Die Q4-Zahlen liegen auf dem Tisch — und sie zeigen das volle Ausmaß der Schieflage. BayWa präsentierte am 26. März erstmals konkrete Abschreibungen auf die Energiesparte, die den ohnehin wackeligen Sanierungsplan weiter erschüttert. Gleichzeitig ermitteln Staatsanwaltschaft und BaFin, der Aufsichtsrat bricht auseinander, und die Banken müssen nun entscheiden, ob sie dem Konzern mehr Zeit geben.

Der Kern des Problems: Energiesparte ohne Käufer

Das ursprüngliche Sanierungskonzept stand und fiel mit einem einzigen Vorhaben: dem Teilverkauf der Energietochter BayWa r.e., der bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen sollte. Dieser Plan ist gescheitert. Die US-Umweltbehörde EPA hob im Februar 2026 bundesweite Treibhausgasemissionsstandards auf — ein direkter Treffer für BayWa r.e., deren wichtigster Einzelmarkt die USA sind. 2024 wurden dort 534,7 Megawatt verkauft. Die erzielbaren Verkaufspreise sind damit erheblich gesunken.

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Vom Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro sind bislang nur 33 Prozent gesichert. Rund 2,7 Milliarden Euro fehlen noch. Die Jahresprognose für 2026 hat BayWa bereits gestrichen. Der vollständige Konzernabschluss 2025 könnte sich wegen der ausstehenden Neubewertung von BayWa r.e. bis ins vierte Quartal 2026 verzögern — die jetzt vorgelegten Q4-Zahlen liefern damit nur einen ersten, unvollständigen Einblick.

Verkäufe und Stellenabbau als Notprogramm

Auf der Habenseite stehen einige abgeschlossene Schritte: Der Verkauf der Getreidehändlerin Cefetra brachte 125 Millionen Euro direkt, durch die Entkonsolidierung verschwanden über 600 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten aus der Bilanz. Insgesamt hat BayWa die Schuldenlast seit 2025 um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert.

Als nächster Entschuldungsschritt gilt der geplante Verkauf der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global, an der BayWa rund 74 Prozent hält. Das Unternehmen erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. Insidern zufolge könnten aus dem Verkauf etwa 300 Millionen Euro fließen — angesichts der verbleibenden Lücke von 2,7 Milliarden Euro ein begrenzter Beitrag.

Parallel setzt BayWa auf einen harten Stellenabbau: Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, 26 Niederlassungen schließen. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 wurde auf gut 140 Millionen Euro gesenkt — das ursprüngliche Gutachten hatte für 2028 noch rund 230 Millionen Euro angesetzt.

Ermittlungen und Aufsichtsratrücktritte verschärfen die Lage

Die juristische Front belastet zusätzlich. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Führungskräfte, darunter Ex-CEO Marcus Pöllinger. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob im Konzernlagebericht 2023 Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen dargestellt wurden. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet: Konkret fehlten Hinweise auf Kreditbedingungen sowie Refinanzierungsrisiken einer 500-Millionen-Euro-Anleihe und kurzlaufender Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro.

Gleichzeitig vollzieht sich ein Umbruch im Aufsichtsrat. Drei Mitglieder legen ihre Mandate nieder — Monika Hohlmeier und Michael Höllerer Ende März, Monique Surges Ende Mai. Die Rücktritte sollen auf Druck von Anteilseignern und Sanierern zustande gekommen sein. Die freien Sitze sollen zeitnah mit Experten aus Landwirtschaft, Handel und Digitalisierung besetzt werden. Strukturell sinkt künftig die Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro.

Nun liegt der Ball bei den Gläubigerbanken. Stimmen sie einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu, gewinnt BayWa die Zeit, das überarbeitete Sanierungskonzept ohne die ursprünglich kalkulierten Milliarden aus der Energiesparte umzusetzen. Die Aktie notiert rund 33 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und deutlich unterhalb aller relevanten gleitenden Durchschnitte — der Druck, mit diesen Zahlen zu überzeugen, ist entsprechend hoch.

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