Der angeschlagene Agrarhändler BayWa zieht die Reißleine und trennt sich mit sofortiger Wirkung von Vorstandschef Frank Hiller. Statt Ruhe einkehren zu lassen, offenbart der Schritt tiefgreifende interne Konflikte über den künftigen Kurs des verschuldeten Konzerns. Was bedeutet der radikale Umbau der Führungsspitze für die laufende Rettung des Unternehmens?

Machtkampf beendet CEO-Ära

Der Abgang Hillers ist die Konsequenz eines internen Machtkampfes. Berichten zufolge gab es unüberbrückbare Differenzen mit Sanierungsvorstand Michael Baur und dem Aufsichtsrat. Vor allem das Fehlen einer überzeugenden Strategie für die Zeit nach der akuten Krise wurde Hiller zur Last gelegt. Auch der Rückhalt der Großaktionäre war zuletzt geschwunden.

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BayWa reagiert mit einer drastischen Strukturmaßnahme: Der Posten des Vorstandsvorsitzenden wird vorerst gestrichen. Die Führung übernimmt ein Triumvirat aus Sanierungsvorstand Michael Baur, Finanzvorstand Matthias Rapp und Vorstandsmitglied Marlen Wienert. Diese Aufstellung signalisiert unmissverständlich, dass die finanzielle Restrukturierung nun absolute Priorität vor strategischen Visionen genießt.

Hohes Risiko trifft auf Kursfantasie

Die bilanzielle Situation bleibt trotz Fortschritten prekär. Zwar konnte die Nettoverschuldung seit Mitte 2024 um über eine Milliarde Euro gesenkt werden, sie lag zur Jahresmitte 2025 jedoch immer noch bei über vier Milliarden Euro. Ein wichtiger Teilerfolg gelang am 23. Dezember 2025 mit dem Verkauf der Tochter Cefetra Group für rund 125 Millionen Euro.

Operativ steht der Konzern unter Druck. Der Umsatz brach in den ersten neun Monaten 2025 auf 9,6 Milliarden Euro ein (Vorjahr: 12,3 Milliarden). Zusätzlich belasten staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen möglicher Bilanzschönung gegen ehemalige Vorstände das Sentiment. Dennoch wetten Anleger auf eine erfolgreiche Rettung: Seit Jahresbeginn verzeichnete der Titel ein Plus von 25 Prozent. Analysten von Baader Helvea sehen mit einem Kursziel von 6,00 Euro sogar ein weiteres Aufwärtspotenzial von fast 80 Prozent.

Mit dem erwarteten formellen Vollzug des Cefetra-Verkaufs im laufenden ersten Quartal 2026 steht der nächste konkrete Meilenstein der Entschuldung unmittelbar bevor. Das neue Führungstrio muss nun beweisen, dass die Sanierung ohne die strategischen Dissonanzen der Vergangenheit schneller vorangetrieben werden kann.

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