BayWa Aktie: Ungemütliche Lage...
BayWa gerät mitten in einer entscheidenden Restrukturierungsphase gleich von zwei Seiten unter Druck: Der abrupte Abgang von CEO Frank Hiller und strafrechtliche Ermittlungen gegen Ex-Chef Klaus Josef Lutz verschärfen die Unsicherheit. Gleichzeitig läuft ein umfangreicher Sanierungsplan, der den hochverschuldeten Konzern bis 2028 finanziell stabilisieren soll. Wie robust ist dieser Fahrplan unter den aktuellen Bedingungen?
Ermittlungen gegen Ex-CEO und Führungsvakuum
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Bilanzmanipulation gegen den langjährigen früheren Vorstandschef Klaus Josef Lutz. Am 14. Januar wurden seine Privaträume durchsucht. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, dass Bilanzen in der von Expansion geprägten Amtszeit zu positiv dargestellt worden sein könnten.
Parallel dazu hat der Konzern seit Anfang Januar keinen CEO mehr. Frank Hiller musste seinen Posten nach weniger als einem Jahr im Amt mit sofortiger Wirkung räumen. Offiziell wurden „unterschiedliche Auffassungen über die mittel- bis langfristige Strategie“ als Grund genannt.
Die Aufgaben an der Spitze werden nun auf drei Vorstände verteilt:
- Michael Baur (CRO)
- Prof. Dr. Matthias J. Rapp (CFO)
- Dr. Marlen Wienert
Damit bündelt sich die Macht faktisch beim Sanierungsspezialisten Baur, der den Restrukturierungskurs im Sinne der Gläubigerbanken vorantreiben soll.
Die Kapitalmarktreaktion fiel auffällig aus: Auf die Nachricht von der Razzia bei Lutz legte die Aktie zeitweise deutlich zu. Einige Marktbeobachter sehen darin ein Signal, dass Investoren eine konsequente Aufarbeitung der Vergangenheit als Voraussetzung für einen unbelasteten Neustart werten.
Restrukturierung unter hohem Druck
Die aktuelle Führungskrise trifft BayWa in einer Phase tiefgreifender Sanierung. Das Unternehmen arbeitet an einem Restrukturierungsprogramm nach IDW-S6-Standard, das bis 2028 abgeschlossen sein soll. Ziel ist es, den Schuldenstand von über 5,4 Milliarden Euro deutlich zu senken.
Der überraschende Abgang Hillers gilt als Scheitern des zuvor etablierten „Tandem-Modells“: Hiller sollte die strategische Ausrichtung verantworten, während Michael Baur die operative Umsetzung der Restrukturierung übernahm. Dieses Konstrukt führte offenbar zu Kompetenzkonflikten. Berichten zufolge drängten vor allem genossenschaftliche Großaktionäre auf einen Wechsel, weil sie keine überzeugende Strategie für die Zeit nach Abschluss der Sanierung sahen.
Nun steht der verbleibende dreiköpfige Vorstand im Zentrum des Sanierungsprozesses. Zu den bereits angestoßenen Maßnahmen gehört der Verkauf der Tochtergesellschaft Cefetra zur Stärkung der Liquidität. Gleichzeitig belasten die ungeklärte CEO-Nachfolge und die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Lutz den ohnehin anspruchsvollen Fahrplan und erhöhen das Risiko für Verzögerungen oder Anpassungen.
Nächster Meilenstein: Zahlen Ende März
Der nächste zentrale Termin ist die Vorlage der endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025, die für den 26. März geplant ist. Dann soll sichtbar werden, welche Effekte die eingeleiteten Desinvestitionen – insbesondere der Verkauf von Unternehmensteilen – tatsächlich in der Bilanz entfalten.
Die anstehenden Kennzahlen werden damit zum ersten harten Test, ob das aktuelle Führungstrio den Konzern trotz juristischer Belastungen und Führungsvakuum auf Kurs halten kann. Bis zur Zahlenvorlage ist mit anhaltend schwankenden Kursen zu rechnen, da der Markt jede neue Information zur Governance, zur Bilanzqualität und zum Fortschritt der Sanierung genau einpreisen dürfte.
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