Marktkapitalisierung nur bei etwa 470 Millionen US‑Dollar liegt.

Kern der jüngsten Schuldenrestrukturierung:
- Tausch von 800 Millionen US‑Dollar 0%-Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027
- Ersetzung durch 7%-Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030
- Über 300 Millionen Aktien als Teil des angebotenen Wertpapierpakets

Damit akzeptiert Beyond Meat deutlich höhere Zinskosten, um die Fälligkeit der Verbindlichkeiten um drei Jahre nach hinten zu verschieben.

Verluste weiten sich aus

Die Zahlen für das dritte Quartal 2025 unterstreichen die schwierige Lage:

  • Nettoumsatz: 70,2 Mio. US‑Dollar (–13,3 % gegenüber Vorjahr)
  • Operativer Verlust: 112 Mio. US‑Dollar
  • Nettoverlust: 110 Mio. US‑Dollar
  • Bruttomarge: 10,3 %

In den ersten neun Monaten 2025 summierten sich die Nettoverluste auf 193 Mio. US‑Dollar, nach 115 Mio. US‑Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze sind bereits seit mehreren Jahren rückläufig.

Zentrale Kennzahlen im Überblick

Kennzahl Wert
Marktkapitalisierung ca. 470 Mio. US‑Dollar
Gesamtverschuldung 1,2 Mrd. US‑Dollar
Umsatz TTM 290,56 Mio. US‑Dollar
Gewinnmarge –81,81 %
52‑Wochen-Spanne 0,50 – 7,69 US‑Dollar

Hohe Volatilität durch Spekulation

Trotz der schwachen Fundamentaldaten verzeichnet die Aktie im Januar 2026 auf Jahressicht ein Plus von rund 17–19 %. Auslöser ist vor allem der Meme-Stock-Charakter des Titels.

Am 15. Januar sprang die Aktie nach der Ankündigung des Protein-Drinks kurzfristig bis auf 1,11 US‑Dollar und schloss bei 1,04 US‑Dollar. Am Folgetag gab der Kurs dann um 5,25 % auf 0,985 US‑Dollar nach.

Die Handelsvolumina bleiben sehr hoch: Täglich wechseln 50–86 Millionen Aktien den Besitzer, bei einem Durchschnitt von über 200 Millionen. Das deutet auf intensive, überwiegend spekulative Aktivitäten hin.

Operative Probleme verschärfen sich

Operativ gerät Beyond Meat weiter unter Druck. Das Unternehmen hat sich aus China zurückgezogen – Grund sind schwache Nachfrage und hohe Kosten. In den USA sinken die Umsätze im Foodservice-Bereich, weil Kooperationen mit Restaurantketten häufig nur temporär bleiben.

Im Einzelhandel wurden Produkte vielfach aus den Frische- und Fleischtheken in die Tiefkühlregale verlagert. Das reduziert Sichtbarkeit und spontane Käufe.

Beyond Meat strebt Bruttomargen von über 30 % vor allem durch Kostensenkungen an. Diese Maßnahmen können jedoch den zentralen Belastungsfaktor nicht ausgleichen: Die Nachfrage der Verbraucher nach pflanzlichen Fleischalternativen geht zurück, während das Unternehmen gleichzeitig mit hoher Verschuldung und anhaltenden Verlusten zu kämpfen hat.

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